Ehemalige wissenschaftliche Geschäftsführer

Prof. Dr. Paolo Giubellino

2017 – 2024

Paolo Giubellino war ab Januar 2017 Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH und der Facility for Antiproton and Ion Research in Europe GmbH (FAIR GmbH). Die Forschungsschwerpunkte von Paolo Giubellino sind die Physik hochenergetischer Schwerionenstöße und die dabei erzeugte Materie. Nach seinem Studium an der Universität Turin und der University of California in Santa Cruz war er an zahlreichen Schwerionenexperimenten am europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz beteiligt. Beim dortigen ALICE-Experiment hat er seit Anfang der 1990er Jahre verschiedene verantwortliche Positionen übernommen. Seit 2011 war Giubellino der Sprecher von ALICE bei CERN. Zudem ist er seit 1985 auch in der Sektion Turin am italienischen nationalen Kernphysikinstitut (Istituto Nazionale di Fisica Nucleare, INFN) tätig. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten konnte er bereits zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen. So erhielt er unter anderem 2014 den Lise-Meitner-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft, außerdem den Enrico-Fermi-Preis, die höchste Würdigung der Italienischen Physikalischen Gesellschaft (2013). Im Jahr 2012 wurde er vom italienischen Staatspräsidenten Napolitano für seine wissenschaftlichen Verdienste zum „Commendatore della Repubblica Italiana“ ernannt und 2016 in die Academia Europaea gewählt.

Professor Dr. Karlheinz Langanke

2015-2016 (ad interim)

Karlheinz Langanke ist am 13. Februar 1951 in Bockum-Hövel geboren. Er studierte Physik an der Universität Münster und promovierte dort im Jahr 1980. Anschließend ging er als Post-Doc ans California Institute of Technology (Caltech). Von 1987 bis 1992 war er Professor in Münster, 1992 wurde er Mitglied der Fakultät am Caltech als Senior Research Associate bei Steven Koonin. Im Jahr 1996 nahm er einen Lehrstuhl an der Universität Aarhus in Dänemark an. Seit 2005 ist er Professor für Theoretische Physik an der Technischen Universität Darmstadt und leitender Wissenschaftler bei GSI. Von 2006 bis 2015 war er außerdem Forschungsdirektor von GSI. Seine Forschungsschwerpunkte sind die theoretische Berechnung von Kernreaktionen in Supernovae und in der stellaren Elementsynthese. Karlheinz Langanke wurde für seine wissenschaftlichen Arbeiten unter anderem mit dem Lise-Meitner-Preis 2012 der European Physical Society und 2015 mit dem Benjamin Lee Professorship Award des Asian Pacific Center for Theoretical Physics ausgezeichnet. Er wurde in die Academia Europaea gewählt und zum Ehrenmitglied der Hellenic Nuclear Physics Society ernannt. Langanke war und ist Mitglied vieler wichtiger wissenschaftlicher Gremien in Europa, Amerika und Japan.

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Horst Stöcker

2007-2015

Horst Stöcker war von 2007 bis 2015 Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI. Er ist in Frankfurt am Main geboren und studierte dort Physik, Chemie, Mathematik, Philosophie und Theologie an der Goethe-Universität. Nach der Promotion zum Dr. phil. nat. im Jahr 1979 war er Gastwissenschaftler bei GSI und ging als NATO-Fellow des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an das Lawrence Berkeley National Laboratory der University of California, USA. Von 1982 bis 1985 lehrte er als Assistant Professor an der Michigan State University und forschte am National Superconducting Cyclotron Laboratory, Michigan, USA, bevor er 1985 einem Ruf auf die Professur für Theoretische Physik an der Goethe-Universität folgte. Seit 2004 hat er dort den Judah M. Eisenberg-Lehrstuhl inne. Er war Vizepräsident der Goethe-Universität sowie der Helmholtz-Gemeinschaft. Außerdem war er Gründungsvorstandsvorsitzender des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS). Seine Forschungsgebiete sind die relativistische Schwerionen- und Astroteilchenphysik sowie deren enge Beziehungen zur Physik von Supernovae, Neutronensternen und schwarzen Löchern. Er zählt zu den 200 meistzitierten Forschern weltweit. (Stand 2015)

Professor Dr. Walter F. Henning

1999-2007

Walter F. Henning, Jahrgang 1939. Studium der Physik in Darmstadt und München. 1968 Promotion mit einer kernphysikalischen Arbeit an der TU München. 1969-1976 Wissenschaftlicher Assistent am Physikdepartment der TU München. 1976 Habilitation über ein kernphysikalisches Thema. 1973-1975 Visiting Scientist und 1977-1986 Staff Physicist am Argonne National Laboratorium in den USA. 1983 Professor an der Universität von Chicago. 1986 Professor an der Universität Mainz und Bereichsleiter bei der GSI Darmstadt. 1992 Direktor der Physics Division am Argonne National Laboratorium. 1999-2007 Professor an der Universität Frankfurt und Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GSI. Hauptarbeitsgebiet: Untersuchung von Kernreaktionen und Struktur von Atomkernen. Im Jahr 2007 wechselte er ans Argonne National Laboratory bei Chicago. (Stand 2007)

Professor Dr. Hans Joachim Specht †

1992-1999

Hans J. Specht, geboren 1936, studierte Physik in München und Zürich. Nach der Promotion 1964 in München forschte er zunächst einige Jahre bei der AECL in Kanada, dann weitere Jahre an der TU München. 1973 folgte er einem Ruf als Professor für Experimentalphysik an die Uni Heidelberg. Sein ursprüngliches Arbeitsgebiet waren Atomphysik und Kernphysik; 1982 wechselte er in die Hochenergie-Schwerionenphysik und unternahm wiederholte Forschungsaufenthalte am CERN in Genf. Er war von 1992-1999 Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt. Seit 2000 ist er Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, seit 2004 emeritiert.    

Professor Dr. Paul Kienle

1984-1992

Paul Kienle, geboren 1931 in Viernheim, gestorben 2013 in München. Er studierte Technische Physik an der TH München (später TU). Nach seiner Promotion 1957 arbeitete er als PhD am Brookhaven National Laboratory. Von 1959 bis 1963 arbeitete er als Assistent an der TH München. 1963 folgte er einem Ruf der Technischen Hochschule Darmstadt (später TU) auf den Lehrstuhl für Strahlen- und Kernphysik. Ab 1965 war er als Professor für Experimentalphysik an der TU München. Von 1984 bis 1992 war Paul Kienle Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI. Anschließend ging er zurück nach München, wo er seine Arbeiten auf den Gebieten der Hadronenphysik, der Kernstruktur- und Atomphysik und der Beschleunigerphysik fortsetzte.

Professor Dr. Gisbert zu Putlitz

1978-1983

Gisbert zu Putlitz, geboren 1931 in Rostock, studierte Physik in Heidelberg. Nach seiner Promotion 1962 und Habilitation 1966 an der Universität Heidelberg forschte er für einige Jahre in den USA, der Schweiz und Großbritannien. 1973 wurde er Professor in Heidelberg. Von 1978 bis 1983 war er Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI. Gleichzeitig war er von 1981 bis 1983 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen, der heutigen Helmholtz-Gemeinschaft. Von 1983 bis 1987 war er Rektor der Universität Heidelberg. Von 2000 bis 2003 war zu Putlitz Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Von 1986 bis 2008 war er geschäftsführender Vorsitzender des Vorstands der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung.

Professor Dr. Christoph Schmelzer †

1971-1978

Carl Christoph Schmelzer ist einer der Gründungsväter von GSI. Geboren 1908 in Lichtentanne in Sachsen, gestorben 2001 in Heidelberg. Schmelzer studierte Physik in Jena. Nach seiner Promotion 1935 folgte ein Forschungsaufenthalt von 1936 bis 1939 an der Brown University in Providence, Rhode Island, USA. Von 1939 bis 1948 war er Assistent am Technisch-Physikalischen Institut der Universität Jena. 1948 wechselte er an die Universität Heidelberg, wo er an der Entwicklung von Teilchenbeschleunigern arbeitete. 1959 wurde Schmelzer von der Universität Heidelberg auf den Lehrstuhl für Angewandte Physik berufen. Von 1969 bis 1978 war Schmelzer der erste Wissenschaftliche Geschäftsführer von GSI. Unter seiner Führung wurde der UNILAC geplant und errichtet. Schmelzer war Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wurde für seine herausragenden Beiträge zur Beschleunigerphysik vielfach ausgezeichnet und erhielt im Jahr 1978 das Bundesverdienstkreuz.


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