Von der Forschung zur Therapie: Mitarbeitende des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums (HIT) zu Besuch bei GSI/FAIR

08.10.2026 | 

Mitarbeitende des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums (HIT) waren vor Kurzem bei GSI und FAIR zu Besuch. Im Mittelpunkt stand die enge Verbindung zwischen der bei GSI entwickelten Schwerionentherapie – einer bahnbrechenden Innovation der modernen Krebsbehandlung, die bei GSI/FAIR stetig vorangetrieben wird – und ihrer erfolgreichen Umsetzung in der klinischen Praxis am HIT. Der Besuch bot den Gästen, zu denen auch der neue Technische Direktor des HIT, Dr. Eike Feldmeier, und Professor Dr. Thomas Haberer, der frühere wissenschaftlich-technische Leiter des Schwerionentherapieprojekts bei GSI, gehörten, Einblicke in die aktuelle Forschung sowie einen Ausblick auf die zukünftigen Möglichkeiten der Teilchenphysik. Empfangen wurden die Gäste von Professor Dr. Thomas Nilsson, dem Wissenschaftlichen Geschäftsführer von GSI und FAIR.

Die Schwerionentherapie ist ein Meilenstein der modernen Krebsmedizin. Bei GSI wurde diese innovative Behandlungsmethode in jahrzehntelanger Grundlagenforschung entwickelt. Heute wird die Teilchentherapie mit hochmodernen Ansätzen in der Biophysik-Abteilung von GSI/FAIR unter Leitung von Professor Marco Durante kontinuierlich weiterentwickelt. Die Forschenden liefern damit zukunftsträchtige Impulse für weitere medizinische Anwendungen. Zudem werden mehrere Forschungsaspekte aktuell mit hochkarätigen Grants der Europäischen Union gefördert.

Am HIT in Heidelberg profitieren zahlreiche Patient*innen von dieser Technologie, die präzise verschiedene Tumore bekämpfen kann. Hochwirksam und gleichzeitig schonend werden am HIT ausgewählte Krebserkrankungen bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen bestrahlt. Die Schwerionen- und Protonentherapie ermöglicht es, tief im Körper liegende oder extrem widerstandsfähige Tumoren mit maximaler Präzision zu erreichen und dabei umliegendes gesundes Gewebe zu schonen. Dieser Vorteil ist besonders wichtig bei Tumoren, die nah an empfindlichen Geweben liegen, wie etwa an der Schädelbasis, dem Sehnerv oder Darm sowie Tumoren von Kindern und Jugendlichen.

Der Betriebsausflug zu GSI und FAIR bot den Mitarbeitenden des HIT die Gelegenheit, die Wurzeln dieser Erfolgsgeschichte hautnah zu erleben und sich über die aktuellen Entwicklungen in der Spitzenforschung von GSI/FAIR zu informieren. Das Programm umfasste eine Führung durch die bestehende Beschleunigeranlage, unter anderem zum Experimentierplatz der Abteilung Biophysik, an dem auch die Tumortherapie entwickelt und angewandt wurde. Besonders spannend war auch der Besuch des Baufelds für die zukünftige internationale Beschleunigeranlage FAIR, eines der größten Forschungsprojekte weltweit. Hier entstehen neue Möglichkeiten für die Spitzenforschung, die langfristig auch der Medizin zugutekommen werden. Die Mitarbeitenden des HIT konnten so nicht nur die historische Entwicklung der Ionentherapie nachvollziehen, sondern auch einen Ausblick auf die kommenden Forschungsschritte erhalten. (BP)

Weitere Informationen

Das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) ist eine der führenden Einrichtungen für die Behandlung von Krebserkrankungen mit Ionenstrahlen. Die Technologie basiert auf der am GSI Helmholtzzentrum entwickelten Beschleuniger- und Bestrahlungstechnik.

Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt betreibt eine große, weltweit einmalige Beschleunigeranlage für Ionen. Forschende aus aller Welt nutzen die Anlage für Experimente, um neue Erkenntnisse über den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums zu gewinnen. Darüber hinaus entwickeln sie neuartige Anwendungen in Medizin und Technik. Mit dem Bau von FAIR entsteht eine der größten und modernsten Beschleunigeranlagen der Welt.



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