Satellitenzusammenbau bei GSI/FAIR – TRACE-Montage im Detektorlabor abgeschlossen
31.03.2026 |
Der studentische Raumfahrtverein TU Darmstadt Space Technology e.V. (TUDSaT) hat erfolgreich den Zusammenbau des TRACE-Satelliten abgeschlossen – in der Reinraumumgebung des Detektorlabors von GSI/FAIR. Mit an Bord des Satelliten befinden sich auch Detektoren von GSI/FAIR, mit denen geladene Teilchen im Orbit gemessen werden sollen.
TRACE (TU Darmstadt ReseArch Cubesat for Education) ist ein von Studierenden entwickelter Satellit, der mehrere wissenschaftliche, technologische und ausbildungsbezogene Missionen vereint. Nach aktuellem Kenntnisstand wird TRACE der erste universitäre Satellit aus Hessen sein, der in den Orbit gelangt, und stellt damit einen besonderen Meilenstein für den Wissenschafts‑ und Hochschulstandort Hessen dar.
Das TRACE‑Projekt wurde im Jahr 2022 gestartet, das Satellitendesign im Jahr 2024 finalisiert. Im Jahr 2025 begann die intensive Phase der Zusammenbau‑ und Qualifikationsaktivitäten. In diesem Zeitraum wurden sämtliche Subsysteme beschafft, integriert und einzeln wie auch gesamtheitlich funktional getestet. Die finale Montagephase des Flugmodells fand zwischen Herbst 2025 und Januar 2026 statt. In insgesamt drei Assembly‑Kampagnen integrierte das Team die gekauften sowie eigenentwickelten Komponenten in den Reinräumen des GSI/FAIR-Detektorlabors. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Arbeiten wurde TRACE im Januar 2026 als vollständig integrierter Satellit fertiggestellt.
Im Detektorlabor werden sonst Detektoren für die Experimente an den Teilchenbeschleunigern von GSI und FAIR und an anderen Beschleunigeranlagen in der Welt hergestellt. Für den Detektorbau steht eine Reinraumumgebung zur Verfügung, die auch die optimalen Bedingungen für den Satellitenzusammenbau bot. Im Austausch sendet TRACE zwei verschiedene Detektoren von GSI/FAIR mit ins All, die im Orbit geladene Teilchen vermessen sollen.
Als nächsten Schritt wird TRACE bei der European Space Agency (ESA) eine Shaker‑ und Thermal‑Vakuum‑Acceptance‑Testkampagne durchlaufen. Ein möglicher Start von TRACE ist bereits durch die EU-Kommission im Rahmen der European-Flight-Ticket-Initiative finanziert und aktuell werden die konkrete Mission und Startgelegenheit abgestimmt. Der Launch wird für das Jahr 2027 erwartet. Nach dem Start soll TRACE vollständig vom eigenen Satellitenbetriebszentrum an der TU Darmstadt und über die vereinseigene Bodenstation betrieben werden.
Zu den Missionszielen von TRACE zählen die Validierung von Spin‑In‑Technologien, die Erprobung einer bodengestützten Lagebestimmung mittels Reflexionsmustererkennung, die Messung geladener Teilchen sowie Gammastrahlung im Low Earth Orbit, eine Kameramission zur Aufnahme von Bildern Darmstadts aus dem All sowie die spätere Nutzung des Satelliten als akademische Experimentier‑ und Lehrplattform. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist zudem die praxisnahe Vermittlung von Kompetenzen in den Bereichen Systemengineering, Softwareentwicklung und Satellitenbetrieb an Studierende.
TUDSaT ist ein im Jahr 2016 gegründeter gemeinnütziger Verein und eine Hochschulgruppe der Technischen Universität Darmstadt, die sich der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung im Bereich der Raumfahrttechnologie verschrieben hat. Der Verein verfolgt unter anderem das Ziel einen eigenen Satelliten zu entwickeln, ins All zu bringen und selbst zu betreiben. Aktuell zählt TUDSaT nahezu 300 Studierende und Alumni verschiedenster Fachrichtungen. Neben TRACE betreibt der Verein das studentische Raketen‑Entwicklungsteam RAPID, unterstützt Lehrveranstaltung und ist Mitbegründer des Bundesverbands studentischer Raumfahrt e.V. (BVSR), welcher die Interessen aller Studierenden im deutschsprachigen Raumfahrtbereich gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt. (CP)



















