Zusammenarbeit bei Forschung und Anwendung der Partikeltherapie – THM und GSI/FAIR schließen Kooperationsvereinbarung

26.03.2026

Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und GSI/FAIR in Darmstadt wollen in Zukunft auf dem Gebiet der Partikeltherapie enger zusammenarbeiten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde vor Kurzem von beiden Partnern unterzeichnet. Ziel ist die Verbesserung der Partikeltherapie sowohl für das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) als auch weltweit sowie die Unterstützung der translationalen und Grundlagenforschung, wie sie beispielsweise an den Beschleunigeranlagen von GSI/FAIR betrieben wird.

Ein Fokus der gemeinsamen Forschungsarbeiten liegt auf der sogenannten FLASH-Bestrahlung, bei der hohe Strahlendosen in extrem kurzer Zeit verabreicht werden. Die Forschenden wollen dafür neue Techniken zur schnellen Applikation der Strahlung entwickeln und die zugrunde liegenden radiochemischen Prozesse untersuchen, um die aussichtsreiche Methode in die klinische Nutzung bringen zu können.

Neue Methoden sollen die notwendigen hohen Dosisraten für FLASH-Bestrahlungen ermöglichen. Dazu gehören unter anderem neuartige dreidimensionale Reichweitenmodulatoren, die auch eine Reduktion von Bewegungsartefakten sowie die Verbesserungen des Patientenkomforts während der Behandlung ermöglichen.

Auch die Entwicklung neuer Themen ist innerhalb der Kooperation erwünscht und möglich. Die Forschungsarbeiten sollen im Rahmen von Master-, Bachelor- und Promotionsarbeiten geschehen, die durch die THM und GSI/FAIR gemeinsam betreut werden.

Die Zusammenarbeit zwischen THM und GSI/FAIR wird durch die Medizinphysiker Professor Ulrich Weber (GSI/THM) und Professor Kilian Baumann (THM/Uniklinikum Marburg) koordiniert. Beide haben kürzlich eine Professur für Medizinische Physik im Fachbereich Life Science Engineering (LSE) an der THM erhalten.

Technologien für die Tumortherapie mit Ionenstrahlen (Partikeltherapie) wurden von Forschenden bei GSI entwickelt und von 1997 bis 2008 in einem erfolgreichen klinischen Pilotprojekt umgesetzt. Mehr als 440 Personen, hauptsächlich mit Gehirntumoren, wurden mit der Methode behandelt. Als direkte Folge sind in Deutschland die klinischen Partikeltherapieanlagen an den Universitätskliniken in Heidelberg (HIT) und Marburg (MIT) entstanden.

GSI/FAIR und die THM sind bereits langjährige Kooperationspartner. Forschungszentrum und Hochschule haben ein großes Interesse an einer breiten Partizipation der verschiedensten Fachgebiete, Institute und Arbeitsgruppen an der Verwirklichung von FAIR und anderer gemeinsamer Projekte. (CP)

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