ALICE-Masterclass 2026 bei GSI/FAIR – Schüler*innen werten Experimentdaten aus
23.03.2026 |
In der ALICE-Masterclass auf dem GSI/FAIR-Campus hatten 19 interessierte Oberstufenschüler*innen auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit, Daten aus dem ALICE-Experiment am Forschungszentrum CERN auszuwerten. GSI/FAIR ist maßgeblich am Aufbau, Betrieb und der Datenanalyse von ALICE beteiligt. Die Veranstaltung wurde von Wissenschaftler*innen der ALICE-Forschungsabteilung bei GSI/FAIR ausgerichtet.
Im Rahmen der ALICE-Masterclass erhielten die Schüler*innen einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit und die Datenauswertung. Begleitet durch die fachkundigen Wissenschaftler*innen vor Ort werteten sie selbst Messdaten des ALICE-Experiments von Proton-Proton-Kollisionen und Kollisionen von Blei-Atomkernen aus. Auf einem Rundgang durch den GSI/FAIR-Campus erfuhren sie Details über Beschleuniger- und Detektorkomponenten und warfen von der Aussichtsplattform einen Blick auf das FAIR-Baufeld. Zum Abschluss des Forschungstages diskutierten sie die Ergebnisse in einer Videokonferenz mit Teilnehmenden an den Universitäten Frankfurt und Münster.
ALICE ist eines der vier Großexperimente am Kollisionsbeschleuniger LHC des Forschungszentrums CERN in Genf und beschäftigt sich insbesondere mit Schwerionenstößen von Bleiatomkernen. Wenn im LHC Blei-Atomkerne mit unvorstellbarer Wucht aufeinandertreffen, entstehen Bedingungen wie in den ersten Augenblicken des Universums. Bei den Kollisionen bildet sich für sehr kurze Zeit ein sogenanntes Quark-Gluon-Plasma – ein Materiezustand, wie er im Universum kurz nach dem Urknall vorlag. Dieses Plasma wandelt sich in Bruchteilen von Sekunden wieder in normale Materie um. Die dabei produzierten Teilchen geben Aufschluss über die Eigenschaften des Quark-Gluon-Plasmas. So können die Messungen in die Geburtsstunde des Kosmos blicken und Informationen über die Grundbausteine der Materie und ihre Wechselwirkung enthüllen.
Die Verbindung zwischen GSI/FAIR und ALICE ist sehr eng: Die zwei großen ALICE-Detektorsysteme Zeitprojektionskammer (TPC) und Übergangsstrahlungsdetektor (TRD) wurden unter wesentlicher Beteiligung von GSI/FAIR-Mitarbeitenden der Forschungsabteilung ALICE und des Detektorlabors entwickelt und aufgebaut. Heute fokussieren sich Wissenschaftler*innen beider Abteilungen auf die TPC, die das Herzstück für die Spurenrekonstruktion im zentralen ALICE-Barrel-Aufbau darstellt und auch für die Teilchenidentifikation unverzichtbar ist. Wissenschaftler*innen der IT-Abteilung von GSI/FAIR tragen wesentlich zur neuen Datenaufnahme- und Analysesoftware O2 bei, und das Rechenzentrum ist ein fester Bestandteil des Computernetzwerks für die Datenauswertung des ALICE-Experiments.
Die Masterclasses werden unter der Schirmherrschaft der IPPOG (International Particle Physics Outreach Group) organisiert, deren assoziiertes Mitglied GSI ist. Jedes Jahr nehmen mehr als 13.000 Schüler aus über 60 Ländern für einen Tag an einer Veranstaltung der rund 225 nahe gelegenen Universitäten oder Forschungszentren teil, um die Geheimnisse der Teilchenphysik zu entschlüsseln. Alle Masterclasses in Deutschland finden in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Teilchenwelt statt, zu dem auch GSI/FAIR gehört. Ziel des bundesweiten Netzwerks zur Vermittlung von Teilchenphysik an Jugendliche und Lehrkräfte ist es, die Teilchenphysik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. (CP)














