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Bei GSI entsteht das neue Beschleunigerzentrum FAIR. Erfahren Sie mehr.

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Erinnerungen aus 50 Jahren GSI-Geschichte

Zu den Aktivitäten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von GSI gehörte auch eine ganz besondere Aktionen: Die jetzigen und die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten die Gelegenheit, ihre persönlichen Erinnerungen an ihre Zeit bei GSI als kurze Erzählung einzureichen. Auf teils ernste und teils humorvolle Art portraitieren sie Ereignisse, Begegnungen, Erfolge und das übergreifende Zusammenwirken in den vielfältigen Arbeitsgebieten auf dem Campus und stehen so stellvertretend für eine gelebte Kultur des wissenschaftlichen Austauschs und der gemeinsamen Einsatzbereitschaft.

Neben dieser Webseite sind die Erinnerungen auch vom 15. November bis zum 20. Dezember 2020 in der Ausstellung "50 Jahre GSI – Lieblingsfotos und Erinnerungen" im Foyer des Konferenz- und Bürogebäudes West (KBW) auf dem GSI/FAIR-Campus als bebilderte Poster zu sehen. Die Ausstellung ist für externe Gäste von Montag bis Freitag im Zeitraum 10 – 16 Uhr geöffnet. Externe Gäste werden gebeten, für den Einlass auf den Campus ein Ausweisdokument mitzubringen.

Erinnerung von Doris Schmalz

Es war im Februar 1973 – ganz zu Anfang meiner Beschäftigung bei GSI. Am Faschingsdienstag hatten wir nachmittags frei, und die Kollegen waren schon alle weg. Zur Vorbereitung auf den nächsten Tag wollte ich noch schnell wichtige Kopien anfertigen, jedoch zu meinem großen Pech verschluckte der Kopierer meine Listen mit personenbezogenen Daten, die ich nicht einfach so im Kopierer zurücklassen konnte. Im größten Chaos tauchte plötzlich ein freundlicher älterer Herr auf, der mir seine Hilfe anbot und auch den Papierstau schnell beseitigen konnte. Ich war über die unverhoffte Hilfe dieses netten Herren überglücklich. Einige Tage später stellte sich heraus, dass „mein Retter in der Not“ unser damaliger Wissenschaftlicher Geschäftsführer Professor Christoph Schmelzer war. Bis heute denke ich an ihn und an seine menschliche Art im Umgang mit seinen Mitarbeitern gerne zurück.

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Professor Christoph Schmelzer
Wissenschaftlicher Geschäftsführer von 1971 bis 1978
Foto: A. Zschau, GSI

Erinnerung von Claude Deutsch

Dies betrifft die Installation des „preZ pinch discharge SPQR2“ (Anm. der Red.: Dabei handelt es sich um eine Entladungsröhre, die ein vollständig ionisiertes Wasserstoffplasma enthält) am GSI-Linearbeschleuniger UNILAC, welches zuvor am Institute de Physique Nucléaire (IPN) in Orsay am Linearbeschleuniger genutzt wurde, der heute ALTO heißt. Es war vermutlich im Februar 1987, und der Beginn des erfolgreichen Programms zur Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Ionen und Plasma bei GSI.

Auf der GSI-Seite waren anfangs Dieter Hoffmann, Heinrich Wahl und Karin Weyrich nach Orsay eingeladen (mit deutschem Bier, natürlich). Nachdem dort die Betriebsfähigkeit mit Brom- und Schwefelionen nachgewiesen war, setzten wir das in Orléans hergestellte Gerät auf einen Lkw und brachten es zu GSI, um das Abstoppen schwererer Ionen zu beobachten. Die Installation bei GSI zwang uns, einen Zickzack-Kurs für die Ionen zu nutzen, die aus dem Target herauskamen, anstelle des geraden Wegs, der in Orsay vorhanden war. In der Nacht vor dem Start der Ionenbestrahlung rief ich Richard Geller (Experte für ECR-Ionenquellen) in Grenoble an, um ihn um Rat zu fragen. Er sagte: „Euer System wird niemals funktionieren, weil eure Schwerionen zu viele Elektronen aus dem umgebenden Material anziehen und eure Detektoren geblendet werden ...“
Entmutigt haben wir dies um 23 Uhr abends mit den GSI-Ingenieuren diskutiert, die das Setup fertigstellten. Sie verbrachten die ganze Nacht mit Taschenlampen, die ihnen beim Verfolgen der Ionen halfen (!), und den Physikern sagten, sie sollen ins Bett gehen. Als wir um 8 Uhr morgens wieder an der Strahlstrecke auftauchten, waren die Ingenieure noch da, und alles hat funktioniert dank der exzellenten GSI-Technologie. Die austretenden Ionen waren hervorragend zu detektieren!

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Linearbeschleuniger UNILAC
Foto: A. Zschau, GSI

Erinnerung von Andreas Peters

Schon bald nach der Wiedervereinigung ergab sich ab 1992 eine langjährige Zusammenarbeit der GSI-Strahldiagnosegruppe im Beschleunigerbereich mit dem Institut für Festkörperphysik der Universität Jena. Ziel der Kollaboration war der Aufbau eines Nanoampere-Strahltransformators auf der der Basis eines hochempfindlichen SQUID-Messsystems der Universität Jena. Das Messsystem kann sehr kleine Ionenströme berührungsfrei messen. Das Foto entstand beim ersten Zusammentreffen beider Partner im Sommer 1992, v.l.n.r.: Andreas Peters (GSI-Strahldiagnose), Helmar Koch (Uni Jena), Hannes Reeg (GSI-Strahldiagnose), Wolgang Vodel (Uni Jena), Claus Schroeder, Volker Dürr (beide Diplomanden an der FH Rüsselsheim), Peter Strehl (GSI-Strahldiagnose), Norbert Angert (GSI/Bereichsleiter Beschleuniger). Es gelang dem gemeinsamen Team aus GSI-Strahldiagnose und Uni Jena, eine Empfindlichkeitssteigerung um einen Faktor 100 gegenüber damals bekannten Strahltransformatoren zu erreichen. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind die Grundlagen für das CCC-Messsystem (Cryogenic Current Comparator) für die FAIR-Beschleunigeranlage – und auch langjährige berufliche und persönliche Freundschaften ... 

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Zusammentreffen 1992
V.l.: Andreas Peters (GSI-Strahldiagnose), Helmar Koch (Uni Jena), Hannes Reeg (GSI-Strahldiagnose), Wolfgang Vodel (Uni Jena), Claus Schroeder, Volker Dürr (beide Diplomanden an der FH Rüsselsheim), Peter Strehl (GSI-Strahldiagnose), Norbert Angert (GSI/Bereichsleiter Beschleuniger).
Foto: A. Peters (privat)

Erinnerung von Hans-Joachim Schött I

Spezielle Weinetiketten zum fünfzigsten Geburtstag von Sigurd Hofmann. Er hat sich sehr über eine Kiste mit erlesenen Weinen gefreut. (Die Originaletiketten wurden eine Woche später ausgehändigt. Er hatte den Inhalt der Etiketten noch gar nicht so richtig erkannt.) 

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Weinetikett
Foto: H.-J. Schött

Erinnerung von Hans-Joachim Schött II

1988 habe ich mit dem Computern angefangen, weil mir das Konstruieren am Zeichenbrett zu uneffektiv war. Nicht viel später hat es mich bei der Materialentnahme im Lager immer aufgeregt, wenn ich aus einem der zehn Stehordner einen Artikel suchen musste, um ihn dann auf ein Formular zu bringen, welches der Lagerist dann „bearbeitet“ hat. Er WUSSTE (er hatte Wissen). Oft hat er auch den Artikel ohne Zettel geholt und wir haben den Zettel dann gemeinsam ausgefüllt. Denn ohne Zettel: geht nicht! Dann habe ich über diverse Informationsquellen in Erfahrung gebracht, dass es einen Stammdatensatz von der Abteilung Einkauf gibt. Denn irgendwie wurden die Materialien ja auch verbucht. Mit einiger Überzeugungskraft habe ich dann eine PC-fähige und abgemagerte Textdatei bekommen. Schnell war daraus eine dBASE-Datei gemacht, bzw. eine kleine Applikation zusammengebastelt. Jetzt konnte ich mit einer Silbe aus dem Artikel schnell eine Artikelauswahl generieren, die letztendlich ein Formular erzeugt hat, welches genauso aussah wie die „alte“ Zettelwirtschaft, nur ohne Ordner. Es war dann noch etwas mühselig, den Einkäufern klarzumachen (die ja den Original-Datensatz dauern bearbeitet haben), dass es keine Steckerbuchsen oder Buchsenstecker gibt. Egal. Diese Feinheiten habe ich dann in meinem Programm korrigiert. Stecker oder Kupplung, oder Flanschdose, oder ...?

P.S. dBASE wurde von PARADOX abgelöst und läuft heute noch in abgewandelter Form für meine private Bürokratie. Und wenn jemand zu mir kommt und nach Konstruktionsunterlagen aus meinem Arbeitsbereich sucht, kann ich ihm innerhalb von fünf Minuten die CD in die Hand drücken.

Erinnerung von Hans Joachim Specht

Ich erinnere mich noch gut an den Projektvorschlag zur „Errichtung einer experimentellen Strahlentherapie bei der GSI Darmstadt“ im Mai 1993, einer Zusammenarbeit der Radiologischen Klinik der Universität Heidelberg, GSI Darmstadt (Projektleitung) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg.

Rund 440 Patienten wurden von 1997 bis 2008 im Medizin-Cave am GSI-Synchrotron SIS18 erfolgreich behandelt. Dies war die Voraussetzung für eine reibungslose Genehmigungsprozedur für den Medizinbeschleuniger am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) in Heidelberg.

Es gab in meinem ganzen Berufsleben kaum eine glücklichere Stunde als nach der ersten Patientenbestrahlung ...

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Professor Hans Joachim Specht
Wissenschaftlicher Geschäftsführer von 1992 bis 1999
Foto: A. Zschau, GSI

Erinnerung von Matthias Schädel

Viele Versuche bei GSI in den 70er Jahren lang ersehnte superschwere Elemente mit Uranstrahlen zu synthetisieren waren leider erfolglos. In den Jahren 1982-83 kam dann ein neuer, vielversprechender Ansatz zum Einsatz. Nach gemeinsamen chemischen und physikalischen Experimenten in Berkeley wollte eine große internationale Kollaboration nun in einem zweiten Schritt bei GSI versuchen, ob der Beschuss von Curium-Targets mit Calciumionen nicht von Erfolg gekrönt sein könnte. Der Optimismus war groß. Die gesamte Vielfalt aller verfügbaren Techniken – einerseits SHIP und andererseits schnelle chromatographische Verfahren zur chemischen Trennungen –  sollte zum Einsatz kommen.

Günter Herrmann, Leiter des Bereichs Kernchemie I, trug nicht nur die Verantwortung für den Chemieteil, sondern er war auch selbst schon in die Vorbereitungen sehr stark involviert. So auch bei einer vorbereitenden Teststrahlzeit am 14. Februar 1983 – Rosenmontag, der Höhepunkt der Mainzer Fastnacht. Normalerweise wären an diesem Tag viele der Mainzer Kollegen mit Freunden und Gästen bei dem Fastnachtsumzug oder danach bei der Party im Hause von Günter Herrmann und seiner Ehefrau Ellen gewesen. Ausnahmsweise hatte aber diesmal die Wissenschaft Vorrang. So trafen sich alle bei GSI, um bei Parameterstudien die optimalen Verhältnisse für die kommenden Suchexperimente zu ermitteln. Aber ein Minimum an Zugeständnis an die Mainzer Fastnacht musste dann doch sein. Dies bestand darin, dass alle Experimentteilnehmer aus Mainz und der GSI – darunter etliche ehemalige „Mainzer“ –kostümiert auftraten und so experimentierten.

Seinem Status als „Boss“ angemessen, trug Günter Herrmann ein eindrucksvolles schwarzes Kostüm mit einer weißen Halskrause und einem mit künstlichen Blumen dekorierten Hut, das an die Amtstracht eines Bürgermeisters oder Ratsherrn einer bedeutenden deutschen Stadt des 17. Jahrhunderts erinnerte; andere waren als Matrose, Räuber oder Clown verkleidet. Offensichtlich hatte sich unser ungewöhnlicher Kostümball bis in das Direktorium der GSI herumgesprochen, denn bald erschien eine mehrköpfige Abordnung, darunter der damalige Wissenschaftliche Geschäftsführer Gisbert zu Putlitz, um sich das Treiben anzuschauen. Das war dann auch eine gute Gelegenheit mit einem Glas Sekt – zünftig für ein „Chemieexperiment“ in Bechergläsern serviert – auf den Erfolg der kommenden Strahlzeiten anzustoßen.

Auch wenn die darauffolgenden Experimente leider nicht von Erfolg gekrönt waren und man sich wieder neuen Zielen zuwandte, so wird doch allen Beteiligten aus diesem Experimentierprogramm ganz besonders die Strahlzeit am Rosenmontag 1983 in Erinnerung bleiben.

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Professor Günter Herrmann
Im Faschingskostüm.
Foto: A. Zschau, GSI

Erinnerung von Peter Strehl

Im Jahr 2004 gab es eine Ausschreibung für die Namensgebung des Darmstädter Wissenschafts- und Kongresszentrums. Als ehemaliger, langjähriger Mitarbeiter bei GSI beteiligte ich mich an der Ausschreibung und schlug „Darmstadtium“ vor. Es gab außer mir den gleichen Vorschlag noch einmal. Der Vorschlag wurde angenommen, und in einer Ausgabe des Darmstädter Echos etwa 2005 gab es ein Bild, worauf der andere Namensgeber zusammen mit mir abgebildet ist, mit folgender Bildunterschrift: „Die Paten: Christian Dindorf und Peter Strehl haben den Namen Darmstadtium für das Wissenschafts- und Kongresszentrum am Schlossgraben vorgeschlagen.“ Der Name wurde damals viel diskutiert, aber letztlich doch von den Darmstädtern angenommen. Für mich ist es eine schöne Erinnerung an die GSI. 

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darmstadtium
Wissenschafts- und Kongresszentrum „darmstadtium“ in Darmstadt
Foto: Carlos Delgado; CC-BY-SA

Erinnerung von Saikat Biswas

Als Postdoc war ich von November 2010 bis November 2012 im GSI-Detektorlabor tätig. Bei GSI schrieb ich meinen Projektvorschlag über den GEM-Detektor (Anm. der Redaktion: GEM steht für gas electron multiplier, ein in der Teilchenphysik genutzter Typ eines Gasionisationsdetektors) für das FAIR-Experiment zur Untersuchung komprimierter Kernmaterie CBM. Dafür erhielt ich das angesehene Ramanujan-Fellowship des Science and Engineering Research Boards der Abteilung für Wissenschaft und Technologie, die Teil des indischen Wissenschaftsministeriums ist.

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Nominierungsschreiben
Foto: S. Biswas

Erinnerung von Thomas Hahn I

„Immer schön den Überblick behalten.“ Die Targetkammer am Z6-Experimentierplatz vor der Inbetriebnahme 2008: Laser versus Ionenstrahl.

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Targetkammer Z6
Foto: T. Hahn, GSI

Erinnerung von Thomas Hahn II

„Spurensuche.“ Optische Oberflächenkontrolle der hochplanaren und hochpräzisen Beschichtung eines Umlenkspiegels für den PHELIX-Laser (im Bild: Christoph Bruske; adaptiertes vereinfachtes visuelles Testverfahren nach dem damaligen amerikanischen Messverfahren nach MIL-PRF-13830B (wäre heute ISO 10110-7)). Jeder zu große Oberflächenkratzer oder -krater hätte zur Zerstörung des Spiegels oder von Teilen des Lasersystems führen können. Es gibt auch heute noch kein besseres „Messverfahren“ als das menschliche Auge für diese Qualitätskontrolle.

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Oberflächenkontrolle
Foto: T. Hahn, GSI

Erinnerung von Carola Pomplun

Im Jahr 1996 begann ich meine Ausbildung bei GSI. Schon damals gab es die Vortragsreihe „Wissenschaft für Alle“ und mein damaliger Chef Dieter Svrcina aus dem Konstruktionsbüro hielt uns Azubis an, die Vorträge zu besuchen. Besonders beeindruckend fand ich die Weihnachtsvorträge von Fritz Bosch, der mich mit seinen Strichmännchengrafiken letztendlich mit dazu inspirierte, meiner Ausbildung noch ein Physikstudium folgen zu lassen. Heute bin ich selbst verantwortlich für die Organisation der Vortragsreihe „Wissenschaft für Alle“. Die Strichmännchen von Fritz haben mich dabei über viele Jahre, bis zu seinem Tod, an Weihnachten begleitet, und ich denke noch heute gerne an seine informativen und unterhaltsamen Vorträge und sein unglaubliches Wissen, auch außerhalb der Physik, zurück.

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Strichmännchengrafik
Bild: Fritz Bosch, GSI

Erinnerung von Gerhard Kraft

Für die neue GSI-Biophysik hatte ich im Jahr 1979 das erste teure Mikroskop gekauft und bekam von der Firma Zeiss mehrere große Pappkartons mit vielen kleinen Päckchen, aber keine Bauanleitung. Ich hatte zwar die übliche Praktikums-
erfahrung mit Mikroskopen, aber noch nie ein teures Präzisions-
mikroskop zusammengebaut und optimiert. Ich klagte mein Leid Professor Christoph Schmelzer bei der nächsten Gelegenheit. Der war damals Wissenschaftlicher Geschäftsführer und mein direkter Chef. Der strahlte sein breites Lächeln über sein rundes Gesicht: „Da kann ich Ihnen helfen, das kann ich! Ich war bei Zeiss Jena. Ich komme gerne vorbei, aber abends nach der regulären Arbeitszeit. Praktische Hilfe beim Mikroskopieren steht nicht in meinem GSI-Vertrag und ich will keinen Ärger mit der Personalabteilung und dem Betriebsrat.“ Er kam dann abends, baute das Mikroskop zusammen, optimierte es und es funktionierte. Er konnte es wirklich. 

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Professor Christoph Schmelzer
Wissenschaftlicher Geschäftsführer von 1971 bis 1978
Foto: A. Zschau, GSI