Kernphysiker Professor Zsolt Podolyák erhält Ernest-Rutherford-Medaille und -Preis 2026

06.11.2026 | 

Diese News basiert auf einer Meldung des Institute of Physics (IoP)

Professor Zsolt Podolyák von der University of Surrey erhält die renommierte Ernest-Rutherford-Medaille und den zugehörigen Ernest-Rutherford-Preis 2026 des Institute of Physics (IOP). Die Auszeichnung würdigt seine herausragenden Arbeiten in der Kernstrukturphysik sowie seine Führungsrolle in internationalen Experimentkollaborationen. Professor Podolyák ist mit GSI/FAIR eng verbunden und Sprecher der NUSTAR-Kollaboration, einer der vier großen Forschungssäulen des derzeit bei GSI entstehenden internationalen Beschleunigerzentrums FAIR.

In der Würdigung durch das IPO heißt es: “Professor Zsolt Podolyák hat sich in der Kernphysik einen weltweit führenden Ruf erworben. Er hat herausragende Beiträge zu Experimentprogrammen geleistet, die die innere Struktur exotischer Atomkerne untersuchen.” Die Auszeichnung wird laut IPO verliehen für wegweisende Entdeckungen, die zu einem neuen Verständnis der Schalenentwicklung bei extremen Protonen-zu-Neutronen-Verhältnissen geführt haben, sowie für seine inspirierende Leitung internationaler Experimentkollaborationen mit radioaktiven Ionenstrahlen.

Professor Podolyák hatte mehrere einflussreiche Positionen in internationalen Forschungskooperationen inne und war maßgeblich an zukunftsweisenden Entdeckungen in den Bereichen Kernstruktur, Kernreaktionen, Nukleosynthese sowie an der Schnittstelle zwischen Kern- und Hadronenphysik beteiligt. Insbesondere haben seine Arbeiten zur Identifizierung von Einteilchen-Zuständen und zur Untersuchung von Wechselwirkungen im Bereich der magischen Neutronenzahlen N=50, 82 und 126 zentrale Erkenntnisse über die Entwicklung der Kernschalenstruktur geliefert. Sie haben zudem den Bereich der Atomkerne erheblich erweitert, der in der Nuklidkarte detailliert untersucht werden kann.

Zu seinen wichtigen Beiträgen zur Niedrigenergie-Kernphysik gehören unter anderem die Kartierung von Einteilchen-Anregungen jenseits der schwersten magischen Neutronenzahl N=126 und die Bestimmung der Energien einzelner Protonen bei der magischen Zahl N=126.

Seine führende Rolle bei internationalen Experimentprogrammen an den Beschleunigeranlagen für Ionenstrahlen bei GSI/FAIR in Deutschland und bei RIKEN Radioactive Isotope Beam Factory (RIBF) in Japan hat es ermöglicht, neue Kernphänomene zu erforschen – häufig in bislang schwer zugänglichen Bereichen der Nuklidkarte. Er war maßgeblich für Bereitstellung und wissenschaftliche Nutzung grundlegender Forschungsinstrumentierung an diesen Einrichtungen verantwortlich, insbesondere für die DESPEC-Infrastruktur (DEcay SPECtroscopy) an FAIR und das EURICA-System (EUroball-RIKEN Cluster Array) am RIBF. Als Sprecher der NUSTAR-Kollaboration vertritt er mehr als 600 registrierte Forschende an FAIR. (IoP/BP)

Weitere Informationen

Mitteilung des IoP

Über Professor Zsolt Podolyák

Über NUSTAR



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