Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission und GSI/FAIR loten engere Kooperation aus
15.09.2026 |
Eine hochrangige Delegation der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission besuchte GSI/FAIR am 11. September 2026, um Möglichkeiten für eine engere Kooperation in Wissenschaft und Technologie und für „Science for EU Policies“ auszuloten.
Europas große Forschungsinfrastrukturen wurden geschaffen, um die Grenzen des Wissens zu erweitern. Ihre Auswirkungen reichen jedoch zunehmend weit über die Wissenschaft hinaus und erstrecken sich auf fortschrittliche Technologien, neue Lösungen und Anwendungen, Kompetenzen und Talente, industrielle Fähigkeiten sowie die für die Gestaltung der öffentlichen Politik erforderlichen Erkenntnisse. Vor diesem Hintergrund wurde bei dem Besuch ein Dialog darüber eröffnet, wie die sich ergänzenden Stärken von GFS und GSI/FAIR die Grundlage für eine strukturiertere, langfristige Partnerschaft bilden könnten.
Die GFS-Delegation wurde von Sabine Henzler, Direktorin der GFS-Direktion A (Strategie und Wirkung), und Ulla Engelmann, Direktorin der GFS-Direktion G (Nukleare Sicherheit und Sicherung), geleitet und von Professor Thomas Nilsson, Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI und FAIR, zusammen mit Vertreter*innen der Forschungs- und Managementteams von GSI/FAIR empfangen.
Nach einer Einführung in die wissenschaftlichen Ziele und Aktivitäten von GSI und FAIR besuchte die Delegation die FAIR-Baustelle. Auf dem Programm standen der SIS100-Beschleuniger, die Technologie supraleitender Magnete und die Versuchsanlage Super-FRS. Die Besucher besichtigten außerdem die GSI/FAIR-Biophysik, wo bahnbrechende Forschung und Technologie mit Ionenstrahlen den Grundstein für die Kohlenstoffionen-Krebstherapie in Europa legten; zwischen 1997 und 2008 wurden bei GSI 440 Patient*innen behandelt.
Der Besuch spiegelt zudem zentrale Prioritäten der High-Tech-Agenda Deutschland (HTAD) wider – von strategischen Investitionen in Forschungsinfrastrukturen sowie Wissens- und Technologietransfer bis hin zu Talentförderung und europäischer Zusammenarbeit. Durch die Bündelung wissenschaftlicher und technologischer Kompetenzen auf deutscher und europäischer Ebene können GSI/FAIR und GFS dazu beitragen, Forschungsfortschritte in Innovationen und Zukunftswert umzusetzen und gleichzeitig Lösungen für komplexe Herausforderungen zu entwickeln, unter anderem im Gesundheitsbereich (von der Krebsbehandlung bis hin zur menschlichen Gesundheit im Weltraum) und bei Fusionsenergietechnologien.
„Große Forschungsinfrastrukturen wie GSI und FAIR sind nicht nur Zentren wissenschaftlicher Exzellenz. Sie entwickeln fortschrittliche Technologien, bringen internationale Talente zusammen und schaffen Kompetenzen von strategischer Bedeutung für Deutschland und Europa. Eine engere Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Forschungsstelle bietet eine wichtige Chance, auf diesen Stärken aufzubauen, den Weg von der Forschung zur Anwendung zu beschleunigen und zu Lösungen für große gesellschaftliche Herausforderungen beizutragen“, sagte Professor Thomas Nilsson.
Bei den Gesprächen während des Besuchs wurde eine breite Palette von Bereichen identifiziert, in denen sich das Fachwissen und die Infrastrukturen von GFS und GSI/FAIR ergänzen könnten – von Beschleuniger- und Detektortechnologien über kernphysikalische Forschung und Target-Herstellung bis hin zu fortschrittlichen Werkstoffen, Anwendungen im Gesundheitswesen sowie Daten- und Digitaltechnologien.
Die Gespräche befassten sich zudem mit dem Thema „Science for EU Policies“ und der umfassenderen Rolle, die große Forschungsinfrastrukturen bei der Förderung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, der strategischen Vorausschau, der Kompetenzentwicklung und der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit spielen können.
GSI, FAIR und GFS erarbeiten derzeit ein Memorandum of Understanding (MoU), um einen strukturierten Rahmen für eine langfristige Zusammenarbeit zu schaffen. Das MoU, das sowohl die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit als auch „Science for EU Policies“ umfasst, würde Bereiche gemeinsamer wissenschaftlicher Expertise mit übergeordneten europäischen Prioritäten verknüpfen. Der Besuch war ein wichtiger Schritt, um gemeinsame Interessen in konkrete zukünftige Aktivitäten umzusetzen. (CP)


















