Ausstellung zum FAIR-Bau in der Architektur Galerie Berlin
Form Follow Beam von ion42 / DGI Bauwerk • schneider+schumacher
08.09.2026 |
FAIR ist ein Teilchenbeschleuniger der Superlative. Wie seine Architektur entsteht, zeigt die Ausstellung ‚Form Follows Beam. Architektur für einen Teilchenbeschleuniger‘ in der Architektur Galerie Berlin. Vom 4. September bis 10. Oktober 2026 gibt die Arbeitsgemeinschaft ion42 (DGI Bauwerk und schneider+schumacher) mit Fotos und multimedialen Inhalten Einblick in den Bau der Mega-Forschungsanlage. Eröffnung war am 3. September.
Nach der Begrüßung zur Ausstellungseröffnung durch Galerieleiter Ulrich Müller, erläuterte Dr. Ingo Peter, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die wissenschaftliche Bedeutung: „Das Beschleunigerzentrum FAIR, Facility for Antiproton and Ion Research, das derzeit am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entsteht, spielt eine zentrale Rolle für die Bedeutung des Wissenschaftsstandortes Deutschland im internationalen Vergleich. Mit FAIR entsteht eine einzigartige Forschungsinfrastruktur: Ein unterirdischer Ringbeschleuniger mit 1.100 Metern Umfang, Speicherringen und Experimentierstationen. Hier können Forscher*innen in nie dagewesenen Experimenten das Universum im Labor simulieren. Doch einzigartig ist nicht nur die Forschung, sondern auch die Architektur. Genau deswegen sind wir heute hier, um zu zeigen, wie Wissenschaft und Design eine spannende und einmalige Einheit bilden.“
Die Architekten Bernd Tibes und Kai Otto erläuterten die Ursprünge, als sich für die Aufgabe der Planung eines Projekts dieser Größenordnung die beide Büros DGI Bauwerk und schneider+schumacher zur Arge ion42 zusammenschlossen. Deren Name kombiniert das Wort Ion (geladenes Teilchen) und die Zahl 42, die in Douglas Adams‘ Kultklassiker Per Anhalter durch die Galaxis die Antwort auf die „endgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ ist.
Die Ausstellung veranschaulicht die Komplexität der Planungs- und Bauzeit anhand von Plänen, Texten und Modellen. Ergänzt werden diese Informationen durch Fotografien von Kirsten Bucher und Norbert Miguletz, die die außergewöhnlichen Dimensionen der Baustelle und deren Fortschritt seit Jahren im monatlichen Wechsel dokumentieren. Dieses Material zuzüglich weiterer Texte und Erläuterungen bildet den Inhalt des Buches „Form Follows Beam“, das zu diesem Anlass bei Park Books erschienen ist. Es zeigt nicht nur die Herausforderungen des Projekts, sondern macht die zentrale Rolle der architektonischen Gestaltung deutlich, die bei Bauten mit derart von technischen Anforderungen bestimmten Anlagen häufig verborgen bleibt. In diesem Sinn sind Ausstellung und Buch ein beeindruckendes Zeugnis für die erfolgreiche Arbeit an den Schnittstellen Architektur/Infrastruktur und Architektur/Wissenschaft.
schneider+schumacher wurde 1988 von Till Schneider und Michael Schumacher in Frankfurt am Main gegründet und hat heute Niederlassungen in Berlin, Frankfurt am Main, Wien sowie Tianjin und Shenzhen (China). DGI Bauwerk wurde 1985 von Bernd Tibes in Berlin gegründet und hat Niederlassungen in Frankfurt am Main und Hamburg, 2025 erfolgte der Zusammenschluss mit léonwohlhage Architekten. (LW/ion42)




















