Technischer Defekt als Brandursache bestätigt
05.05.2026 |
Nach dem Brandereignis im Bereich der elektrischen Hochspannungsversorgung des Linearbeschleuniger UNILAC am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung Anfang Februar 2026 sind die Untersuchungen vor Ort zur Brandursache nun abgeschlossen. In den vergangenen Wochen hat das Hessische Landeskriminalamt hierzu die entsprechenden Ermittlungen durchgeführt und als Ergebnis einen wahrscheinlich technischen Defekt innerhalb eines Schaltschranks als ursächlich für das Brandereignis festgestellt. Damit hat sich die ursprüngliche Annahme zur Brandursache bestätigt.
Im Rahmen der polizeilichen Untersuchungen haben sich die Ermittlungsbehörden ein umfassendes Bild vom Brandort und den angrenzenden Räumlichkeiten verschafft. Vorbereitende Maßnahmen, darunter die Entfernung einzelner Dach- und Gebäudebereiche sowie beschädigter technischer Einrichtungen, erfolgten auf Grundlage der polizeilichen Vorgaben und dienten der vollständigen Sicherung des Lagebildes.
Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen können nun die weiteren Aufräum- sowie Instandsetzungsarbeiten am Brandort und an den dortigen technischen Anlagen aufgenommen werden. In den angrenzenden, ebenfalls vom Brand betroffenen Bereichen wurden bereits kurz nach dem Ereignis Reinigungs- und Wiederherstellungsarbeiten durchgeführt. Ein Großteil der Räumlichkeiten steht den Beschäftigten inzwischen wieder zur Nutzung zur Verfügung.
Die Wiederherstellung der beschädigten GSI-Infrastruktur hat oberste Priorität, um den Betrieb der GSI-Anlagen möglichst schnell und zuverlässig wieder aufnehmen zu können. Aufgrund des erheblichen Schadensumfangs wird die vollumfängliche Wiederherstellung allerdings einen erheblichen Zeitraum erfordern. Daher werden zurzeit technisch alternative Lösungen bei GSI erarbeitet, um die Weiterführung des wissenschaftlichen Forschungsbetriebs bei GSI und der schrittweisen Inbetriebnahme von FAIR sicherzustellen.
Da sich das Brandgeschehen auf den Bereich der Hochspannungsversorgung des UNILAC beschränkte, sind andere Bereiche des GSI-Campus unversehrt geblieben, darunter der Höchstleistungslaser PHELIX und der Speicherring CRYRING. Erfreulicherweise können daher die Experimente am PHELIX weiterhin wie vorgesehen durchgeführt werden. Auch am CRYRING soll der Forschungsbetrieb wie geplant im September 2026 mit seinem wissenschaftlichen Programm wieder aufgenommen werden.
Die laufenden Installations- und Inbetriebnahmetätigkeiten auf der FAIR-Baustelle für die technische Gebäudeausrüstung und für die Beschleunigeranlagen werden unverändert planmäßig weitergeführt. Für die zukünftige Phase, in der die GSI-Anlage als Injektor für FAIR erforderlich ist, werden derzeit GSI-seitig technisch alternative Lösungen entwickelt. (JL)
















