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25.11.2016 | Christoph-Schmelzer-Preis 2016 an drei junge Wissenschaftlerinnen verliehen

Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum

Verleihung des Christoph-Schmelzer-Preises

 

Drei junge Wissenschaftlerinnen sind in diesem Jahr mit dem Christoph-Schmelzer-Preis ausgezeichnet worden. Bianca Berndt von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Marta Rovituso vom Forschungsinstitut TIFPA (Trento/Italien) sowie Dr. Maria Saager vom Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg haben die Auszeichnung am 24. November am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entgegengenommen. Mit der Preisverleihung prämiert der Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V. jährlich herausragende Master- bzw. Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Tumortherapie mit Ionenstrahlen.

Grußworte sprachen Professor Gerhard Kraft, der Initiator der Krebstherapie mit Ionenstrahlen und Begründer der biophysikalischen Forschungsabteilung bei GSI, sowie Professor Karlheinz Langanke, der wissenschaftliche Geschäftsführer von GSI. Zuvor hatte Dr. Dieter Schardt, Vorsitzender des Fördervereins, die Teilnehmer begrüßt. Den Festvortrag hielt Professor Rita Engenhart-Cabillic von der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH.

In ihrer Masterarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Betreuerin: Professorin Katia Parodi) hat Bianca Berndt CT-Daten von Patienten in der Protonentherapie analysiert. Sie setzte dafür im Rahmen ihrer Masterarbeit zum Thema „DECT-basierte Gewebesegmentierung als Grundlage für Monte Carlo Simulationen zur Verifikation von Protonenbestrahlung mit Hilfe von PET-Bildgebung“ eine spezielle Computertomografie-Methode ein, um sowohl die Dichte als auch die Elementzusammensetzung des Gewebes zu analysieren. Ziel ist es, mit ihren Untersuchungen die Genauigkeit der Dosisüberprüfung mittels PET beim Patienten zu verbessern.

In ihrer Dissertation an der TU Darmstadt (Betreuer: Professor Marco Durante) hat Dr. Marta Rovituso Untersuchungen im Hinblick auf einen möglichen Einsatz von Helium-Ionenstrahlen in der Tumortherapie durchgeführt. 4He-Ionenstrahlen könnten beim Einsatz in der Tumortherapie eine gute Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten zwischen Protonen- und Kohlenstoff-Ionen darstellen. Mit ihrer Arbeit „Fragmentierung und laterale Streuung von 120 und 200 MeV/u 4He-Strahlen in Wassertargets“ hat Marta Rovituso die physikalischen Eigenschaften von 4He-Ionenstrahlen in dem für die Therapie relevanten Energiebereich zwischen 120 und 200 MeV/u untersucht. Damit konnte die Lücke der experimentellen Messdaten in diesem Energiebereich gefüllt werden, zudem konnten genaue Daten zum Benchmarking von Monte-Carlo-Simulationen bereitgestellt werden.

Dr. Maria Saager hat sich in ihrer Dissertation an der Universität Heidelberg (Betreuer: Professor Christian Karger) mit der „Bestimmung der relativen biologischen Wirksamkeit von Kohlenstoff-Ionen im zervikalen Rückenmark der Ratte“ befasst und zum besseren Verständnis der Wirkungsweise der Schwerionentherapie im Normalgewebe des Zentralen Nervensystems (ZNS) relativ zu einer Photonen-Bestrahlung beigetragen. Das ZNS stellt in der Kohlenstofftherapie eines der kritischsten Risikoorgane dar. Für die Sicherheit der Patienten ist die genaue Berechnung der Relativen Biologischen Wirksamkeit (RBW) mit Hilfe des Local Effect Modells von entscheidender Bedeutung. Mit der vorliegenden Studie wurde eine umfangreiche Datenbasis etabliert, mit der die in der Bestrahlungsplanung verwendeten RBW-Modelle validiert werden können. Außerdem wurde die abschwächende Wirkung eines ACE-Hemmers zum Schutz des gesunden ZNS-Gewebes untersucht.

Das Preisgeld beträgt für die Masterarbeit 750 Euro und für die Dissertationen jeweils 1500 Euro. Benannt ist die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen wird, nach Christoph Schmelzer, dem Mitbegründer und ersten Wissenschaftlichen Geschäftsführer von GSI. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH, in dem die Schwerionentherapie in Deutschland in den 1990er Jahren bis zur klinischen Reife entwickelt wurde, bietet traditionell den passenden Rahmen für die jährliche Festveranstaltung.

Der Verein zur Förderung der Tumortherapie fördert Aktivitäten im Rahmen des Forschungsprojekts „Tumortherapie mit schweren Ionen" bei GSI mit dem Ziel, durch Weiterentwicklung des Systems die Behandlung von Tumoren zu verbessern und der allgemeinen Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen. An der Beschleunigeranlage bei GSI wurden im Rahmen eines Pilotprojekts  von 1997 bis 2008 über 400 Patienten mit Tumoren, in der Regel im Kopf, mit Ionenstrahlen behandelt. Die Heilungsraten dieser Methode liegen zum Teil bei über 90 Prozent und die Nebenwirkungen sind sehr gering. Am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) werden Patienten seit 2009 routinemäßig mit schweren Ionen behandelt. Am 11. November 2015 wurde das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum eröffnet und damit eine zweite große Therapie-Anlage mit 12C-Ionen und Protonen in Deutschland in Betrieb genommen.


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Verleihung des Christoph-Schmelzer-Preises
Von links: Dr. Dieter Schardt, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V, Dr. Marta Rovituso, Bianca Berndt, Dr. Maria Saager und Professor Gerhard Kraft, der Initiator der Krebstherapie mit Ionenstrahlen und Begründer der biophysikalischen Forschungsabteilung bei GSI.
Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum