Die GSI Exotic Nuclei Community (GENCO) würdigt jährlich herausragende Leistungen von wissenschaftlichem Nachwuchs auf dem Gebiet der exotischen Kerne und schweren Elemente mit dem ‚GENCO Young Scientist Award’. 2015 wurde der Preis an die beiden Nachwuchsforscher Kara Marie Lynch vom CERN und Christophe Rappold von der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung vergeben. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 500 Euro dotiert und wurde ihm Rahmen einer Festveranstaltung verliehen.

Lynch erhielt ihren Preis für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Untersuchung von Strahlung, die beim radioaktiven Zerfall eines Atomkerns auftritt. Mit Hilfe von Lasersystemen gelang es ihr, Atomkerne mit exotischen Eigenschaften zu erzeugen und zu untersuchen. Ihr besonderes Interesse galt dabei Atomkernen mit relativ wenigen Neutronen. Durch die Untersuchung des Zerfalls und der Struktur dieser Atomkerne konnte sie nachweisen, dass der Kern durch die zwischen den Kernbausteinen wirkende Kraft deformiert ist. Die neuen Ergebnisse helfen dabei, die sogenannte starke Kraft, eine der vier fundamentalen Kräfte des Standardmodells der Physik, besser zu verstehen.

Rappold hat ein neues, universelles Verfahren entwickelt, durch das er sogenannte seltsame Materie erzeugen und untersuchen kann, die sonst nur in Neutronensternen zu finden ist. Die Grundbausteine der gesamten Materie sind die Quarks. Davon gibt es insgesamt sechs Varianten, wobei nur zwei auf der Erde vorkommen. In seinen Experimenten gelang es Rappold neue Atomkerne zu erzeugen die kurzlebige seltsame Quarks enthalten. Die Untersuchung von Atomkernen mit  seltsamen Quarks ermöglicht Einblicke in Materiezustände, wie sie sonst nur im Inneren von Neutronensternen vorkommen.

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