Bei GSI entsteht das neue Beschleunigerzentrum FAIR. Erfahren Sie mehr.

/fileadmin/oeffentlichkeitsarbeit/logos/_svg/FAIR_Logo.svg
/fileadmin/oeffentlichkeitsarbeit/logos/_svg/2017_H_Logo_RGB_untereinander_DE.svg

Gefördert von

Außenstellen

Holthusen-Preis für Thomas Friedrich

29.06.2020

Der GSI-Physiker Dr. Thomas Friedrich aus der Forschungsabteilung Biophysik ist Preisträger des Hermann-Holthusen-Preises 2020. Der Wissenschaftspreis wird von der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO) für herausragende Habilitationsschriften auf dem Gebiet der Strahlentherapie, Strahlenbiologie, medizinischen Strahlenphysik und -technik vergeben. Mit der Preisverleihung honoriert die Fachgesellschaft die hohe wissenschaftliche Qualität der Arbeit von Thomas Friedrich.

Thomas Friedrich forscht daran, wie man die Wirkung von Strahlung auf Zellen und Gewebe in Abhängigkeit ihrer physikalischen Eigenschaften wie Strahlenart, Dosis und Energie beschreiben kann. In seiner Habilitationsschrift geht es insbesondere um die Beschreibung und Vorhersage der erhöhten Wirkung von Ionenstrahlung. Dies ist vor allem in der Tumortherapie mit geladenen Teilchen ein wichtiger Faktor. Seine Beiträge in diesem Bereich befassen sich mit der Entwicklung eines entsprechenden mathematischen Formalismus, sowie allgemein mit Methoden und Strategien zum Bewerten und Testen solcher Modelle.

Dabei gelang es, ausgehend von dem bei GSI entwickelten "Local Effect Model", das seit langem in der Teilchentherapie eingesetzt wird, die Konsistenz der erarbeiteten Modellierungsansätze auch durch Anwendung auf andere Strahlenarten zu zeigen. Hierzu wurde nachgewiesen, dass mit einem einheitlichen Konzept eine Reihe von Strahleneffekten nach verschiedenen Bestrahlungsszenarien beschrieben und vorhergesagt werden kann. Dies umfasst eine große Bandbreite von Ionensorten und Teilchenenergien – von fast stoppenden Teilchen bis hin zu sehr schnellen Teilchen mit Energien, wie sie das künftige Beschleunigerzentrum FAIR, das derzeit bei GSI entsteht, mit bisher unerreichten Möglichkeiten bereitstellen wird.

Die erarbeiteten Methoden und Ergebnisse der ausgezeichneten Forschungsarbeit von Thomas Friedrich sind zudem ein Beitrag zur translationalen Forschung an der Schnittstelle zwischen experimenteller und klinischer Wissenschaft: Er spannt damit den Bogen von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung von Forschungsergebnissen.

Thomas Friedrich studierte an der Technischen Universität Darmstadt und promovierte am dortigen Institut für Kernphysik. Im Jahr 2008 kam er als Postdoc zu GSI in die Abteilung Biophysik. Seitdem arbeitet er im Umfeld der biophysikalischen Modellierung zur Vorhersage von Strahlenwirkung. Seit 2015 ist er hier als Senior Scientist tätig. Für seine Forschung hat er schon zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung. Neben seiner Forschungstätigkeit beim GSI Helmholtzzentrum lehrt Thomas Friedrich als Privatdozent am Fachbereich Physik der TU Darmstadt und bietet dort Physik-Grundvorlesungen sowie weiterführende Veranstaltungen im Bereich der Strahlenbiophysik an. Zudem betreut er Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten.

Gemeinsam mit Thomas Friedrich wird der Mediziner Dr. Constantinos Zamboglou vom Universitätsklinikum Freiburg mit dem Holthusenpreis 2020 ausgezeichnet. Er beschäftigt sich mit präklinischen und klinischen Untersuchungen zur Implementierung spezieller bildgebender Verfahren in die Bestrahlungsplanung von Patienten mit Prostatakarzinom. (BP)

Weitere Informationen

Mehr zum Hermann-Holthusen-Preis


/fileadmin/oeffentlichkeitsarbeit/Aktuelles/2020/Friedrich.jpg
Dr. Thomas Friedrich
Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Loading...