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Experimentalphysiker Heinz-Jürgen Kluge erhält renommierte Auszeichnung der DPG

Foto: privat

Professor Heinz-Jürgen Kluge

 

28.11.2019

Professor Heinz-Jürgen Kluge ist mit dem renommierten Robert-Wichard-Pohl-Preis 2020 ausgezeichnet worden. Das hat die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) vor Kurzem beim „Tag der DPG“ bekannt gegeben. Der frühere Leiter des Bereichs Atomphysik des GSI Helmholzzentrums für Schwerionenforschung und Forschungsdirektor wird die Auszeichnung im März 2020 während der DPG-Jahrestagung in Bonn entgegennehmen.

Verliehen wird der Robert-Wichard-Pohl-Preis „für hervorragende Beiträge zur Physik, die eine besondere Ausstrahlung auf andere Disziplinen in Wissenschaft und Technik haben, sowie für außergewöhnliche Leistungen in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis, in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik“. In der Entscheidungsbegründung hob die DPG Jürgen Kluges „wegweisende Experimente und Präzisionsmessungen auf dem Gebiet der Atom- und Kernphysik“ hervor. „Dabei hat er sich nicht nur als genialer Forscher erwiesen, sondern auch als motivierender Lehrer. Sein kreatives gesellschaftliches Engagement hat sich auch in der Einrichtung von Symposien für Schülerinnen und Schüler gezeigt.“

Jürgen Kluge studierte Physik an der Universität Bonn und der Universität Heidelberg, wo er 1970 promoviert wurde. Als Post-Doktorand war er am europäischen Kernforschungszentrum CERN tätig, wo er mit optischer Spektroskopie die Eigenschaften kurzlebiger, neutronenarmer Quecksilber-Isotope am on-line Isotopenseparator ISOLDE untersuchte. 1972 wurde er Assistent für Experimentalphysik an der Universität Mainz, an der er sich 1975 habilitierte. Er folgten Rufe als Professor für Physik an die Universitäten Mainz (1978) und Heidelberg (1994).

Seit den 1980er Jahren war Jürgen Kluge eng mit GSI verbunden, von 1989 bis 1992 als stellvertretender Vorsitzender des Programmkomitees, als Experimentator, der den Linearbeschleuniger UNILAC nutzte, ab 1994 als Leiter des Bereichs Atomphysik und von 1999 bis 2005 als Forschungsdirektor von GSI. Am CERN war er von 1983 bis 1984 Sprecher der ISOLDE-Kollaboration und von 1985 bis 1987 Leiter der ISOLDE-Physik-Gruppe sowie von 1984 bis 1987 und von 2000 bis 2004 Mitglied der Programmkomitees PSCC bzw. INTC.

Jürgen Kluge hat mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten herausragende Ergebnisse auf dem Gebiet der optischen Spektroskopie und Massenspektroskopie erzielt. Er gilt als Pionier der Entwicklung von höchst-auflösenden Penning-Fallen zur Massenspektrometrie instabiler Kerne an Beschleunigern und entwickelte neue Techniken zum Speichern, Kühlen und Studium von Radionukliden und hochgeladenen Ionen. Zusammen mit seinen Studierenden von der Universität Mainz baute er 1985 das ISOLTRAP-Experiment an ISOLDE auf, das Vorreiter war für ähnliche Anlagen am Argonne National Laboratory, USA, am National Superconducting Laboratory, USA, am TRIUMF, Kanada, in Jyväslylä, Finnland, und auch für TRIGATRAP am Reaktor in Mainz und SHIPTRAP bei GSI, das die Spektroskopie an den schwersten Elementen erlaubt und das er 1998 vorschlug. 1994 initiierte er ein neuartiges Fallenexperiment an der Universität Mainz, mit dem das magnetische Moment des Elektrons eines einzelnen gespeicherten wasserstoffähnlichen 12C-Ions gemessen werden konnte. Dies führte zu einer genaueren Bestimmung der Elektronenmasse und dem Vorschlag, HITRAP hinter dem Speicherring ESR an der GSI aufzubauen. Mit dieser einzigartigen Experimentiereinrichtung für hochpräzise Experimente an hochgeladenen Ionen bis hin zu U91+ sollen Messungen zum Test der Quantenelektrodynamik in extrem starken elektromagnetischen Feldern durchgeführt werden.

Für seine herausragenden Forschungsarbeiten erhielt der experimentelle Atom- und Kernphysiker bereits zahlreiche Auszeichnungen, und zwar 1990 den Helmholtz-Preis für seine Arbeiten zur Spurenanalytik mit Lasern, 2005 wurde er Fellow der American Physical Society, 2006 wurde er mit dem Lise-Meitner-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft, 2008 mit der IUPAP Senior Scientist Medal in Fundamental Metrology und 2013 mit dem G.N. Flerov-Preis ausgezeichnet. (BP)


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Professor Heinz-Jürgen Kluge
Foto: privat