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Christoph-Schmelzer-Preis 2019 für zwei junge Forschende

Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

Gruppenfoto mit den Preisträgern

 

25.11.2019

In diesem Jahr wurde der Christoph-Schmelzer-Preis für zwei Doktorarbeiten vergeben: Dr. Sonja Schellhammer vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und Dr. Sebastian Meyer von der Ludwig-Maximilians-Universität München wurden am 21. November bei GSI und FAIR ausgezeichnet. Mit dem Preis prämiert der Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V. jährlich herausragende Master- bzw. Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Tumortherapie mit Ionenstrahlen.

Grußworte zum 21. Christoph-Schmelzer-Preis sprachen Professor Paolo Giubellino, Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI und FAIR, Professor Gerhard Kraft, der Begründer und ehemalige Bereichsleiter der GSI-Biophysik. Auch Dr. Hartmut Eickhoff, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, begrüßte die Teilnehmenden. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus vom Universitätsklinikum Heidelberg und Direktor der dortigen Radiologischen Klinik. Er berichtete über Langzeiterfahrungen zur Strahlentherapie mit Schwerionen und von aktuellen Studienergebnissen.

In ihrer Dissertation an der TU Dresden hat Dr. Sonja Schellhammer die Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) während der Behandlung mit Protonenstrahlenuntersucht. Langfristiges Ziel dieser Kombination ist die präzisere Lokalisation des Tumorvolumens. Am Institut für Radioonkologie (OncoRay) des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf wurde im Jahre 2017 die weltweit erste Anlage errichtet, bei der ein Magnetresonanztomograph in eine Protonenstrahlführung integriert ist. Schellhammers Arbeit mit dem Titel „Technical Feasibilityof MR-Integrated Proton Therapy: Beam Deflection and Image Quality“ analysiert sowohl die Auswirkung der MRT-Magnetfelder auf den Protonenstrahl als auch die Auswirkung der Protonenstrahlführung auf die Qualität des entstehenden MRT-Bildes.

Dr. Sebastian Meyer untersuchte im Rahmen seiner Promotion, ob Ionenstrahl-Computer-Tomographie anstatt Röntgen-Computertomographie Potential für klinischen Einsatz hat und welche verschiedenen Detektorsysteme und Ionenspezies sich eignen würden. Dazu simulierte er CT-Bilder, die mithilfe von Protonen, Helium- und Kohlenstoff-Ionenstrahlen gewonnen werden können. Außerdem evaluierte er in seiner Doktorarbeit mit dem Titel “On the Clinical Potential of Ion Computed Tomography with Different Detector Systems and Ion Species“ die Integration dieser Bilder in die Tumorbehandlungsplanung und die daraus resultierende Verbesserung der Bestrahlungsgenauigkeit.

Das Preisgeld beträgt jeweils 1500 Euro. Diese nunmehr 21. Preisverleihung bedeutet eine langjährige Kontinuität in der Förderung von Nachwuchs auf dem Gebiet der Tumortherapie mit Ionenstrahlen. Die Themen der wissenschaftlichen Arbeiten sind von grundlegender Bedeutung für die Weiterentwicklung der Ionenstrahltherapie, da die Ergebnisse der prämierten Arbeiten oftmals Einzug in die klinische Anwendung finden. Benannt ist die Auszeichnung nach Professor Christoph Schmelzer, dem Mitbegründer und ersten Wissenschaftlichen Geschäftsführer von GSI. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, wo die Schwerionentherapie in Deutschland in den 1990er Jahren bis zur klinischen Reife entwickelt wurde, bietet traditionell den passenden Rahmen für die jährliche Festveranstaltung.

Der Verein zur Förderung der Tumortherapie unterstützt Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Tumortherapie mit schweren Ionen mit dem Ziel, die Behandlung von Tumoren zu verbessern und der allgemeinen Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen. An der Beschleunigeranlage bei GSI wurden im Rahmen eines Pilotprojekts von 1997 bis 2008 über 400 Patienten mit Tumoren im Kopf- und Halsbereich mit Ionenstrahlen behandelt. Die Heilungsraten dieser Methode liegen zum Teil bei über 90 Prozent und die Nebenwirkungen sind sehr gering. Der Erfolg des Pilotprojektes führte zum Aufbau klinischer Ionenstrahltherapiezentren in Heidelberg und Marburg, an denen nun Patienten routinemäßig mit schweren Ionen behandelt werden. (LW)

Weitere Informationen:

Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V.


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Gruppenfoto mit den Preisträgern
v.l.: Dr. Hartmut Eickhoff, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, Preisträgerin Dr. Sonja Schellhammer, Dr. Jörg Pawelke, TU Dresden, Preisträger Dr. Sebastian Meyer, Prof. Dr. Katia Parodi, LMU München, Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus, Universitätsklinikum Heidelberg, Professor Gerhard Kraft, Begründer und ehemalige Bereichsleiter der GSI-Biophysik.
Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH