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Neue internationale Biophysik-Kollaboration trifft sich bei GSI und FAIR

Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

International Biophysics Collaboration Meeting

 

03.07.2019

Bei GSI und FAIR fand das erste Treffen der „International Biophysics Collaboration“ statt. Mehr als 200 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende aus aller Welt nahmen an der dreitägigen Konferenz teil. Die Kollaboration dient dazu die Möglichkeiten auszuschöpfen, die FAIR und andere neue Beschleunigeranlagen, in der biomedizinischen Anwendung von Ionenstrahlen bieten. Unter den hochkarätigen Speakern war auch Astronaut Reinhold Ewald.

Um die zukünftige biophysikalische Forschung an FAIR und an anderen großen Beschleunigeranlagen zu vernetzen, zu koordinieren und insgesamt zu stärken fand bei GSI und FAIR das erste Treffen der „International Biophysics Collaboration“ statt. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Professor Paolo Giubellino, Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI und FAIR, sowie von Professor Karlheinz Langanke, Forschungsdirektor von GSI und FAIR, und Professor Marco Durante, Leiter der Biophysik-Abteilung.

„Wir sind stolz auf den Erfolg dieses ersten Treffens der neuen internationalen Biophysik-Kollaboration“, sagte Giubellino. „FAIR wird der internationalen Biophysik-Community mit besonders hohen Energien und Intensitäten ganz neue Experimentiermöglichkeiten eröffnen. Die zahlreiche und rege Teilnahme an dem Treffen zeigt, wie wichtig das jetzt schon begonnene Forschungsprogramm FAIR-Phase 0 ist, im Hinblick auf die späteren einzigartigen Forschungsmöglichkeiten an der im Bau befindlichen Anlage FAIR. Als User-Facility ist es unsere Mission, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Zukunft die Möglichkeit für exzellente Forschung bieten. Die Rückmeldungen aus der Wissenschaftscommunity sind das beste Maß für die Qualität unserer Arbeit.“

„Wir sind begeistert von dem großen Interesse der Community am ersten Treffen der International Biophysics Collaboration“, so Durante. „Aus 27 Ländern auf allen fünf Kontinenten sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereist. Der Beginn der FAIR-Experimente mit FAIR-Phase 0 ist für uns der Anlass, um aus der bereits bestehenden Zusammenarbeit der User-Gruppen eine feste Kollaboration zu gründen. FAIR bietet der Biologie, der Medizin und der Raumfahrtforschung ganz neue Möglichkeiten. An den anderen neuen Anlagen, die sich gerade in Europa, Asien und den USA im Bau befinden, werden ebenfalls Forschungsprogramme in biomedizinischen Anwendungen entwickelt. Sie vernetzen sich deshalb in der FAIR-Kollaboration. In gemeinsamer Koordination wollen wir neue Forschungsprogramme und -instrumente für die Zukunft entwickeln.“

Einer der ersten Sprecher war Astronaut Reinhold Ewald: „Für eine Mission zum Mars ist noch Forschung in vielen Bereichen nötig. Wie verändern sich z.B. die Vitamine in der Astronautennahrung, wenn sie lange Zeit der Weltraumstrahlung ausgesetzt sind? Ich als Astronaut würde nur in die Rakete steigen, wenn vorher alle biologischen und physiochemischen Systeme unter möglichst realen Bedingungen auf der Erde getestet wurden. Es scheint so, als wäre das mit FAIR möglich“, sagte Ewald, der auch Professor am Institut für Raumfahrtsysteme an der Universität Stuttgart ist.

Zu den Highlight-Speakern gehörten außerdem Professor Gerhard Kraft, der die Kohlenstoff-Ionentherapie nach Europa gebracht und die Biophysikabteilung bei GSI gegründet hat, Professor Thomas Haberer, Wissenschaftlich-technische Leitung am Heidelberger Ionenstrahltherapiezentrum HIT und Professor Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie und Wissenschaftlich-medizinische Leitung am HIT. „Die langjährige Kooperation mit GSI wollen wir auch im Rahmen der FAIR-Forschung fortführen“, sagte Debus. „Sowohl die Biophysik als auch die Beschleunigerphysik bieten neue Technologien, die für klinische Anwendung interessant sind. Die große und internationale Resonanz beim ersten Treffen der International Biophysics Collaboration zeigt das Potential der biomedizinischen Anwendungen von Ionenstrahlen und spricht für die neue Kollaboration.“

Die internationalen Gäste sahen in dem Treffen eine Chance für neue Ideen und Zusammenarbeit. Prof. Vincenzo Patera von der Universität Rom, gewählter Sprecher der Kollaboration, sagte: „In der biophysikalischen Forschung brauchen wir ein umfassendes Netzwerk, das es vereinfacht Informationen auszutauschen, gemeinsam Fördermittel zu beantragen und Studierenden mehr Flexibilität bietet. Die neue International Biophysics Collaboration kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen und die Koordination der vielen kleineren Forschungsgruppen verbessern.“

Die Kollaboration soll über FAIR hinaus die Zusammenarbeit fördern und auch Experimente an andere neuen Teilchenbeschleunigern (NICA, RAON, FRIB, SPIRAL2, SPES, SEEIIST, ELI) umfassen. Dr. Sanja Damjanovic, Wissenschaftsministerin von Montenegro, präsentiert auf der Konferenz eine der neu geplanten Anlagen, das South East European International Institute for Sustainable Technologies (SEEIIST): „SEEIIST ist eine Anlage für Tumortherapie und biomedizinische Forschung, die zu 50% für Patientenbehandlung und zu 50% für Forschung genutzt werden soll. Unser Ziel ist es Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Ländern von Slowenien bis Griechenland eine regionale Möglichkeit für exzellente Forschung zu bieten.“

Das Treffen der International Biophysics Collaboration soll in Zukunft regelmäßig stattfinden. (LW)

Mehr Informationen:

Link to the paper on Physics Reports: Durante M., Golubev A., Park W.-Y., Trautmann C., Applied nuclear physics at the new high-energy particle accelerator facilities. Phys. Rep. 800 (2919) 1-38


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International Biophysics Collaboration Meeting
Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH