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Stern-Gerlach-Medaille: Renommierte Auszeichnung für Peter Braun-Munzinger und Johanna Stachel

Foto: DPG / Ove Arscholl

Auszeichnung mit der Stern-Gerlach-Medaille

 

15.04.2019

Professor Peter Braun-Munzinger, wissenschaftlicher Direktor des ExtreMe Matter Instituts EMMI am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, hat die renommierte Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) erhalten. Gemeinsam mit Peter Braun-Munzinger ist auch Professorin Johanna Stachel von der Universität Heidelberg ausgezeichnet worden. Die beiden Forscher erhalten den Preis für ihre heraus­ragenden Beiträge zum Bau und Betrieb zentraler Detektoren des ALICE Experiments am CERN Large Hadron Collider sowie zur Interpretation von Schwerionen­kollisionen und zum Verständnis der Phasen­struktur von Materie unter extremen Bedingungen. Verliehen wurde die Auszeichnung bei der DPG-Jahrestagung in Rostock.

Der 72 Jahre alte Kernphysiker Peter Braun-Munzinger, der sich vor allem mit ultrarelativistischen Schwerionenstößen und dem dabei erzeugten Quark-Gluon-Plasma befasst, leitete von 1996 bis 2011 die ALICE-Abteilung bei GSI und war in dieser Zeit auch als Professor an der TU Darmstadt tätig.  GSI hat von Beginn an eine führende Rolle bei Bau und wissenschaftlichem Programm von ALICE gespielt, einem der größten Experimente am europäischen Kernforschungszentrum CERN. Hauptziel von ALICE ist es, einen Materiezustand, der bis Sekundenbruchteile nach dem Urknall existierte, das „Quark-Gluon Plasma“, zu erforschen.

Professor Peter Braun-Munzinger studierte Physik an der Universität Heidelberg, wo er mit summa cum laude promovierte. Als Doktorand war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, danach folgte die Zeit als Post-Doktorand am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Ab 1976 war Braun-Munzinger an der State University of New York at Stony Brook, 1982 wurde er dort Full Professor. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er 1998 bis 2010 Projektleiter der „Time Projection Chamber“ von ALICE am CERN, von 2011 bis 2016 Vorsitzender des Collaboration Boards von ALICE und von 2011 bis 2014 Helmholtz-Professor bei GSI. Seit Oktober 2014 ist er Honorarprofessor an der Universität Heidelberg.

Von 1984 bis 1987 und erneut von 2000 bis 2002 war Braun-Munzinger außerdem Mitherausgeber von Physical Review Letters, einer der ältesten und angesehensten Fachzeitschriften in der Physik, die von der American Physical Society herausgegeben wird. Das wissenschaftliche Werk von Peter Braun-Munzinger wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt: Unter anderem wurde er 1994 Fellow der American Physical Society, 2011 Mitglied der Academia Europaea. Im Jahr 2014 erhielt er den Lise-Meitner-Preis. Nun kam die Verleihung der Stern-Gerlach-Medaille hinzu.

Auch die 64 Jahre alte Professorin Johanna Stachel, die jetzt als erste Frau die Stern-Gerlach-Medaille erhielt, ist über ALICE mit GSI verbunden. Die Kern- und Teilchenphysikerin, die an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Chemie und Physik studiert und mit summa cum laude promoviert hat, konzentriert sich bei ihrer Forschung auf das Verständnis der Kollisionen von Atomkernen mit ultra-relativistischen Energien.  Johanna Stachel lehrt an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Im Forschungszentrum CERN in Genf erforscht sie in Experimenten mit dem Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider das „Quark-Gluon-Plasma“und leitet das „Transition Radiation Detector“-Projekt bei ALICE; zudem ist sie Sprecherin des BMBF-Forschungsschwerpunkts ALICE. Von 2012 bis 2014 war sie Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Auch Johanna Stachels Wirken wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, unter anderem ist sie Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und hat das Bundesverdienstkreuz am Bande sowie den Lise-Meitner-Preis erhalten.

Professor Paolo Giubellino, Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI und FAIR und bis 2016 Sprecher des ALICE-Experiments, zeigte sich sehr erfreut über die aktuelle Auszeichnung für Braun-Munzinger und Stachel: „Sie haben beide außerordentliche Beiträge zur Physik der Schwerionen-Kollisionen geleistet. Ich bin sehr froh, dass Professor Peter Braun-Munzinger als wissenschaftlicher Direktor des ExtreMe Matter Instituts EMMI seine große Kompetenz bei GSI einbringt und Grundlegendes dazu beiträgt, neue Aspekte extremer Materie zu entdecken und zu verstehen. Auch für das wissenschaftliche Programm des künftigen Beschleunigerzentrums FAIR haben die wissenschaftlichen Arbeiten herausragende Bedeutung.“

Die Stern-Gerlach-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik. Sie wird jährlich verliehen. Der Preis besteht aus einer handgeschriebenen Urkunde aus Pergament und einer goldenen Medaille mit den Porträts der beiden Physiker Otto Stern und Walther Gerlach, nach denen auch der Stern-Gerlach-Versuch benannt ist, ein grundlegendes Experiment in der Physik. (BP)


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Auszeichnung mit der Stern-Gerlach-Medaille
Im Foto von links die beiden Preisträger Professor Peter Braun-Munzinger und Professorin Johanna Stachel gemeinsam mit dem Präsidenten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Professor Dieter Meschede.
Foto: DPG / Ove Arscholl