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Bei GSI entsteht das neue Beschleunigerzentrum FAIR. Erfahren Sie mehr.

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Erforschung kosmischer Strahlung: ESA und FAIR richten gemeinsame Summer School ein

Foto: J. Hosan/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

Schwerionensynchrotron SIS18

Copyright: ESA

Außenbordeinsatz

 

25.03.2019

Es ist ein neues hochkarätiges Angebot für internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und zugleich ein weiterer wichtiger Schritt für die kosmische Strahlenforschung: Gemeinsam werden die Europäische Weltraumorganisation ESA und das internationale Beschleunigerzentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research GmbH), das derzeit beim GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entsteht, eine Summer School für Strahlenforschung einrichten. Die „ESA-FAIR Radiation Summer School“ wurde nun auf Beschluss der beiden Einrichtungen ins Leben gerufen.

Mehr über die Auswirkungen hochenergetischer Strahlung auf den Menschen zu erfahren, gehört zu den entscheidenden Fragestellungen der Zukunft in der astronautischen Raumfahrt. Die genauere Erforschung ist eine der zentralen Aufgaben zum effektiven Schutz von Astronauten, trägt aber auch zu detaillierteren Erkenntnissen über Risiken von Strahlenbelastungen auf der Erde bei. Vor gut einem Jahr hatten ESA und FAIR eine enge Zusammenarbeit beschlossen und eine Kooperationsvereinbarung zur Erforschung kosmischer Strahlung unterzeichnet. Von dieser internationalen Kooperation können junge Forscher nun ganz besonders profitieren: Die neue Summer School ist ein direktes Ergebnis der damals vereinbarten gemeinsamen Aktivitäten der beiden Partner.

Für Studierende gibt es im Bereich der kosmischen Strahlenforschung bisher nur begrenzte Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Dies soll sich nun ändern. Die „ESA-FAIR Radiation Summer School“ will die besten internationalen Nachwuchswissenschaftler mit einem attraktiven Angebot anziehen und damit auch Darmstadts Profil als Weltraumforschungsstandort schärfen. Die Summer School wird sowohl auf dem Gelände des ESA-Satellitenkontrollzentrums ESOC als auch auf dem GSI- und FAIR-Campus abgehalten, um Studierende in der grundlegenden Schwerionen-Biophysik sowohl für terrestrische Anwendungen (beispielsweise medizinische Therapien) als auch für Weltraumanwendungen (beispielsweise Erkennung, Überwachung und Schutz von Weltraumstrahlung) auszubilden.

Jährlich im Spätsommer können 15 Doktorandinnen und Doktoranden sowie Post-Docs aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen mit Bezug zur Strahlenforschung – etwa Physik, Medizin oder Biologie – nach Darmstadt kommen. Jeweils im Frühjahr startet die Bewerbungsphase. Das Angebot wendet sich vorwiegend an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den ESA-Mitgliedsstaaten, aber auch darüber hinaus. Das wissenschaftlich hochkarätige Programm der Summer School beinhaltet unter anderem Vorträge von Experten, Besichtigungen von Einrichtungen in Darmstadt und praktische Schulungen und Forschungsmöglichkeiten bei GSI/FAIR. Dabei wechseln die Teilnehmenden zwischen den beiden Standorten ESOC und GSI/FAIR-Campus. Bei der praktischen Ausbildung haben die Studierenden auch die Möglichkeit, ihre Experimentideen unter Nutzung der Strahlzeit an den GSI-Beschleunigern im Rahmen des „FAIR-Phase 0“-Expermentierprogramms weiterzuentwickeln.

Die bestehende Beschleunigeranlage von GSI ist bereits die einzige in Europa, mit der alle in unserem Sonnensystem auftretenden Ionenstrahlen – vom Wasserstoff, dem leichtesten, bis zum Uran, dem schwersten – hergestellt werden können. Am künftigen Beschleunigerzentrum FAIR werden die Möglichkeiten erheblich erweitert: FAIR wird Experimente mit einem noch größeren Spektrum an Teilchenenergien und -intensitäten erlauben und die Zusammensetzung der kosmischen Strahlung so genau simulieren können wie keine andere Beschleunigeranlage.

Professor Marco Durante, Direktor der Abteilung Biophysik des GSI, freut sich auf die neue Schule: "Strahlung ist die Haupthürde für die menschliche Besiedelung des Sonnensystems. Wir müssen die jungen Studierenden ausbilden, um dieses Problem anzugehen. Die Abteilung Biophysik arbeitet seit vielen Jahren mit der ESA zusammen, um kosmische Strahlung mit unserem Beschleuniger auf der Erde zu simulieren und die Auswirkungen und mögliche Gegenmaßnahmen, beispielsweise Abschirmungen, zu untersuchen. Die Studierenden werden ein enormes Fachwissen in der Teilchenstrahlungsphysik und -biologie erwerben. Sie werden die zukünftigen führenden Köpfe auf diesem Gebiet sein und hoffentlich Strategien finden, um eine noch sicherere Erforschung des Weltraums zu ermöglichen."

Auch Thomas Reiter, ESA-Koordinator internationale Agenturen, erwartet, dass die Forschung zum Thema kosmische Strahlung profitiert und betont: „Die Summer School hebt gleichzeitig das Engagement der ESA hervor, die Ausbildung in den Disziplinen Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik zu fördern und Fachwissen zu generieren, das für die Aktivitäten der astronautischen Raumfahrt relevant ist. Die ESA-FAIR Radiation Summer School wird weltweit einzigartig sein und große Aufmerksamkeit in der internationalen Forschungsgemeinschaft erzeugen.“ (BP)

Mehr Informationen

Website zur ESA-FAIR Radiation Summer School


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Schwerionensynchrotron SIS18
Außenbordeinsatz
Praktische Schulungen und Forschungsmöglichkeiten bei GSI/FAIR sind ein wichtger Bestandteil des Programms der Summer School.
Die gemeinsame Summer School von ESA und FAIR wird die Erforschung der kosmischen Strahlung und ihrer Auswirkungen weiter voranbringen. Im Bild ESA-Astronaut Alexander Gerst während eines Außenbordeinsatzes.
Foto: J. Hosan/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Copyright: ESA