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22.11.2018 | Kleines Jubiläum bei der Verleihung des Christoph-Schmelzer-Preises

Foto: G. Otto, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Preisträger

 

Bereits zum 20. Mal zeichnete der Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V. junge Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen mit dem Christoph-Schmelzer-Preis aus. Der Verein honoriert die zwei besten Doktorarbeiten und die beste Masterarbeit des Jahres 2018 mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 1.500 Euro für eine Dissertation und 750 Euro für die Masterarbeit.

Am 22. November haben Dr. Christian Möhler (Universität Heidelberg), Dr. Patrick Wohlfahrt (TU Dresden) und Tabea Pfuhl (Universität Frankfurt) den Preis bei einer Festveranstaltung auf dem GSI-Campus in Darmstadt erhalten. Nach der Begrüßung durch Dr. Dieter Schardt, dem Vorstandsvorsitzenden des Fördervereins, und Grußworten von Gerhard Kraft, Initiator und entscheidender Wegbereiter der Tumortherapie am GSI Helmholtzzentrum, wurden die Preise im feierlichen Rahmen übergeben.

In ihrer Masterarbeit an der Universität Frankfurt hatte Tabea Pfuhl zum Ziel, die Dosisaufbau-Effekte beim Eindringen von Protonenstrahlung in Gewebe oder Wasser präzise zu vermessen und mit Simulationsrechnungen zu vergleichen. Mithilfe eines durchdachten Experimentaufbaus gelang es ihr, die Beiträge der Delta-Elektronen abzutrennen und somit auch die Dosisanteile der ansonsten experimentell schwer zugänglichen nuklearen Targetfragmente zu bestimmen. Die Experimente zu ihren Untersuchungen hat sie an der Protonen-Therapieanlage in Trento in Italien durchgeführt.

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, dass beide Preisträger für Dissertationen, Dr. Christian Möhler und Dr. Patrick Wohlfahrt, gemeinsam am gleichen Thema gearbeitet haben. Sie haben auf dem Gebiet der Reichweitenberechnung mittels Zwei-Spektren-Computertomografie umfassende und richtungsweisende Studien durchgeführt. Darüber hinaus haben sie es geschafft, ihre Erkenntnisse schrittweise in die klinische Anwendung zu überführen.

Diese nunmehr 20. Preisverleihung bedeutet eine langjährige Kontinuität in der Förderung von Nachwuchs auf dem Gebiet der Tumortherapie mit Ionenstrahlen. Die Themen der wissenschaftlichen Arbeiten sind von grundlegender Bedeutung für die Weiterentwicklung der Ionentherapie, da die Ergebnisse der prämierten Arbeiten oftmals Einzug in die klinische Anwendung finden. Benannt ist die Auszeichnung nach Professor Christoph Schmelzer, dem Mitbegründer und ersten Wissenschaftlichen Geschäftsführer von GSI. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, wo die Schwerionentherapie in Deutschland in den 1990er Jahren bis zur klinischen Reife entwickelt wurde, bietet traditionell den passenden Rahmen für die jährliche Festveranstaltung.

Der Verein zur Förderung der Tumortherapie unterstützt Aktivitäten im Rahmen des Forschungsprojekts „Tumortherapie mit schweren Ionen" bei GSI mit dem Ziel, die Behandlung von Tumoren zu verbessern und der allgemeinen Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen. An der Beschleunigeranlage bei GSI wurden im Rahmen eines Pilotprojekts von 1997 bis 2008 über 400 Patienten mit Tumoren im Kopf- und Halsbereich mit Ionenstrahlen behandelt. Die Heilungsraten dieser Methode liegen zum Teil bei über 90 Prozent und die Nebenwirkungen sind sehr gering. Am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) werden Patienten seit 2009 routinemäßig mit schweren Ionen behandelt. (JL)


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Preisträger
Die Preisträger des Christoph-Schmelzer-Preises 2018 (v.l.): Dr. Patrick Wohlfahrt, Tabea Pfuhl, Dr. Christian Möhler.
Foto: G. Otto, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung