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16.08.2018 | Ruprecht-Karls-Preis für Dr. Andreas Samberg

Foto: christoph bastert PHOTOGRAPHIE

Preisverleihung

 

Für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Rahmen seiner Dissertation wurde Dr. Andreas Samberg mit dem Ruprecht-Karls-Preis ausgezeichnet. Die Stiftung Universität Heidelberg würdigt damit seine an der Universität Heidelberg und am ExtreMe Matter Institute EMMI bei GSI durchgeführte Forschung zur Theorie stark gekoppelter Quantensysteme.

Dr. Andreas Samberg wurde mit dem Ruprecht-Karls-Preis für seine Dissertation mit dem Titel “Applied String Theory, Hot and Cold: A Holographic View on Quark-Gluon Plasma and Superfluids“ ausgezeichnet. In seiner Forschungsarbeit verwendet Dr. Andreas Samberg Methoden aus der Stringtheorie, um stark wechselwirkende Quantensysteme durch schwach wechselwirkende Gravitationstheorien in einem höherdimensionalen Raum zu beschreiben. Das Prinzip dieser holographischen Dualität ist analog zu den bekannten Hologrammen auf Geldscheinen, die aus flachen Metallfilmen dreidimensionale Bilder erzeugen. Diese Dualität wendet Andreas Samberg zur Beschreibung der heißesten und der kältesten Materieformen im Universum an. Zum einen betrachtet er das Verhalten von schweren Quarks im Quark-Gluon Plasma, einem extrem heißen Materiezustand, der Mikrosekunden nach dem Urknall das Universum ausfüllte und heute am LHC-Beschleuniger am CERN erzeugt wird. Diesen Materiezustand untersucht er auch bei sehr hohen Dichten, wie sie zukünftig bei FAIR experimentell erreicht werden können. Zum anderen betrachtet er ein Phänomen, durch das Flüssigkeiten bei tiefen Temperaturen ohne Viskosität fließen: die so genannte Suprafluidität. Er entdeckt neue Aspekte der Dynamik dieses Materiezustands, insbesondere zur Turbulenz von Wirbeln bei starker Kopplung. Zweidimensionale Supraflüssigkeiten wie die hier untersuchte werden in zukünftigen Experimenten an ultrakalten Quantengasen realisiert werden können.

Die ausgezeichnete Promotion wurde unter der Betreuung von Professor Dr. Carlo Ewerz an der Universität Heidelberg und am ExtreMe Matter Institute EMMI bei GSI durchgeführt. Sie wurde durch GSI mit einem Stipendium im Rahmen der strategischen Kooperation mit der Universität gefördert. Während seiner Promotion war Andreas Samberg Mitglied der Heidelberg Graduate School of Fundamental Physics (HGSFP) sowie der Helmholtz Graduate School for Hadron and Ion Research (HGS-HIRe). Letztere unterstützte gemeinsam mit EMMI einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität Princeton (USA).

Der Ruprecht-Karls-Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird von der Stiftung Universität Heidelberg für herausragende Forschungsleistungen junger Nachwuchswissenschaftler der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg vergeben. Ausgezeichnet werden jährlich die fünf besten Doktorarbeiten aus allen Fachbereichen, die in einem mehrstufigen, universitätsweiten Verfahren ausgewählt werden. Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Festakts in der Alten Aula der Universität Heidelberg statt.


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Preisverleihung
Dr. Andreas Samberg (Bildmitte) erhält den Ruprecht-Karls-Preis von Dr. Karl Hahn (rechts im Bild), dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstands der Stiftung Universität Heidelberg, im Beisein des Rektors Professor Dr. Bernhard Eitel.
Foto: christoph bastert PHOTOGRAPHIE