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20.11.2017 | Gerhard Kraft ist Ehrenpräsident der ERRS

Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Der Ehrenpräsident der ERRS

 

Professor Gerhard Kraft, der ehemalige Leiter der Abteilung Biophysik beim GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, ist zum Ehrenpräsidenten der Europäischen Strahlenforschungsgesellschaft (European Radiation Research Society, ERRS) ernannt worden. Gerhard Kraft ist Initiator der Krebstherapie mit Ionenstrahlen und Begründer der biophysikalischen Forschungsabteilung bei GSI. Er wird mit der Ehrenfunktion für seine besonderen Verdienste vor allem in der Krebsforschung und der Schwerionentherapie geehrt.

Die Europäischen Strahlenforschungsgesellschaft ERRS (ehemals European Society of Radiation Biology) ist eine 1959 gegründete europäische Non-Profit-Organisation zur Förderung der Strahlenforschung. Sie dient dem wissenschaftlichen Austausch vor allem auf europäischer Ebene durch persönliche Kontakte und in jährlichen Konferenzen, die auch schon zu Zeiten des kalten Krieges eine transeuropäische Verbindung schufen. Die ERRS ist eine wichtige Plattform zur Diskussion neuer Erkenntnisse und Verfahren auf dem Gebiet der Strahlenforschung.

Das Verfahren für die von Gerhard Kraft initiierte Krebstherapie mit Ionenstrahlen war innerhalb von rund 20 Jahren bei GSI in Darmstadt von der physikalischen und biologischen Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung entwickelt worden. Krebszellen werden dabei effektiv zerstört, während gesundes Gewebe geschont wird.

Bereits Anfang der 1980er Jahre baute Gerhard Kraft die biophysikalische Forschungsabteilung bei GSI auf, deren Leiter er von 1981 bis 2008 war. Seine Vision war es, ein extrem präzises Bestrahlungsverfahren zu entwickeln, bei dem die Vorteile des Ionenstrahls – seine Präzision und hohe biologische Wirkung – voll zum Tragen kommen. Bei GSI wurden von 1997 bis 2008 mit großem Erfolg über 440 Patienten mit Tumoren im Kopf- und Halsbereich mit Ionenstrahlen behandelt. Die im Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die Konstruktion des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums HIT. Hier werden seit 2009 jährlich etwa 800 Patienten mit dem bei GSI entwickelten Verfahren behandelt. Auch in Marburg ist 2015 eine Ionenstrahltherapie-Anlage in Betrieb gegangen.

Gerhard Kraft war in vielen Initiativen an der Entwicklung und Verbreitung der Ionentherapie in Europa beteiligt und ist Gründungsmitglied der Ionentherapie-Initiative „European Network for Research in Light Ion Hadrontherapy“ (ENLIGHT) am CERN. Für sein Schaffen hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter der Erwin-Schrödinger-Preis der Helmholtz-Gemeinschaft 1999 und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 2008. Außerdem wurde ihm der Bacq- und Alexander-Preis verliehen, der von der ERRS jährlich an einen herausragenden europäischen Forscher vergeben wird, um Leistungen auf dem Gebiet der Strahlenforschung zu würdigen. Gerhard Kraft erhielt diese renommierte Auszeichnung bereits im Jahr 2006.


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Der Ehrenpräsident der ERRS
Professor Gerhard Kraft wurde für seine besonderen Verdienste vor allem in der Krebsforschung und der Schwerionentherapie geehrt.
Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung