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29.06.2016 | Nicht nur bei Element 113 stimmt die Chemie: Professor David Hinde zu Gast bei GSI und HIM

Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum

Professor David Hinde

 

Professor David Hinde, Direktor der Schwerionenbeschleunigeranlage an der Australian National University (ANU) in Canberra (Australien),  hat den Helmholtz International Fellow Award erhalten. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und soll den jeweiligen Preisträgern einen Forschungsaufenthalt in einem Helmholtzzentrum ermöglichen. Hinde, ein führender Experte auf dem Gebiet der Kern-Kern-Kollisionen, nutzt die Auszeichnung, um die Zusammenarbeit mit dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI) und dem Helmholtz Institut Mainz (HIM) zu vertiefen. Vor kurzem war er erneut zu einem Forschungsaufenthalt in Darmstadt und Mainz zu Besuch.

Ein zentrales Thema dabei war die Chemie des vor kurzem offiziell anerkannten Elements 113, das laut IUPAC in Japan entdeckt worden war und für das inzwischen der Namensvorschlag "Nihonium" vorliegt. Eine Woche lang war Professor Hinde als Mitglied einer von der Abteilung Superschwere Elemente Chemie (SHE Chemie) geführten Kollaboration am Rückstoßseparator TASCA zu Gast. 40 Wissenschaftler und Techniker aus zehn Forschungszentren haben dabei zusammengearbeitet. Ziel des dreiwöchigen Experiments war, die chemischen Charakteristika des Elements zu untersuchen. Ein weiterer Hauptaspekt des Besuchs war die Diskussion kommender gemeinsamer Experimente der beiden Arbeitsgruppen an der Beschleunigeranlage an der ANU in Australien. Ein sehr enger Partner ist dabei auch das Institut für Kernchemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, das auch im HIM kooperiert. Nach dem Besuch im Rhein-Main-Gebiet ging es zu einem Symposium nach Schweden und wieder zurück in die Heimat Australien.

Auch dieser Aufenthalt verstärkt den intensiven wissenschaftlichen Austausch der australischen Forscher und ihren Kollegen bei GSI und HIM. Ein Austausch, der vor fünf Jahren begonnen hatte und  seit 2012 von Professor Hinde und Christoph Düllmann, Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Leiter der Abteilung SHE Chemie bei GSI und HIM,  intensiviert wurde. Hinde erinnert sich: „Christoph kam 2012 zu einer Konferenz nach Australien, dort haben wir uns kennengelernt und bald beschlossen, zusammenzuarbeiten.“  Durch die gemeinsamen Forschungsinteressen und die komplementäre  Forschungsinfrastruktur bei ANU und GSI wurden in den letzten Jahren zunehmend stärkere Kooperationen zwischen den Forschergruppen in Deutschland und Australien etabliert. Gemeinsame Experimente wurden seit 2011 bei ANU und seit 2012 bei GSI durchgeführt. „GSI hat hervorragende Instrumente, damit sind sie unter den besten in der Welt“, urteilt Hinde.

Auch die Nominierung von David Hinde für den Helmholtz International Fellow Award ist aus dieser Kooperation heraus entstanden und von HIM via GSI initiiert worden. Christoph Düllmann, der im Winter selbst für mehrere Monate in Canberra war und mit Hinde und weiteren Mitgliedern seiner Arbeitsgruppe am Tandem-Beschleuniger gemeinsame Experimente durchgeführt hat, hebt hervor: „David Hinde ist ein anerkannter Experte für fundamentale Hochpräzisionsuntersuchungen niedrigenergetischer Kernfusionsreaktionen in einem weiten Bereich der Nuklidkarte. Unter seiner Leitung wurden einmalige Geräte für solche Untersuchungen aufgebaut, die die Präzisionsstrahlcharakteristik der ANU-Beschleunigeranlage optimal ausnutzen.“

Eine komplexe Thematik, aber dahinter steht ein ganz einfacher Antrieb, der den heute 59 Jahre alten gebürtigen Engländer einst zu seiner Berufswahl gebracht hat: „Ich mag Physik, und es soll nicht geprahlt klingen, aber ich bin gut darin. Ich wollte immer wissen, wie die Dinge in der Natur funktionieren.“ Deutschland kennt der verheiratete Familienvater zweier erwachsener Kinder schon viele Jahre, Ende der achtziger Jahre war er am Berliner Hahn-Meitner-Institut tätig, dem heutigen Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB). Und wie hat er die GSI kennengelernt? Kennengelernt scheint nicht das richtige Wort, denn Hinde sagt schlicht: „Jeder kennt die GSI. Sie ist berühmt.“

An einen Schlüsselmoment erinnert sich Hinde immer noch gerne: Während einer Konferenz im Jahr 1996 berichtete Professor Peter Armbruster von den Forschungen bei GSI rund um das hier entdeckte Element 112  (Copernicium) – und beschrieb die Zerfallskette von 112 als physikalisches Gedicht. Das hat Hinde nie vergessen: „Ich fand das sehr inspirierend, diese Leidenschaft und Poesie. Für mich war das eine starke Motivation für meine Arbeit.“ 


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Professor David Hinde
Der australische Professor David Hinde hat während seines Forschungsaufenthalts am Rückstoßseparator TASCA bei GSI gearbeitet, im Foto justiert er den richtigen Zeitbereich für den Strahlpuls.
Foto: G. Otto/GSI Helmholtzzentrum