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17.12.2015 | Wir sind alle Sternenstaub - GSI-Wissenschaftler Yuri Litvinov erhält EU-Förderung über zwei Millionen Euro

GSI-Wissenschaftler Yuri Litvinov erhält EU-Förderung über zwei Millionen Euro

Foto: Gaby Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

GSI-Wissenschaftler Yuri Litvinov

 

Er soll ergründen, wie die Elemente in Sternen entstehen: Für die Erforschung der stellaren Elementsynthese erhält GSI-Wissenschaftler Yuri Litvinov vom Europäischen Forschungsrat eine Förderung von zwei Millionen Euro. Mit dem „European Research Council (ERC) Consolidator Grant“ wird er ein sechsköpfiges Team von Wissenschaftlern finanzieren können. Mit ihm wird er über die nächsten fünf Jahre Experimente an den Beschleunigerringen von GSI durchführen, um zu entschlüsseln, wie die Bausteine unseres Lebens entstehen.

Yuri Litvinov konnte das Gremium des Europäischen Forschungsrats mit seinem Forschungsantrag überzeugen und sich bei über 2050 Mitbewerbern durchsetzen. Dabei geht es um die Physik der Sterne, in denen die Elemente unseres Periodensystems entstehen. Besonders interessant sind exotische Atomkerne, die als Zwischenprodukte der Elementsynthese auftreten, die jedoch nirgends auf der Erde natürlich vorkommen und künstlich mit Beschleunigern hergestellt werden müssen.

Um exotische Atomkerne zu erzeugen und zu speichern, braucht Litvinov eine Anlage wie sie bei GSI existiert. Mithilfe der Beschleunigeranlage können diese hergestellt und anschließend in den Experimentierspeicherring (ESR) eingespeist werden, in dem sie dann untersucht werden können. Ergänzt wird der ESR, der einen Umfang von 108 Metern besitzt, durch den Speicherring „Cryring“ mit einem Umfang von 54 Metern. Der Cryring wird gerade in den GSI-Hallen aufgebaut. Er wurde aus Schweden geliefert und wird später Teil der zukünftigen Beschleunigeranlage von FAIR.

Die in den Ringen gespeicherten Atomkerne möchte Litvinov mit seinem Team genau vermessen: Sowohl ihre Masse als auch ihre Lebensdauer sowie die Wege, auf denen sie zu anderen Kernen zerfallen, sind wichtig, um zu verstehen welche Rolle sie bei der Elementsynthese in den Sternen spielen. Dafür plant der Physiker die Entwicklung neuer sensitiver Detektoren.

Die Experimente von Litvinov werden den Weg bereiten für Experimente an der zukünftigen Beschleunigeranlage FAIR. An FAIR werden Wissenschaftler hunderte exotische Atomkerne herstellen können, die mit heutigen Methoden nicht zugänglich sind.

Litvinov hat in St. Petersburg Physik studiert und ist seit 1999 Wissenschaftler bei GSI. Mit Professor Hans Geissel als Doktorvater hat er 2003 eine Doktorarbeit an der Universität Giessen mit Auszeichnung verteidigt. Im Jahr 2009 ging er für zwei Jahre zum Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, wo er 2011 an der Universität Heidelberg habilitierte. Seit 2011 ist Litvinov in APPA/SPARC Kollaboration unter der Leitung von Professor Thomas Stöhlker aktiv involviert. Er ist unter anderem Koordinator der ESR-Experimente und seit 2012 Leiter der SPARC Detektoren-Abteilung für FAIR.


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GSI-Wissenschaftler Yuri Litvinov
GSI-Wissenschaftler Yuri Litvinov erhält zwei Millionen Euro Forschungsförderung.
Foto: Gaby Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH