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27.11.2015 | Christoph-Schmelzer-Preis 2015 an drei junge Wissenschaftler verliehen

G. Otto, GSI Hlemholetzzentrum für Schwerionenforschung

Die drei Preisträger des Christoph-Schmelzer-Preises

 

Der Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V. prämierte am 27. November 2015 drei junge Wissenschaftler mit dem Christoph-Schmelzer-Preis 2015. Anne Merle Reinhart, Dr. Christian Schömers und Dr. Clarissa Gillman wurden für ihre herausragenden Master- bzw. Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Tumortherapie mit Ionenstrahlen geehrt. Die Auszeichnung wurde am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung verliehen. Das Preisgeld beträgt für die Masterarbeit 750 Euro und für die Dissertationen jeweils 1500 Euro.

In ihrer Masterarbeit an der Universität Heidelberg hat Anne Merle Reinhart die physikalische Charakteristik von leichten geladenen Fragmenten, die bei einer Therapiebestrahlung mit 12C Ionen entstehen, experimentell untersucht. Mit einer von ihr entwickelten 3D-Bildgebungsmethode konnte sie zeigen, dass die Spurrekonstruktion von geladenen Fragmenten vielversprechende Möglichkeiten für die Überwachung von Therapiebestrahlungen in Echtzeit bietet.

Dr. Christian Schömers entwickelte im Rahmen seiner Dissertation an der Goethe-Universität Frankfurt eine neuartige dynamische Intensitätsregelung für den Synchrotron-Beschleuniger am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT). Damit können die Anforderungen des Rasterscan-Bestrahlungsverfahrens an die Ionenstrahlintensität wesentlich besser als bisher realisiert werden. Dieses Verfahren das bereits für die Patientenbehandlung eingesetzt wird, verbessert die Bestrahlungsqualität  und erhöht die Effizienz des Bestrahlungsvorgangs.  Damit wird eine deutliche Verkürzung der Bestrahlungszeit erreicht.

In ihrer Dissertation an der TU Kaiserslautern hat Dr. Clarissa Gillmann erstmals einen direkten Vergleich der Qualität von Bestrahlungsplänen von aktiven und passiven Bestrahlungssystemen anhand realistischer klinischer Fälle durchgeführt. Dabei konnte  die Rasterscan-Bestrahlung im Vergleich zur passiven Bestrahlungstechnik, insbesondere bei 1-Feld-Bestrahlungen, besser an das Zielvolumen angepasst werden. Im zweiten Teil ihrer Arbeit analysierte sie realitätsnah, wie sich die klinische Implementierung eines von GSI-Biophysikern entwickelten neuen radiobiologischen Modells (LEM-IV) auswirken würde.

Der Verein zur Förderung der Tumortherapie fördert die Aktivitäten im Rahmen des Forschungsprojekts „Tumortherapie mit schweren Ionen" bei GSI mit dem Ziel, durch Weiterentwicklung des Systems die Behandlung von Tumoren zu verbessern und der allgemeinen Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen. An der Beschleunigeranlage bei GSI wurden seit 1997 über 400 Patienten mit Tumoren, in der Regel im Gehirn, mit Ionenstrahlen behandelt. Die Heilungsraten dieser Methode liegen zum Teil bei über 90 Prozent und die Nebenwirkungen sind sehr gering. Am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) werden Patienten seit 2009 routinemäßig mit schweren Ionen behandelt. Am 11. November 2015 wurde das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum eröffnet und damit eine zweite große Therapie-Anlage mit 12C-Ionen und Protonen in Deutschland in Betrieb genommen.

 

 


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Die drei Preisträger des Christoph-Schmelzer-Preises
Die drei Preisträger des diesjährigen Christoph-Schmelzer-Preises: Dr. Clarissa Gillman, Dr. Christian Schömers und Anne Merle Reinhart (v.l.n.r.).
G. Otto, GSI Hlemholetzzentrum für Schwerionenforschung