FAIR

Bei GSI entsteht das neue Beschleunigerzentrum FAIR. Erfahren Sie mehr.

fileadmin/_migrated/pics/FAIR_Logo_rgb.png

GSI ist Mitglied bei

fileadmin/oeffentlichkeitsarbeit/logos/Helmholtz-Logo_web.png

Gefördert von

BMBF HMWK MWWK TMWWDG

Außenstellen

HI-Jena HIM

11.06.2014 | Auf Wiedersehen, AGATA!

Ein Detektor zieht um

Foto: Thomas Ernsting/HA Hessen Agentur

Auseinandergebaut: Der Detektor AGATA zieht um nach Frankreich.

Foto: Cesar Lizarazo/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

In Kisten verpackt wurde AGATA abtransportiert.

 

In Kisten gepackt: Der Gamma-Detektor AGATA ist in diesen Tagen umgezogen. Von seinem bisherigen Standort bei GSI ging es zum Beschleunigerzentrum GANIL in Frankreich. Damit das hochkomplexe Messgerät möglichst effizient für Messungen genutzt wird, wechselt es regelmäßig zwischen drei Beschleunigerlaboren in Europa. Die letzten zwei Jahre wurde AGATA bei GSI eingesetzt, um exotische Atomkerne zu erforschen.

AGATA (Advanced Gamma Tracking Array) ist ein einzigartiges Messinstrument, das Gamma-Teilchen sichtbar macht. An dem Detektor und an seiner Entwicklung arbeiten 350 Wissenschaftler aus 43 Instituten in elf Ländern. „Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nur im Verbund meistern“, sagt Jürgen Gerl, Mitglied des Leitungsgremiums der AGATA-Kollaboration und Leiter der Gammaspektroskopie-Abteilung bei GSI. „Um AGATA nun effizient zu nutzen, experimentieren wir wechselnd an drei Beschleunigerlaboren.“

In den letzten zwei Jahren war GSI AGATAs Heimat. „Wir haben im Betrieb täglich bis zu fünf Terabyte an Daten gesammelt, so viel wie noch kein GSI-Experiment bisher“, sagt Gerl. „Diese Messungen bieten genug wissenschaftlich interessantes Material für etwa 20 Doktorarbeiten. Die Analysen sind allerdings sehr aufwendig, sodass mit endgültigen Ergebnissen erst in ein bis zwei Jahren zu rechnen ist.“ Zuvor war der Detektor an den Legnaro National Laboratories (LNL) in Italien im Einsatz. „Der dortige Beschleuniger lieferte uns stabile Isotope bei niedrigen Energien. Damit können ganz andere Bereiche erforscht werden als mit den instabilen Strahlen und sehr hohen Energien der GSI-Beschleuniger“, erklärt Gerl.

Nun soll AGATA zwischen zwei und vier Jahre am Grand Accélérateur National d'Ions Lourds (GANIL) in Frankreich verbringen. Dort könnte der Detektor beispielsweise mit Strahlen aus dem neuen Beschleuniger Spiral-2 beliefert werden. „Auf diese Weise nutzen wir die Leistung des Detektors maximal aus und bekommen möglichst viel Strahlzeit. Immerhin hat er bisher 12 Millionen Euro gekostet.“ Nur wenige Beschleunigerinstitute der Welt können die exotischen Kerne erzeugen, die AGATA erforschen soll. Viele Wissenschaftler bewerben sich deshalb für die rare Experimentierzeit.

AGATA vermisst Gamma-Strahlung, die entsteht, wenn exotische Atomkerne zerfallen. Exotisch heißt, dass sie entweder sehr viel mehr oder sehr viel weniger Neutronen im Kern haben als Protonen. Diese Kerne spielen zum Beispiel eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von schweren Elementen wie Gold oder Blei in Supernovae.

Zum Start von FAIR soll AGATA zurück nach Darmstadt kommen. An der neuen Teilchenbeschleunigeranlage wird AGATA dann im Rahmen der NUSTAR-Kollaboration Nuclear Structure, Astrophysics and Reactions im HISPEC-Experiment (High-Resolution In-flight Spectroscopy) zum Einsatz kommen, um weitere fundamentale Erkenntnisse zu den Kernkräften und der Elementsynthese im Universum zu gewinnen.


/fileadmin/oeffentlichkeitsarbeit/Aktuelles/2014/AGATA_Umzug.jpg
/fileadmin/oeffentlichkeitsarbeit/Aktuelles/2014/AGATA_Kisten_03.jpg
Auseinandergebaut: Der Detektor AGATA zieht um nach Frankreich.
In Kisten verpackt wurde AGATA abtransportiert.
Foto: Thomas Ernsting/HA Hessen Agentur
Foto: Cesar Lizarazo/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH