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11.12.2013 | Lisa Herr erhält den Philipp-Siedler-Preis

Foto: M. Scholz, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Preisgewinnerin Lisa Herr

 

Am 11. Dezember 2013 wurde der Philipp-Siedler-Preis des Physikalischen Vereins Frankfurt an Lisa Herr aus der GSI-Biophysik für ihre Masterarbeit verliehen. In ihrer Arbeit "The K-GLOBLE: A kinetic cell survival model" geht es um ein Modell zur Beschreibung von Zellschädigung durch Strahlung. Der Preis wird jährlich an bis zu drei Absolventen der Goethe-Universität Frankfurt für ihre Abschlussarbeiten verliehen. Er ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert.

Strahlung schädigt die Erbinformation von Zellen, die sogenannte DNA. Der Schaden kann so gravierend sein, dass die Zelle abstirbt. Dies kann man sich beispielsweise bei der Strahlentherapie zunutze machen, um Tumorzellen zu zerstören. Leichtere Schäden können jedoch von Reparaturmechanismen der Zelle behoben werden. Wie stark der Schaden ist, hängt von der Gesamtdosis ab, mit der die Zelle bestrahlt wurde. Aber auch der Zeitraum, in dem diese Dosis verabreicht wurde, spielt eine Rolle. Ist er zu lang, können die Reparaturmechanismen bereits greifen und eine starke Schädigung verhindern, noch bevor die gesamte Dosis eingestrahlt wurde. Die Zeitabhängigkeit nennt man Dosisrateneffekt.

Das sogenannte GLOBLE-Modell zur Berechnung der Zellschädigung durch Strahlung berücksichtigte bisher diese zeitliche Komponente nicht. Lisa Herr fügte sie dem Modell hinzu und überprüfte die Vorhersagen des Modells anhand von in Experimenten gewonnenen Daten. Sie konnte zeigen, dass die von ihr entwickelte Erweiterung des Modells konsistent mit den Messdaten ist und den Dosisrateneffekt wirklichkeitsgetreu abbildet. Durch das erweiterte Modell sind nun bessere Vorhersagen der Zellschädigung durch Strahlung möglich.

Die Mittel zur Vergabe des Preises werden aus den Erträgnissen des Philipp-Siedler-Stiftungsfonds des Physikalischen Vereins entnommen. Der Förderpreis soll an das gleichnamige Ehrenmitglied des Vereins erinnern und für hervorragende Studienabschlussarbeiten (Diplom, Master) aus allen physikalischen Disziplinen der Goethe-Universität Frankfurt verliehen werden. Prämiert werden können Arbeiten, die im Laufe des letzten Jahres abgeschlossen wurden.


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Preisgewinnerin Lisa Herr
Foto: M. Scholz, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung