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23.11.2012 | Erste Krebs-Patienten im italienischen Pavia mit Kohlenstoff-Ionen behandelt

Behandlungsmethode nach GSI-Vorbild /
GSI entwickelt und liefert Teile der Beschleunigeranlage

Foto: CNAO

CNAO-Behandlungsplatz

Foto: CNAO

CNAO-Ringbeschleuniger

Foto: B. Schlitt, GSI

CNAO-Linearbeschleuniger

Foto: CNAO

CNAO-Gebäude

 

Vor wenigen Tagen wurden am Ionenstrahl-Therapiezentrum CNAO (Centro Nazionale di Adroterapia Oncologica) im italienischen Pavia die ersten Krebs-Patienten mit Kohlenstoff-Ionen behandelt. Dort wird die bei der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt entwickelte Behandlungsmethode eingesetzt: Kohlenstoff-Ionen werden in Teilchenbeschleunigern auf hohe Geschwindigkeiten gebracht, um tief in den Körper eindringen zu können und dort Tumore zu treffen. Die Bestrahlung erfolgt nach der Rasterscan-Methode, bei der der Teilchenstrahl dreidimensional und millimetergenau über den Tumor geführt wird. Die Therapie zeichnet sich durch sehr hohe Heilungsraten und sehr geringe Nebenwirkungen aus.

An der Realisierung der Anlage am CNAO waren mehrere internationale Kooperationspartner beteiligt. Auch GSI hat mit Wissenschaftlern und Ingenieuren maßgeblich an der Erstellung und Inbetriebnahme der Anlage mitgewirkt. Ein Teil der Beschleunigeranlage wurde von GSI entwickelt und gebaut. Die Rasterscan-Technik, mit der die Bestrahlung durchgeführt wird, wurde ebenfalls bei GSI entwickelt.

Die Therapie mit Kohlenstoff-Ionenstrahlen nach der Rasterscan-Methode ist ein sehr genaues, hochwirksames und gleichzeitig sehr schonendes Therapieverfahren, das sich vor allem für tief im Körper liegende Tumore in der Nähe von Risikoorganen, wie z.B. dem Hirnstamm, eignet. Diese Therapie wurde von 1997 bis 2008 an der GSI-Beschleunigeranlage mit großem Erfolg bei rund 450 Patienten eingesetzt und damit erstmals zur klinischen Reife gebracht. Die erste rein klinische Anlage am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum wurde von GSI entwickelt und von GSI gemeinsam mit industriellen Partnern gebaut. Sie hat im Jahr 2009 den Patientenbetrieb aufgenommen. Bisher wurden dort nahezu 1000 Patienten behandelt.

Die Anlage am CNAO besteht ähnlich der Anlage am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT aus zwei hintereinander geschalteten Teilchenbeschleunigern und drei Behandlungsplätzen. Bereits seit September 2011 werden am CNAO Patienten mit Protonen behandelt. Nun wurde auch die Behandlung mit Kohlenstoff-Ionen aufgenommen. Die schwereren Kohlenstoff-Ionen können auch Tumore zerstören, die eine Bestrahlung mit Protonen oder herkömmlichen Bestrahlungstechniken überstehen würden.

Weltweit gab es die Kohlenstoff-Ionenstrahltherapie innerhalb klinischer Anwendung bisher nur in Japan und am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum. Die Inbetriebnahme der Anlage in Italien ist ein weiterer zukunftsweisender Schritt, um diese moderne Therapieform einer größeren Patientenzahl anbieten zu können und sie in der Krebstherapie zu etablieren.

Weitere Anlagen dieser Art befinden sich im Aufbau, wie das Therapiezentrum MedAustron in Wiener Neustadt in Österreich und am Shanghai Proton & Heavy Ion Hospital in China. An beiden Anlagen kommen ebenfalls die Rasterscan-Methode sowie der gemeinsam von GSI und dem Institut für Angewandte Physik der Goethe-Universität Frankfurt am Main entwickelte Linearbeschleuniger als erste Beschleunigerstufe zum Einsatz.


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CNAO-Behandlungsplatz
CNAO-Ringbeschleuniger
CNAO-Linearbeschleuniger
CNAO-Gebäude
Der Linearbeschleuniger des CNAO wurde von GSI entwickelt und gebaut.
Foto: CNAO
Foto: CNAO
Foto: B. Schlitt, GSI
Foto: CNAO