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20.11.2012 | Erster deutschlandweiter Helmholtz-Tag

Foto: G. Otto / GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

22 Schülerinnen und Schüler der Physik-AG des Freiburg-Seminars zu Gast bei GSI am Helmholtz-Tag.

 

Heute veranstalten die 25 Schülerlabore der Helmholtz-Gemeinschaft den ersten Helmholtz-Tag, ein neues Veranstaltungsformat, das Hermann von Helmholtz gewidmet ist. Der Namenspatron der Helmholtz-Gemeinschaft war einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Seine teilweise bahnbrechenden Erkenntnisse werden jedoch häufig nicht mit ihm in Verbindung gebracht. Schülerinnen und Schüler erhalten heute einen Einblick in seine Forschungsarbeiten und dürfen im Anschluss selbst in den Laboren experimentieren.

„Es kommt darauf an, die richtigen Fragen zu stellen.“ Unter diesem Motto erforschte Hermann von Helmholtz, einer der letzten großen Universalgelehrten, zum Beispiel Phänomene der Optik, Akustik, Geologie, Meteorologie und Wärmelehre. Der von ihm entwickelte Augenspiegel zur Untersuchung der Netzhaut ist heute noch im Einsatz, und auch der Energieerhaltungssatz „Energie geht nicht verloren“, den Helmholtz in der noch heute gültigen, allgemeinen Ausführung formuliert hat, ist fester Bestandteil des Physikunterrichts. Am Helmholtz-Tag erfahren die Schülergruppen, die sich in den Schülerlaboren angemeldet haben oder direkt eingeladen wurden, mehr über die vielseitige Forschung und die zahlreichen Errungenschaften dieses Ausnahme-Talents und über die Aktivitäten, die die Helmholtz-Gemeinschaft mit ihm verbinden. Der Helmholtz-Tag findet nun einmal jährlich im November statt.

„Wir freuen uns, dass die Schülerlabore unserem Namenspatron einen speziellen Tag in ihrem Programm widmen, um Hermann von Helmholtz und seine Forschungsleistungen unter den Schülerinnen und Schülern bekannter zu machen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Helmholtz war einer der bedeutendsten Forscher des 19. Jahrhunderts und deckte die ganze Breite der Naturwissenschaften ab. Wie wir es heute in unserer Mission formuliert haben, konzentrierte sich auch Hermann von Helmholtz auf eine vorausschauende Forschung zum Wohl der Gesellschaft.“

Auch die Mission der Helmholtz-Gemeinschaft zielt darauf ab, die richtigen Fragen zu stellen und Lösungen für die großen Herausforderungen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zu erarbeiten. Und ebenso sollen die Schülerinnen und Schüler durch das Experimentieren im Schülerlabor lernen, die wesentlichen Fragen auszumachen, um naturwissenschaftliche Theorien besser verstehen und auch hinterfragen zu können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 25 Schülerlabore in der Helmholtz-Gemeinschaft vermitteln den Schülerinnen und Schülern beim Experimentieren ein Verständnis für naturwissenschaftliches Denken und geben ihnen einen Eindruck vom Arbeiten in einem wissenschaftlichen Beruf. Dadurch soll gerade bei jungen Menschen das Interesse an Naturwissenschaften geweckt oder gestärkt werden, um den Nachwuchs für die Forschung der Zukunft zu sichern.

Im Schülerlabor der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH sind am heutigen Helmholtz-Tag 22 Schülerinnen und Schüler der Physik-AG des Freiburg-Seminars zu Gast. Das Freiburg-Seminar ist ein Programm zur Förderung besonders befähigter Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften. Im GSI-Schülerlabor erhalten sie durch selbstständiges Experimentieren an neun verschiedenen Experimentierstationen Einblicke in naturwissenschaftliches Denken und Arbeiten. Mit Detektoren, wie Geiger-Müller-Zählrohr, Ionisationskammer und einer Nebelkammer erforschen sie die Eigenschaften von Atomen, Atomkernen, Strahlung und Radioaktivität. Auf einem Rundgang durch die GSI-Anlagen sehen die Schüler die Messtechniken, mit denen sie selbst experimentiert haben, im großen Maßstab im Einsatz für die Grundlagenforschung wieder.

„Wir möchten mit unserem GSI-Schülerlabor bereits in jungen Menschen Neugierde und Faszination für die Forschung wecken und ein realistisches Bild vom wissenschaftlichen Arbeiten vermitteln, um die Schülerinnen und Schüler für die Forschung zu begeistern,“ sagt Horst Stöcker der Wissenschaftliche Geschäftsführer der GSI. Das GSI-Schülerlabor hat zum Ziel nachhaltig das Interesse von Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 bis 13 an Naturwissenschaften zu fördern. Seit Eröffnung im Herbst 2004 ist die Nachfrage nach dem Angebot riesig. Bis heute haben über 12.500 Schülerinnen aus über 650 Klassen sowie 25 Lehrergruppen an einem Experimentiertag teilgenommen. Bei Lehrern und Schülern findet das Schülerlabor gleichermaßen große Zustimmung. So haben zahlreiche Schulen den Besuch im GSI-Schülerlabor bereits fest in den Stundenplan integriert.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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22 Schülerinnen und Schüler der Physik-AG des Freiburg-Seminars zu Gast bei GSI am Helmholtz-Tag.
Foto: G. Otto / GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung