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23.08.2012 | Bis es „Klick“ macht

Foto: L.Weitz / GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Beutelspacher zeigt einen chinesischen Rechentrick.

Für die Mathe-Experimente braucht man nur ein wenig Papier.

Für die Mathe-Experimente braucht man nur ein wenig Papier.

 

Ist Mathematik immer kompliziert und trocken? Albrecht Beutelspacher, Professor für Mathematik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, gab mit seinem Vortrag „Mathematische Experimente“ am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung eine eindeutige Antwort: Nein!

Bei Wissenschaft für Alle, dem öffentlichen Vortragsprogramm von GSI, am 22. August führte der Gründer des Mathematikums in Gießen seinem Publikum unterhaltsame und zum Teil verblüffende Versuche rund um das Thema Mathematik vor. Beutelspacher ist unter anderem ausgezeichnet mit dem „Communicator-Preis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der für herausragende Leistungen in der Vermittlung von Wissenschaft verliehen wird.

Bei GSI zeigte er seinen Zuschauern, wie oft Mathematik uns in unserem Alltag begegnet, auch da wo man sie nicht vermutet. Dazu hatte er in seinem Vortrag eine Fülle von Versuchen dabei, oder mathematisch ausgedrückt: Ein Maximum an Experimenten pro Zeit.

Etwa 350 Besucher nutzten im GSI-Hörsaal und per Live-Übertragung im Foyer die Möglichkeit mitzuknobeln und mitzustaunen. „Der entscheidende Punkt bei einem mathematischen Experiment ist der Moment, in dem sich im Gehirn etwas tut“, erklärte Beutelspacher. „Das ist der Punkt an dem es Klick macht.“

Wie baue ich aus Fünfecken einen dreidimensionalen Körper und wie wird daraus ein Fußball? Woher kommt das Tetrapack? Oft haben Alltagsgegenstände ganz regelmäßige geometrische Formen. Das sieht nicht nur gut aus sondern ist auch praktisch in der Herstellung.

Der Mathematiker nahm seinen Zuschauern nicht nur die Angst vor geometrischen Formen, sondern auch vorm Rechnen. Große Zahlen machen die Mathematik oft abschreckend. Doch mit den richtigen Tricks lässt sich auch damit viel Spaß haben. Eine Aufgabe wie 885 mal 936 scheint ohne Taschenrechner zunächst einmal nur mit einem gewissen Aufwand lösbar. Mit dem richtigen Kniff, zum Beispiel mit Rechentricks aus Indien oder China, lässt sich diese Gleichung jedoch bestechend einfach in kürzester Zeit lösen. „Andere Kulturen benutzen in ihren Köpfen einfach eine andere "Software" zum Rechnen“, sagte Beutelspacher.

So einfach die Experimente, so faszinierend waren die Ergebnisse. „Klick“ machte es bei allen Zuschauern – und sie zeigten es mit kräftigem Applaus.

Karl Heinz und Charlotte Thode waren zum ersten Mal bei „Wissenschaft für Alle“ und nach dem Vortrag begeistert: „Wir hätten nicht gedacht, dass Mathematik so unterhaltsam sein kann“, sagte das Ehepaar aus Darmstadt. „In der Schule war es ja eher trocken. Aber hier bekommt man direkt Lust!“

Und wenn Beutelspacher dann aus zwei zusammengeklebten, in sich verdrehten Ringen mit wenigen Schnitten zwei ineinander verschlungene Herzen macht, dann hat er wohl an diesem Nachmittag bei fast jedem Zuschauer ein kleines Bisschen Liebe für die Mathematik geweckt.

Weitere Informationen

Wissenschaft für Alle

Mathematikum Gießen


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Beutelspacher zeigt einen chinesischen Rechentrick.
Für die Mathe-Experimente braucht man nur ein wenig Papier.
Foto: L.Weitz / GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung