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27.03.2012 | Forscher des ExtreMe Matter Institute EMMI erhalten Helmholtz-Preis für Präzisionsmessungen

 

Der mit 20.000 Euro dotierte Helmholtz-Preis für Präzisionsmessungen wird in diesem Jahr an Sven Sturm, Anke Wagner und Klaus Blaum vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vergeben. Die drei Wissenschaftler erhalten den bedeutendsten Preis der Metrologie für ihre Messungen mit wasserstoffähnlichen Ionen. Die Arbeiten wurden im Rahmen des ExtreMe Matter Institute EMMI, der Helmholtz-Allianz "Kosmische Materie im Labor" und der Helmholtz Young Investigators Group "Präzisionsexperimente mit gespeicherten und gekühlten Ionen" durchgeführt, die an der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt und an der Universität Mainz angesiedelt sind.

Wasserstoffähnliche Ionen sind Atome, denen alle Elektronen bis auf ein einziges entrissen wurden. In einem wasserstoffähnlichen Ion ist das einzelne Elektron stärker an den Atomkern gebunden, da dieser eine vielfach größere elektrische Ladung hat als der Wasserstoffkern. Die drei Preisträger haben hochpräzise vermessen, wie magnetisch solch ein Elektron ist. Zur Durchführung mussten sie neue Messinstrumente entwickeln. Kernstück ihres Aufbaus ist eine Kombination aus drei Ionenfallen, in denen das wasserstoffähnliche Ion gespeichert wird. Diese Fallen werden auf wenige Grad über dem absoluten Nullpunkt abgekühlt und stehen unter außerordentlich gutem Vakuum. Den Preisträgern war es so möglich, an einem einzelnen Ion mehrere Monate zu experimentieren.

Der Helmholtz-Preis wird vom Helmholtz-Fonds e. V. alle zwei bis drei Jahre für herausragende Präzisionsmessungen in Physik, Chemie oder Medizin vergeben. Die Preisverleihung findet heute, am 27. März 2012 im Rahmen der Festveranstaltungen zum 125-jährigen Bestehen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig statt.

Details zum Helmholtz-Preis und zu der ausgezeichneten Arbeit enthält die Pressemitteilung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt unter http://www.ptb.de/de/aktuelles/archiv/presseinfos/pi2012/pitext/pi120109.html

Weitere Informationen finden Sie auch unter www-alt.gsi.de/emmi und www.ptb.de/125jahre

Das ExtreMe Matter Institute EMMI bei GSI erforscht im Rahmen der Helmholtz-Allianz "Kosmische Materie im Labor" das Verhalten von Materie bei extremen Bedingungen von Temperatur und Druck. Mehr als 350 Forscher an den 13 nationalen und internationalen Partnerinstituten der Allianz untersuchen dabei unter anderem ultrakalte Quantengase, hochangeregte Atomzustände, Plasmen höchster Energiedichte, dichte Neutronenmaterie, sowie das Quark-Gluon Plasma, das wenige Sekundenbruchteile nach dem Urknall das Universum ausfüllte.

Die GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH ist ein vom Bund und dem Land Hessen finanziertes Forschungszentrum mit einem Jahresetat von gut 100 Millionen Euro und über 1.000 Mitarbeitern. GSI betreibt eine große, weltweit einmalige Beschleunigeranlage für Ionenstrahlen. Jährlich nutzen etwa 1.200 Wissenschaftler aus aller Welt die Ionenstrahlen für Experimente in der Grundlagenforschung. Die wohl bekanntesten Ergebnisse sind die Entdeckung von neuen chemischen Elementen und die Entwicklung einer neuartigen Krebstherapie mit Ionenstrahlen. In den kommenden Jahren wird bei GSI das Beschleunigerzentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) mit einem Investitionsvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro errichtet, wovon 25 Prozent durch internationale Partner getragen werden.