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06.02.2003 | Bundesministerium fördert den Bau einer neuen Beschleunigeranlage bei GSI

Besuch des Staatssekretärs Dr. Wolf-Dieter Dudenhausen

 

Helle Begeisterung herrschte gestern bei GSI über die Entscheidung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur zukünftigen Förderung von Großgeräten für die Forschung. Das BMBF hat entschieden, den Bau einer neuen Beschleunigeranlage bei GSI zu fördern. Die Wichtigkeit der Entscheidung des BMBF wurde durch den Besuch des Staatssekretärs Dr. Wolf-Dieter Dudenhausen bei GSI weniger als 24 Stunden nach der Pressemitteilung unterstrichen. Zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der GSI, Ministerialdirigent Dr. Hermann-Friedrich Wagner vom BMBF, wurden die nächsten Schritte mit der GSI diskutiert.

„Dies ist ein enorm wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der GSI. Wir sind hocherfreut über diese schnelle und richtungsweisende Entscheidung von Frau Bundesministerin Bulmahn und ihres Ministeriums und werden alles tun, die in uns gesetzten Erwartungen zu erfüllen“ sagte der Wissenschaftlich-Technische Geschäftsführer der GSI, Prof. Dr. Walter Henning. Für GSI bietet diese Entscheidung die Perspektive zu einem führenden europäischen Forschungszentrum mit einem weit gefächerten Forschungsspektrum für die physikalische Grundlagenforschung zu werden.

In breiter internationaler Partnerschaft hat die GSI 2001 einen Projektvorschlag für ein „internationales Beschleunigerzentrum für die Forschung mit Ionenstrahlen und Strahlen von Antimaterie“ vorgelegt. Der Wissenschaftsrat der Bundesrepublik Deutschland wurde vom BMBF beauftragt, das Projekt zusammen mit anderen Großforschungsprojekten zu evaluieren. Als Ergebnis empfahl er dem BMBF das Projekt unter Auflagen zur Förderung. Auf der Basis dieses Gutachtens hat das BMBF nun entschieden: „Die GSI soll gemeinsam mit europäischen Partnern ihre Anlagen stufenweise ausbauen und zu einem führenden europäischen Physikzentrum werden. Mindestens ein Viertel der Kosten in Höhe von 675 Millionen Euro soll dabei von ausländischen Partnern aufgebracht werden.“ Die Bauzeit wird im Projektvorschlag auf 8 bis 9 Jahre veranschlagt.

Die vorgeschlagene Beschleunigeranlage bei GSI wird Ionenstrahlen und Antiprotonenstrahlen von nie erreichter Intensität und Qualität bereit stellen. „Diese Anlage wird weltweit eine Spitzenstellung einnehmen und wird jährlich etwa 2000 Wissenschaftler aus aller Welt zu mehrwöchigen Experimenten anziehen“, sagt der Projektkoordinator Prof. Dr. Hans Gutbrod voraus.

Ziel der Anlage ist es, parallel und in mehreren eigenständigen Forschungsgebieten breit und interdisziplinär wichtige Fragen zum Aufbau und zur Struktur der Materie zu lösen. Diese reichen von den fundamentalen Bausteinen und Naturgesetzen im Mikroskopischen bis hin zu den grundsätzlichen Prozessen und Eigenschaften, welche die komplexen Strukturen der uns umgebenden Materie bestimmen. Jede dieser Stufen in dem hierarchischen Aufbau der Materie ist zudem verknüpft mit einer bestimmten Phase in der Entwicklung des Universums. „Neben der Bedeutung von Erkenntnissen zu den fundamentalen Aspekten des Aufbaus der Materie ist die Aufklärung der Prozesse, welche zum jetzigen Universum und damit letztendlich zu unserer Existenz führen, von großer wissenschaftlicher Faszination“, sagte Dr. Ingo Peter von der Öffentlichkeitsarbeit der GSI.

Spezielle Beispiele sind: Die Forschung mit Strahlen von exotischen Kernen, die das Verständnis über die Entstehung der chemischen Elemente voranbringen wird. Forschung mit Antiprotonen und Hadronen, die u.a. zur Lösung der Frage beitragen soll, woher die Materie ihre Masse hat. Die Physik dichtester Kernmaterie erlaubt einen tieferen Einblick in die ersten Sekundenbruchteile nach dem Urknall, der Entstehung unseres Universums, und die Eigenschaften von Neutronensternen. Die Plasmaphysik eröffnet die Möglichkeit zu erforschen, wie die Materie im Inneren von großen Planeten aussieht.

Die wissenschaftlich-technische Entwicklung, die mit Geräten an der vordersten Front der Forschung verknüpft ist, ist eine weitere wichtige Motivation. Aus der Grundlagenforschung ergeben sich oft überraschende Anwendungen, die vorher nicht abzusehen sind. Dies zeigt das Beispiel einer neuartigen, seit fünf Jahren sehr erfolgreich praktizierten Tumortherapie mit Ionenstrahlen bei GSI. An der geplanten Anlage lassen sich neue Anwendungen beispielsweise in der Materialforschung, in der Plasmaphysik, für die Raumfahrt und in der Informationstechnologie erwarten.

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