Die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) und die Technische Universität Darmstadt (TUD) sind vom 27. bis
zum 29. Oktober 2005 Gastgeber der diesjährigen Deutschen Physikerinnentagung (DPT 2005). Die Tagung ist das Forum
der Frauen in der Physik mit dem Ziel zwischen Physikerinnen aus unterschiedlichen Fachgebieten und Berufsbereichen
einen Dialog anzuregen und Netzwerke aufzubauen.
Etwa 200 Physikerinnen aus ganz Deutschland präsentieren und diskutieren physikalische Themen und die Situation von
Frauen in einer Männerdomäne.
Trotz steigender Zahlen ist der Frauenanteil in der Physik noch immer sehr gering. Nur etwa 14 Prozent der
Absolventinnen sind Frauen. An der Spitze der Karriereleiter ist die Situation noch dramatischer. Nicht einmal
fünfzig Professorinnen gibt es unter den bundesweit rund 1100 Universitäts-Professoren, das sind gerade mal 4 Prozent.
Deutschland gehört damit international zu den Schlusslichtern. Die Öffentlichkeit nimmt selbst von herausragenden
Forscherinnen kaum Notiz. Dokumentiert wird das durch die Ausstellung im Rahmenprogramm „Von der Antike bis zur
Neuzeit – der verleugnete Anteil der Frauen an der Physik“.
Das Programm der Tagung bietet ein physikalisches Spektrum, das von Teilchenphysik bis hin zur Physik der Atmosphäre
reicht. Darüber hinaus gibt es soziologische Vorträge über den weiblichen Nachwuchs in Naturwissenschaften sowie
Vorträge über Berufsperspektiven für Physikerinnen. Im Mittelpunkt stehen die wissenschaftliche Diskussion und der
Erfahrungsaustausch. Ein weiteres Anliegen der Tagung ist es Netzwerke aufzubauen und Vorbilder zu schaffen, die dazu
beitragen, die Gleichberechtigung von Frauen durchzusetzen und damit das Studium und den Beruf für Frauen attraktiver
zu machen.
Den Auftakt macht der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Caren Hagner von der Universität Hamburg über die „Höhepunkte
der Neutrinophysik“. Frau Hagner ist verantwortliche Wissenschaftlerin bei OPERA – zurzeit eines der wichtigsten
Neutrino-Experimente - und hat hochkarätige Beiträge geleistet zu dem Nachweis, dass Neutrinos eine Masse besitzen.
Eines der meist beachteten physikalischen Ergebnisse der vergangenen Jahre.
Höhepunkte der Tagung sind die Vorträge von Prof. Dr. Mildred Dresselhaus über Kohlenstoff-Nanoröhren und Auszüge
aus ihrem Leben. Frau Dresselhaus ist Professorin für Physik und Elektrotechnik am Massachusetts Institute of Technology
(MIT) und trägt den Titel „Institute Professor“, der bisher nur einem Dutzend Professoren verliehen wurde. Außerdem war
sie Präsidentin der „American Physical Society“ und Direktorin des wissenschaftlichen Büros des US-Energieministeriums
unter Präsident Clinton.
Der humoristische Höhepunkt der Tagung ist der Auftritt des Kabarettisten Vince Ebert bei der
Eröffnungsveranstaltung. Er zeigt Auszüge aus seinem erfolgreichen Programm „Urknaller – Physik ist sexy“.
Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn und wird
vom „Hedwig Kohn-Verein zur Förderung von Frauen und Mädchen in der Physik“ veranstaltet.
Firmenprofile:
Die Technische Universität Darmstadt (TUD) bietet in einem breiten Fächerkanon aus Ingenieur-,
Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften exzellente Forschung auf höchstem Niveau. Ein Anteil von 18 Prozent
ausländischen Studierenden sowie Kooperationen mit mehr als 65 Partneruniversitäten unterstreichen die Internationalität
in Forschung und Lehre. Interdisziplinarität ist selbstverständlich. Professoren und Studierende verschiedener
Fachbereiche arbeiten in Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs und Forschergruppen zusammen, zum Beispiel im
Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung, dem Forschungszentrum Computational Engineering sowie dem
Biotechnik-Zentrum Darmstadt.
Seit Januar 2005 ist die TUD die erste autonome Universität Deutschlands. Dadurch hat sie weit reichende
Handlungsspielräume bei der Personalauswahl einschließlich der Berufung von Professoren. Unter den aktuell 279
Professoren sind 26 Frauen. Bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern machen die Frauen 22,33 Prozent aus. Der
Frauenanteil an Studierenden im Fachbereich Physik lag im Wintersemester 2004/2005 bei 20,7 Prozent, hochschulweit bei
29,3 Prozent. Zur Erhöhung des Frauenanteils traf die TUD Zielvereinbarungen mit dem Land Hessen. Schnuppertage für
Schülerinnen, ein „Mentorinnen-Netzwerk für Studentinnen der Natur- und Ingenieurwissenschaften“ und „FemTec.Network“,
ein Programm zur Vorbereitung von Studentinnen auf Fach- und Führungstätigkeiten, sind weitere Bausteine der
Frauenförderung.
Die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt ist ein vom Bund und dem Land Hessen finanziertes
Forschungszentrum der Grundlagenforschung. Der Bau und Betrieb von Beschleunigeranlagen sowie die Forschung mit schweren
Ionen sind Aufgabe der rund 850 Mitarbeiter. Jährlich kommen über 1.000 Wissenschaftler denen die GSI, ihrer Aufgabe
entsprechend, den Zugang zur ihren Forschungsanlagen ermöglicht. Die GSI verfügt über eine hervorragende und weltweit
einmalige Beschleunigeranlage für Ionenstrahlen. Das Forschungsprogramm der GSI umfasst ein breites Spektrum, das von
Kern- und Atomphysik über die Plasma- und Materialforschung bis hin zur Tumortherapie reicht. Die wohl bekanntesten
Resultate sind die Entdeckung von sechs neuen chemischen Elementen mit den Ordnungszahlen 107 - 112 und die Entwicklung
einer neuartigen Tumortherapie mit Ionenstrahlen. Mit diesen und einer Vielzahl anderer wissenschaftlicher Resultate
nimmt die GSI eine international führende Position in der Forschung mit Ionenstrahlen ein. In den nächsten Jahren soll
bei GSI ein neues internationales Beschleunigerzentrum für die Forschung mit Ionen- und Antiprotonenstrahlen entstehen.
Dort sollen grundlegende bisher ungelöste Fragen vom Aufbau der Materie und der Entwicklung des Universums beantwortet
werden.
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64291 Darmstadt
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