Die Forschungsministerien von zehn europäischen Ländern haben ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet, in dem
sie bekräftigen, in konkrete Verhandlungen über die gemeinsame Realisierung von FAIR einzutreten. Aus diesem Anlass
besuchten der Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen, und Walter
Hoffmann, MdB aus Darmstadt, die GSI.
Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Schweden und Spanien haben
das Memorandum of Understanding für FAIR unterzeichnet. Daneben haben China, Indien, Ungarn und die USA einen so genannten
Beobachterstatus. Es ist wahrscheinlich, dass sich diese und noch weitere Länder an FAIR beteiligen werden.
Mit dem Memorandum of Understanding haben sich die Unterzeichner-Länder im Wesentlichen zwei Ziele gesetzt: Zum einen
eine Organisations- und Finanzierungsstruktur zur Durchführung des Projekts zu entwickeln, zum anderen einen detaillierten
Zeit- und Kostenplan für die technische Realisierung zu erarbeiten. Dies soll bis Ende 2005 geschehen. 2006 sollen dann
vertragliche Vereinbarungen über Art und Umfang der Beteiligung der Partnerländer am Bau des neuen internationalen
Beschleunigerzentrums geschlossen werden.
Staatssekretär Catenhusen erklärte dazu heute: "Die heute vorgelegte Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für den
FAIR-Beschleuniger. Nun kommt es darauf an, dass gemeinsam ein Projektkonzept entwickelt wird, das allen Beteiligten gerecht
wird."
FAIR - Facility for Antiproton and Ion Research
FAIR ist ein Beschleunigerkomplex, dessen Herzstück ein großer
Doppelringbeschleuniger mit 1100 Metern Umfang ist. An diesen schließt sich ein komplexes System von Speicherringen und
Experimentierstationen an. Die bereits existierenden GSI-Beschleuniger dienen dabei als Vorbeschleuniger. FAIR wird Ionen-
und Antiprotonenstrahlen in bisher unerreichter Intensitätund Qualität liefern. Damit werden neue Experimente möglich,
die unser Verständnis von der Entwicklung des Universums und dem Aufbau der Materieweit voranbringen. Das gesamte
Investitionsvolumen für FAIR beträgt etwa 700 Mio. Euro. FAIR wird rund 2.500 Wissenschaftlern aus dem In- und
Ausland einzigartige Forschungsmöglichkeiten bieten.