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Darmstadt, den 18. Dezember 2002
Fünf Jahre Tumortherapie mit schweren Ionen bei GSI
Bisher 150 Patienten mit neuartigem Verfahren erfolgreich behandelt
Vor fünf Jahren, am 13.Dezember 1997, wurde am Schwerionenbeschleuniger der
Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) erstmals in Europa ein Tumor-Patient mit
Kohlenstoff-Ionenstrahlen behandelt. Dabei wurde ein neues, bis heute weltweit einzigartiges
Verfahren eingesetzt, das sich von allen anderen Therapien - konventionellen und
Teilchentherapien – stark unterscheidet. Bisher sind über 150 Patienten mit bis zu
hundertprozentiger Tumorkontrolle für bestimmte Tumorarten behandelt worden. Im
Frühjahr nächsten Jahres soll mit dem Bau eines klinischen Beschleunigerzentrums in
Heidelberg begonnen werden.
Die GSI betreibt eine mehrere hundert Meter lange Beschleunigeranlage, mit der schwere
Ionen fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden können. Sie werden zur
Grundlagenforschung auf breiter Basis, in Kern- und Atomphysik, Plasmaphysik,
Materialforschung und Strahlenbiologie genutzt.
Unter Leitung von Prof. Kraft wurden in langjährigen biophysikalischen Forschungsarbeiten,
Kohlenstoffstrahlen als das optimale Werkzeug für die Tumortherapie etabliert. Kohlenstoffstrahlen
erzeugen erst am Ende ihrer Reichweite im Tumor ihre größte Wirkung und führen
zu einer hohen Inaktivierung der getroffenen Tumorzellen. Im Eingangskanal, zwischen Hautoberfläche
und Tumor werden nur wenige, meist reparable Zellschäden verursacht. Dies führt
im besten Fall zu einer Tumorkontrolle von 100% für Chondrosarkome.
Mit einem bei GSI entwickelten Scanverfahren kann der Strahl millimetergenau über ein beliebiges
Tumorvolumen gerastert werden. Außerdem kann der Ionenstrahl im Patienten durch
eine geringe Aktivität von Positron-Emittern mit einer PET-Kamera (Positronen-Emissions-
Tomographie) von außen kontrolliert werden.
Nach dem soeben abgeschlossenen Behandlungsblock - genau 5 Jahre nach der ersten Behandlung
– sind bisher mehr als 150 Patienten sehr erfolgreich mit nur sehr geringen Nebenwirkungen
behandelt worden. Auch wenn für die Mehrheit der Patienten noch keine
abschließende Beurteilung abgeben werden kann, liegt die Heilungsrate sehr deutlich über der
der konventionellen Tumorbestrahlung.
Dieser Erfolg war nur möglich aufgrund hervorragender Leistungen der gesamten GSI und
den beteiligten Mitarbeitern der Uniklinik und des DKFZ Heidelberg und dem FZ
Rossendorf, vor allem aber vom engeren Team des Therapie-Pilot-Projekts unter der Leitung
von Dr. Dr. Jürgen Debus, Dr. Thomas Haberer und Dr. Wolfgang Enghardt.
Der klinische Erfolg der Ionenstrahltherapie bei GSI hat den Bau eines Beschleunigerzentrums
an der Heidelberger Klinik angestoßen, der im Frühjahr nächsten Jahres beginnen
soll. Auch auf europäischer Ebene gibt es in vielen Ländern ähnliche Projekte, die eine
Schwerionentherapie mit Kohlenstoff-Ionen aufbauen werden.
Wie wir heute sehen, hat die GSI vor fünf Jahren mit dem Beginn der Patientenbestrahlung
mit Kohlenstoff-Ionen einen guten und folgenreichen Anfang gemacht für weitere Therapie-
Zentren, vor allem aber für die Patienten, die dadurch geheilt werden.
Gesellschaft für Schwerionenforschung Planckstr. 1 64291 Darmstadt Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter Tel: 06159-71-2598 Fax: 06159-71-2991 Email: presse@gsi.de
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