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Darmstadt, den 17. Mai 2001
Element Hassium erstmals ins Periodensystem eingeordnet
Chemische Untersuchungen am bisher schwersten Element gelungen
Bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI in Darmstadt ist es
Wissenschaftlern erstmals gelungen das Element Hassium chemisch zu
untersuchen. Damit sind die Kernchemiker in Neuland vorgedrungen.
Hassium, das die Ordnungszahl 108 besitzt, ist das bisher schwerste
Element, welches nun seinen Platz im Periodensystem findet.
In dem
gerade abgeschlossenen Experiment kamen die Wissenschaftler zu dem
Ergebnis, dass Hassium der Gruppe 8 des Periodensystems angehört. Sein
nächster chemischer Verwandter ist das Schwermetall Osmium. Beide
besitzen die für ein Schwermetall außergewöhnliche Eigenschaft, mit
Sauerstoff eine leicht flüchtige Verbindung (Oxid) einzugehen.
Das
Experiment wurde an der Beschleunigeranlage UNILAC der GSI
durchgeführt. Dort wurden mit einer neuen Bestrahlungstechnologie
Magnesium-Ionen höchster Intensität auf Curium geschossen, sodass durch
Kernverschmelzung (Fusion) einzelne Atome des schweren Elements Hassium
entstehen konnten. Mit einer am Paul Scherrer Institut (Schweiz) und am
Lawrence Berkeley National Laboratory (USA) neu entwickelten
hochempfindlichen Analysemethode konnten die Wissenschaftler mit diesen
Atomen anschließend eine Sauerstoffverbindung herstellen und deren
Abscheidung auf Siliziumdetektoren bei sehr tiefen Temperaturen messen.
Dies gibt Aufschluss über die Einordnung in das Periodensystem. Die
Methode ist so sensitiv, dass nur sechs Hassium-Atome ausreichten, um
eine eindeutige chemische Charakterisierung vorzunehmen.
An
dem Experiment bei GSI war ein internationales Team von
Wissenschaftlern aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Russland und
China beteiligt. Bereits 1984 war das Element 108 bei GSI entdeckt
worden und wurde zu Ehren des Bundeslandes Hessen auf den lat. Namen
Hassium getauft. Damals konnte zwar die Existenz des Elements bewiesen
werden, aber über die chemischen Eigenschaften konnten keine Aussagen
gemacht werden. Mit der nun eingesetzten neuen Methode eröffnen sich
für die Zukunft ganz neue Möglichkeiten. So sollen weitere superschwere
Elemente im Gebiet der Ordnungszahlen 112 und 114 untersucht werden.
Dabei erwarten die Wissenschaftler deutliche Abweichungen von den
Vorhersagen innerhalb des Periodensystems.
Fotos: A.Zschau
Gesellschaft für Schwerionenforschung Planckstr. 1 64291 Darmstadt Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter Tel: 06159-71-2598 Fax: 06159-71-2991 Email: presse@gsi.de
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