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  Darmstadt, den 16. November 2004

Spezieller Netzanschluss für neuen Teilchenbeschleuniger
GSI und HSE unterzeichnen Vertrag

Die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) wird einen speziellen Anschluss ans Stromnetz für die geplante Beschleunigeranlage FAIR der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt-Wixhausen herstellen. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten die GSI-Geschäftsführer Prof. Walter F. Henning und Dr. Helmut Zeitträger sowie HSE-Vorstand Dr. Ulrich Wawrzik und HSE-Generalbevollmächtigter Lothar Litters am Dienstag (16.) bei der GSI. „Wir freuen uns, mit der HSE einen kompetenten Partner zur Realisierung von FAIR gewonnen zu haben“, sagte Dr. Zeitträger.

Der Auftrag hat ein Volumen von 2,5 Millionen Euro. Bis Ende 2005 soll der Anschluss für den neuen, mit 700 Millionen Euro Investitionsmitteln veranschlagten Schwerionenbeschleuniger der GSI fertig sein. Er wird die Anlage mit Spitzenleistungen von 30 Megawatt versorgen. Das entspricht in etwa dem Leistungsbedarf von 30.000 Haushalten – doch im Gegensatz zu einem herkömmlichen Netzanschluss wird die Energie von dem versorgten Teilchenbeschleuniger nicht verbraucht, sondern ständig in Impulsen wieder ins Netz zurückgegeben. Mehrmals pro Sekunde gelangen also rund 30 Megawatt zurück ins Netz. „Diese Impulse sind für sich genommen recht unspektakulär. Doch wenn ständig neue Impulse dazu kommen, können diese sich gegenseitig überlagern und so immer stärker werden – ähnlich wie wenn man Steine in eine Pfütze wirft und die Wellenringe sich überlagern und verstärken – irgendwann schwappt die Pfütze über“, erklärt HSE-Projektleiter Klaus Andres den Effekt. Um das öffentliche Stromnetz vor dem Einfluss dieser Impulse zu schützen, muss der Anschluss für den Teilchenbeschleuniger getrennt vom übrigen Netz erfolgen.

Dazu muss in einem ersten Schritt der 110-Kilovolt-Bereich der HSE-Umspannanlage (UA) Leonhardstanne in Wixhausen erweitert werden. Abgestimmt mit der Stadt Darmstadt und Hessen-Forst werden dafür bereits in den kommenden Wochen einige Bäume gefällt. Als Ausgleich pflanzt die HSE neue Bäume im Bereich des Gehaborner Hofs. In einem zweiten Schritt wird ein neues Leitungssystem von der UA Leonhardstanne zur UA Urberach der RWE errichtet. Der Anschluss erfolgt also von der GSI über die UA Leonhardstanne zur UA Urberach und damit direkt ans europaweite Höchstspannungs-Verbundnetz (220 Kilovolt). „Die Impulse gehen also direkt ins Verbundnetz, wo sie kaum spürbar sind. Vergleichbar den Wellen, die Steine auslösen, die ins Meer geworfen werden“, erklärt Andres.

Damit ermöglicht die HSE den Anschluss einer Anlage, von denen es weltweit nur etwa vier oder fünf vergleichbare gibt. „Wir sind stolz darauf, den technischen Herausforderungen gewachsen zu sein und damit das neue Beschleunigerprojekt der GSI unterstützen zu können. Damit tragen wir zur Sicherung des Standortes Darmstadt als Wissenschaftsstadt bei“, sagt Dr. Wawrzik.

Für die GSI ist es wichtig, schon in dieser frühen Phase des Vorhabens einen geeigneten Netzanschluss zu erhalten. Denn mit dem neuen Netzanschluss wird es möglich sein, die bestehende Beschleunigeranlage in einem Modus zu betreiben, in dem sie später als Vorbeschleuniger für die neue Anlage FAIR dient. Aber auch die Forschungsmöglichkeiten an der bestehenden Anlage werden schon davon profitieren. Die für den neuen Betriebsmodus notwendigen Maschinenentwicklungen und -tests können somit schon frühzeitig erfolgen. Der neue Stromanschluss ist außerdem so ausgelegt, dass er bei der späteren Inbetriebnahme der neuen Beschleuniger von FAIR problemlos angepasst werden kann.

Mit dem neuen Stromanschluss ist die GSI einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Realisierung von FAIR vorangekommen.


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