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Darmstadt, den 10. Juni 2009
Ein neues chemisches Element im PeriodensystemDas bei GSI entdeckte Element 112 offiziell bestätigt
Das am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entdeckte Element 112 ist offiziell bestätigt worden. Der dafür zuständige internationale Verband IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) hat dies dem Leiter des Entdeckerteams, Professor Sigurd Hofmann, in einem offiziellen Schreiben mitgeteilt. Darin werden die Entdecker außerdem aufgefordert, einen Namen für das neue Element vorzuschlagen. Dies werden die Wissenschaftler innerhalb der nächsten Wochen tun. Der Namensvorschlag wird von der IUPAC eingehend geprüft werden und nach etwa einem halben Jahr wird dann die endgültige Namensgebung erfolgen. Das neue Element ist 277-mal schwerer als Wasserstoff und somit das schwerste Element im Periodensystem.
"Wir freuen uns sehr, dass nun auch das sechste und somit alle bei uns
in den letzten knapp 30 Jahren entdeckten Elemente offiziell anerkannt
sind. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Entdeckerteams
werden sich in den nächsten Wochen zusammensetzen und einen Namen für
das neue Element vorschlagen", sagt Sigurd Hofmann. An den
Experimenten, die zur Entdeckung von Element 112 führten, waren 21
Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland, Russland und der Slowakei
beteiligt.
Bereits im Jahr 1996 hat das internationale
Forscherteam um Professor Sigurd Hofmann am Beschleuniger des GSI
Helmholtzzentrums erstmals ein Atom des Elements 112 erzeugt. Ein
zweites Atom konnten sie im Jahr 2000 nachweisen. In nachfolgenden
Experimenten im Beschleunigerlabor RIKEN in Japan konnten seitdem
weitere Atome des Elements 112 nachgewiesen werden, welche die GSI
Entdeckung zweifelsfrei bestätigten.
Zur Erzeugung des Elements
112 schießen die Wissenschaftler elektrisch geladene Zink-Atome, kurz
Zink-Ionen, mit dem 120 Meter langen GSI-Teilchenbeschleuniger auf eine
Folie aus Blei. Durch Kernfusion verschmelzen die beiden Atomkerne der
Elemente Zink und Blei zu einem Atomkern des neuen Elements. Es besitzt
die so genannte Ordnungszahl 112, daher der vorläufige Name "Element
112". Sie ergibt sich aus der Summe der Ordnungszahlen der beiden
Ausgangselemente: Zink hat die Ordnungszahl 30, Blei die Ordnungszahl
82. Die Ordnungszahl steht für die Anzahl der Protonen, die sich im
Atomkern befinden. Neben den Protonen befinden sich im Atomkern noch
Neutronen, die für die Einordnung des Elementes allerdings keine Rolle
spielen. Umkreist wird der Atomkern von 112 Elektronen, welche die
chemischen Eigenschaften des neuen Elements bestimmen.
Insgesamt
gelang es Wissenschaftlern in Experimenten am Beschleuniger des GSI
Helmholtzzentrums seit dem Jahr 1981 sechs chemische Elemente mit den
Ordnungszahlen 107 bis 112 zu entdecken. Den bislang offiziell
anerkannten Elementen 107 bis 111 hat die GSI bereits Namen gegeben:
Bohrium für Element 107, Hassium für Element 108, Meitnerium für
Element 109, Darmstadtium für Element 110 und Roentgenium für Element
111.  Download des Bildmaterials: 300dpi
72dpi
Bild: G. Otto, GSI
Professor Sigurd Hofmann, der Leiter des internationalen Entdeckerteams von Element 112.
 Download des Bildmaterials: 300dpi
72dpi
Bild: A. Zschau, GSI
Das internationale Entdeckerteam präsentiert die Erzeugung von Element 112.
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Planckstr. 1
64291 Darmstadt
Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter
Tel: 06159-71-2598
Fax: 06159-71-2991
Email: presse@gsi.de
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