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Darmstadt, den 8. Dezember 1999
Laser und Teilchenbeschleuniger zwischen Grundlagenforschung und Anwendungen
Erster Spatenstich für ein
Hochenergie-Laserlabor an der Gesellschaft für Schwerionenforschung,
GSI Darmstadt, durch den Staatssekretär Frank E. Portz, Hessisches
Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Der
Teilchenbeschleuniger ist neben dem Laser das wohl wichtigste
wissenschaftliche Forschungsinstrument des zu Ende gehenden 20.
Jahrhunderts. Jedes der Geräte für sich genommen, die beide
ursprünglich für die Grundlagenforschung entwickelt wurden bzw. aus ihr
entstammen, hat inzwischen eine enorme technologische Bedeutung
erlangt. Nicht mehr wegzudenken sind heute Anwendungen im Bereich der
Medizin, Biologie, Chemie, den Materialwissenschaften, der
Energieforschung, ja sogar der Geologie, der Archäologie oder der
Umweltforschung. Inzwischen eröffnet aber auch die Kombination von
Laser und Teilchenbeschleuniger völlig neuartige Möglichkeiten in der
Forschung und für Anwendungen. Die Gesellschaft für
Schwerionenforschung, GSI Darmstadt, das Schwerionen-Forschungszentrum
der Helmholtz-Gemeinschaft, startet mit einer weltweit einzigartigen
Kombination in das neue Jahrtausend. Heute erfolgt durch den Hessischen
Staatssekretär Frank Portz der erste Spatenstich für das PHELIX
Projekt, den Petawatt Hoch-Energie-Laser für Schwerionen-Experimente.
An der Beschleunigeranlage der GSI, die nach einer neuerlichen
Erweiterung hochenergetische Schwerionenstrahlen (GeV/u) mit nirgendwo
sonst erreichten Intensitäten abliefern kann, werden dann gleichzeitig
auch Laserpulse mit mehreren Kilojoule Energie zur Verfügung stehen.
Während der unvorstellbar kurzen Zeit von weniger als einer billionsten
Sekunde wird der Laser Spitzenleistungen von über einem Petawatt (1015
Watt = 1 Milliarde Millionen Watt) erreichen. So können hohe
Temperaturen erzeugt werden, wie sie im Kosmos einige Sekunden nach dem
Urknall geherrscht haben. Schon für sich genommen sind die Daten des
geplanten Lasers beeindruckend. Außergewöhnlich wird dieses Lasersystem
jedoch durch das synergetische Zusammenspiel mit dem
Schwerionenbeschleuniger unter Ausnutzung der spezifischen
Anwendungspotentiale von Laser und Teilchenbeschleuniger. Die
deponierte Energie eines Schwerionenpulses kann durch den neuen Ausbau
bis zu einem Kilojoule erreichen. Diese Kombination verspricht völlig
neuartige Zugänge zu einer Vielfalt grundlegender Experimente. Die
Forscher blicken gespannt in die Zukunft, welche neuen Erkenntnisse die
einmalige Verbindung von hochenergetischen schweren Ionen aus den
GSI-Teilchenbeschleunigern mit Lichtblitzen dieses Lasers z.B. auf den
Gebieten der Atom-, Kern-, Astro- und Plasmaphysik sowie in der
Materialforschung zu Tage fördern wird.
Gesellschaft für Schwerionenforschung Planckstr. 1 64291 Darmstadt Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter Tel: 06159-71-2598 Fax: 06159-71-2991 Email: presse@gsi.de
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