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Darmstadt, November 08, 2011
Wie ein echter MenschBeschleuniger-Experimente mit einer menschenähnlichen Spezialpuppe zur Verbesserung der Tumortherapie mit schweren Ionen
Mit einer menschenähnlichen Spezialpuppe haben
Wissenschaftler an der GSI-Beschleunigeranlage Experimente durchgeführt. Die Puppe ist eine Nachbildung eines Oberkörpers mit Kopf und ist in ihrem inneren und äußeren Aufbau einem Menschen nachempfunden. Mit dem so genannten
Matroshka-Experiment möchten die Wissenschaftler ein neues Messverfahren zur Qualitätssicherung und weiteren Verbesserung der Therapietechnik entwickeln. Durch den Einsatz der Spezialpuppe können sie dies durchführen, ohne einen echten Patienten behandeln zu müssen. Ein Zwilling der
Puppe befindet sich auf der internationalen Raumstation ISS. Dort wird unter anderem untersucht, wie hoch die Strahlenbelastung für einen Astronauten im Weltall ist.
Die Spezialpuppe ist eine Leihgabe vom Deutschen Zentrum für Luft- und
Raumfahrt (DLR). Von außen sieht die Spezialpuppe aus wie einfaches
braunes Plastik. Jedoch verbirgt sich im Inneren ein komplexer Aufbau
unterschiedlicher Materialdichten, die einem menschlichen Körper
inklusive der Knochen und verschiedener Gewebesorten entsprechen - wie
bei einem echten Menschen. Die Puppe ist aus mehr als 20 verschiedenen
Schichten zusammengesetzt, die auseinander genommen werden können. Im
Inneren der Schichten befinden sich Aussparungen zur Anbringung von
Messgeräten. Mit ihnen können die Wissenschaftler die Strahlung im
Inneren der Puppe messen. Bei einem echten Menschen eine
Unmöglichkeit. "In unserem aktuellen Experiment versuchen wir ein neues
Messverfahren für die Bestimmung der Position unseres Ionenstrahls bei
der Tumortherapie zu entwickelt", sagt Dr. Chiara La Tessa, die das
Experiment bei GSI leitet. "Ob das funktioniert, können wir nur
herausfinden, weil sich die Ionenstrahlen in der Puppe genau so
verhalten wie bei einem echten Patienten."
Bei der Tumortherapie
mit Kohlenstoff-Ionen, wie sie von GSI entwickelt wurde, kann der
Ionenstrahl millimetergenau in einen Tumor hineingebracht werden. Er
entfaltet erst an seinem Stopppunkt in der Tiefe die maximale Wirkung.
Die Position des Stopppunkts will La Tessa gemeinsam mit ihren Kollegen
in Echtzeit während eines Therapievorgangs genau bestimmen und so eine
bessere Diagnostik bei der Durchführung der Therapie erreichen. GSI
arbeitet bei dem Experiment mit Forschern der Universität La Sapienza in
Rom zusammen. Die italienischen Forscher bringen für die Durchführung
des Experiments besondere Messgeräte mit.
Bereits im Jahr
2009 war die Spezialpuppe für ein Experiment bei GSI. Damals wurde in
Zusammenarbeit mit dem DLR die Strahlenbelastung des Körpers bei
verschiedenen Strahlentherapieverfahren verglichen. Dazu wurde das
Phantom nicht nur bei GSI, sondern auch noch an Therapieanlagen in
Schweden, Schweiz, Japan und in Frankfurt bestahlt. Das DLR stellte die
Messgeräte zur Verfügung und übernahm die Datenanalyse.
Die
Behandlung mit Ionenstrahlen ist ein sehr präzises, hochwirksames und
gleichzeitig sehr schonendes Therapieverfahren. Ionenstrahlen dringen in
den Körper ein und entfalten ihre größte Wirkung erst tief im Gewebe,
hochpräzise in einem nur stecknadelkopfgroßen Bereich. Sie werden so
gesteuert, dass Tumoren bis zur Größe eines Tennisballs Punkt für Punkt
millimetergenau bestrahlt werden können. Das umliegende gesunde Gewebe
wird weitgehend geschont. Nach erfolgreichen Studien an der
GSI-Beschleunigeranlage hat GSI für den klinischen Routinebetrieb eine
maßgeschneiderte Beschleunigeranlage entwickelt, die am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT im Jahr 2009 in Betrieb gegangen
ist. Dort wurden mittlerweile über 500 Patienten behandelt. GSI forscht
weiter an der Behandlung neuer Indikationen, beispielsweise an bewegten Tumoren in der Lunge.  Download the picture: 300dpi
72dpi
Copyright: C. Pomplun, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Dr. Chiara La Tessa, Leiterin des Matroshka-Experiments bei GSI,
justiert die Lage des Kopfes der Spezialpuppe für ein Experiment zur
Entwicklung eines neuen Messverfahrens zur Verbesserung der
Therapietechnik mit Ionenstrahlen.
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72dpi
Copyright: C. Pomplun, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Dr. Chiara La Tessa, Leiterin des Matroshka-Experiments bei GSI,
inspiziert den Matroshka-Experimentaufbau zur Untersuchung eines neuen Messverfahrens zur Verbesserung der
Therapietechnik mit Ionenstrahlen.
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72dpi
Copyright: G. Otto, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Die vollständige Spezialpuppe des Matroshka-Experiments bestehend aus Torso und Kopf am GSI-Therapieplatz.
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Planckstr. 1
64291 Darmstadt
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Public Relations
Contact: Dr. Ingo Peter
Fon: +49-6159-71-2598
Fax: +49-6159-71-2991
Email: presse@gsi.de
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