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Darmstadt, den 8. November 2004
Chemisches Element 111 heißt "Roentgenium"
Namensvorschlag der GSI angenommen
Das chemische Element mit der Ordnungszahl 111 hat seit dem 1. November 2004
einen offiziellen Namen. Nach einem Vorschlag der GSI, bei der das Element entdeckt wurde, wird es den Namen
"Roentgenium" mit dem Symbol "Rg" tragen. Dieser Vorschlag wurde vom internationalen Chemikerverband IUPAC*
auf seiner Sitzung in Bled, Slowenien, angenommen und heute der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Roentgenium
ist damit das schwerste Element im Periodensystem, das mit einem Namen versehen ist
Der Name Roentgenium mit dem Symbol Rg für das Element 111 wurde zu Ehren
des Physikers Wilhelm Conrad Röntgen ausgewählt. Damit wird die Tradition fortgesetzt, chemische Elemente nach
verdienstvollen Wissenschaftlern zu benennen. Als Tag der Bekanntmachung wählte die IUPAC heute, den 8. November.
Röntgen war es am 8. November 1895 gelungen, die nach ihm benannten Röntgenstrahlen zu entdecken, wofür er 1901
den ersten Nobelpreis für Physik erhielt. Röntgenstrahlen finden breite Anwendung in der Medizin und Technik.
Ihre Entdeckung war wegbereitend für das Verständnis der Atome und Atomkerne, auf dem die moderne Physik beruht.
Das Element konnte am 8. Dezember 1994 zum ersten Mal bei der GSI nachgewiesen werden. Seitdem wurden die Messergebnisse
in weiteren unabhängigen Experimenten mehrfach bestätigt. Letztes Jahr hat die IUPAC die Existenz des Elements 111
endgültig anerkannt und der GSI das Entdeckerrecht zugesprochen. Traditionsgemäß wurde das Entdeckerteam aufgefordert,
einen Namen vorzuschlagen. Mit Benennung des Elements 111 haben die GSI-Forscher nunmehr dem fünften chemischen Element
einen Namen gegeben
Die erstmalige Erzeugung des Elements gelang einem internationalen Forscherteam um Professor Sigurd Hofmann an der
Beschleunigeranlage der GSI. Bei Beschuss einer Wismut-Folie mit Nickel-Ionen war es gelungen, durch Kernfusion drei
Atome des Elements 111 zu erzeugen. Mit empfindlichen Nachweisverfahren haben die Forscher die beim radioaktiven
Zerfall ausgesandten Alpha-Teilchen vermessen und auf diese Weise das neue Element identifiziert. Ein in Bezug
auf den neuen Elementnamen bemerkenswertes Ergebnis ist, dass bei dem Zerfall neben den Alpha-Teilchen auch
Röntgenstrahlung gemessen wurde. Die gemessene Röntgenstrahlung gibt zusätzliche Aufschlüsse über die Struktur
sowohl des Atomkerns als auch der Elektronenhülle von Roentgenium.
*IUPAC – International Union of Pure and Applied Chemistry
Pressemitteilung der IUPAC:
www.iupac.org/news/archives/2004/naming111.html
GSI-Experimente zu Element 111: www.gsi.de/portrait/heavyelements.html
Gesellschaft für Schwerionenforschung
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64291 Darmstadt
Öffentlichkeitsarbeit
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