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Darmstadt, Mai 2002
Auf der Suche nach dem Ursprung der Materie:
Wissenschaftler aus aller Welt diskutieren zukünftige Experimente an der GSI
Über
170 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 25 Ländern und vier
Kontinenten treffen sich vom 13. bis 16. Mai an der GSI in Darmstadt um
gemeinsam über zukünftige Experimente an einer projektierten
Beschleunigeranlage zu diskutieren. Der Vorschlag, einen neuen großen
Ringbeschleuniger für Atomkerne und Antiprotonen (Antimaterie) an der
GSI zu bauen und damit grundlegende Experimente zur Untersuchung
elementarer Materie durchzuführen, wurde im Laufe der letzten Jahre
ausgearbeitet und im Herbst 2001 dem deutschen Wissenschaftsrat zur
Begutachtung vorgelegt.
Zentrales Thema der internationalen Konferenz an der GSI ist
die Frage nach den Eigenschaften komprimierter Kernmaterie, wie sie zum
Beispiel im Zentrum von Neutronensternen existiert. ähnlich extreme
Verhältnisse können auf der Erde nur in Stößen zwischen schweren
Atomkernen kurzzeitig erzeugt werden. Hierbei wird Kernmaterie – die
aus Protonen und Neutronen besteht – so stark erhitzt und verdichtet,
dass diese Teilchen ihre Eigenschaften verändern und sich schließlich
in ihre elementaren Bestandteile - die Quarks - auflösen. Die Physiker
versuchen, mit diesen Experimenten fundamentale Fragen der modernen
Physik zu beantworten:
Warum hat man noch nie freie Quarks die elementaren Bestandteile der Materie – beobachten können?
Warum sind Protonen und Neutronen etwa 40 Mal schwerer die drei Quarks, aus denen sie bestehen?
Was ist der Ursprung dieser Masse, die immerhin über 99% der uns umgebenden Materie ausmacht ?
Antworten auf diese und ähnliche Fragen suchen auch die
Wissenschaftler am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf und in
Brookhaven (USA). In diesen Labors werden Atomkerne mit extrem hohen
Energien aufeinander geschossen, sodass sich die Kernmaterie sehr stark
erhitzt. An der GSI hingegen soll ein alternativer Weg eingeschlagen
werden: die größtmögliche Kompression von Kernmaterie bei moderater
Erhitzung. Diese Experimente erfordern weniger hohe Energien aber dafür
höhere Intensitäten der Schwerionenstrahlen. Genau dies soll die an der
GSI projektierte Experimentier – und Beschleunigeranlage leisten. Am
Ende ihrer Vorträge und Diskussionen hoffen die Wissenschaftler aus
aller Welt, die zur Zeit an der GSI versammelt sind, dem optimalen
Konzept für ein zukünftiges Experimentierprogramm einen großen Schritt
näher gekommen zu sein.
Gesellschaft für Schwerionenforschung Planckstr. 1 64291 Darmstadt Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter Tel: 06159-71-2598 Fax: 06159-71-2991 Email: presse@gsi.de
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