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Darmstadt, March 12, 2009
Einweihung neuer Experiment-Aufbauten für die Materialforschung mit Ionenstrahlen am GSIWissenschaftler können Materialien für Satelliten, Raumfahrt und zukünftige Beschleunigeranlage FAIR erforschen und neue Nanostrukturen herstellen
Drei neue Experiment-Aufbauten für die Materialforschung wurden am Donnerstag, den 12. März an der Beschleunigeranlage des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt eingeweiht. GSI, das Helmholtz-Zentrum Berlin und die Universitäten Darmstadt, Dresden, Göttingen, Heidelberg, Jena und Stuttgart haben sie in gut zwei Jahren Planungs- und Aufbauzeit gemeinsam errichtet. An den neuen Experiment-Aufbauten können Wissenschaftler unter anderem Materialien untersuchen, die in Satelliten, der Raumfahrt oder in der zukünftigen Beschleunigeranlage FAIR eingesetzt werden, oder mit Ionenstrahlen neue Nanostrukturen herstellen. Die ersten Experimente sind für Ende März geplant.
Der Aufbau der neuen Experimentanlagen war eine strategische
Entscheidung der Helmholtz-Gemeinschaft, die Materialforschung mit
Ionenstrahlen am GSI zusammenzuführen. Die Materialforschung am
Ionenstrahllabor des Helmholtz-Zentrums Berlin wurde im Zuge dieser
Entscheidung eingestellt. Etliche Komponenten wurden von dort zu GSI
verlagert. An den neuen Experiment-Aufbauten werden in Zukunft
gemeinsame Kompetenzen gebündelt und effizient genutzt. Die
Helmholtz-Gemeinschaft hat die Zusammenführung der Materialforschung
mit Ionenstrahlen am GSI mit etwa 700.000 Euro gefördert. Zusätzlich
haben die Universitätsgruppen, die künftig am GSI forschen werden, neue
Komponenten entwickelt und aufgebaut.
Wissenschaftler werden an
den neuen Messplätzen die Wirkung von Ionenstrahlen auf verschiedene
Materialien untersuchen. Dies ist zum Beispiel wichtig, um
herauszufinden, welche Materialien für Satellitentechnik und Raumfahrt
geeignet sind. Beim Einsatz im All sind die Materialien ununterbrochen
der kosmischen Strahlung ausgesetzt. Ihre Funktionsfähigkeit darf
dadurch nicht beeinträchtigt werden. Dies ist auch für Materialien von
großer Bedeutung, die für die zukünftige Beschleunigeranlage FAIR bei
GSI eingesetzt werden sollen. Auch dort sind bestimmte Bauteile einer
Bestrahlung mit Ionen ausgesetzt.
Die Herstellung von
Nanostrukturen ist ein weiteres Forschungsfeld in der
Materialforschung. Mit Ionenstrahlen können zum Beispiel extrem dünne
und lange Kanäle, mit einem Durchmesser von etwa zehn Nanometern und
einer Länge von bis zu 100 Mikrometern hergestellt werden.
Wissenschaftler wollen die Eigenschaften und mögliche Anwendungsgebiete
dieser und anderer Nanostrukturen untersuchen.
Forschergruppen
aus etwa zehn Ländern, darunter zehn deutsche Universitäten, haben
knapp 50 Anträge für Experimente an den neuen Messaufbauten gestellt.
Sie werden von einem internationalen Gutachtergremium am 12. und 13.
März begutachtet.
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Planckstr. 1
64291 Darmstadt
Germany
Public Relations
Contact: Dr. Ingo Peter
Fon: +49-6159-71-2598
Fax: +49-6159-71-2991
Email: presse@gsi.de
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