Darmstadt, den 01. Juni 2007
Auszeichnung für GSI-Forschung in der Tumortherapie
IBA-Europhysics-Preis 2007 für Dr. Dieter Schardt
Der diesjährige Europhysics-Preis der Ion Beam Applications (IBA) Group geht gemeinschaftlich an Dr. Dieter Schardt von der
Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt und an Professor Wolfgang Enghardt von OncoRay / Forschungszentrum
Dresden-Rossendorf für herausragende Beiträge zur Entwicklung der Tumortherapie mit Ionenstrahlen an der GSI.
Die beiden Forscher entwickelten neuartige Methoden zur Bestrahlungsplanung und
-überwachung für die Tumortherapie mit Ionenstrahlen. Vorteil dieser neuen Behandlungsmethode ist die gezielte Wirkung der
Ionenstrahlung in der Tiefe des Körpers und somit direkt im Tumor. Umliegendes gesundes Gewebe wird so weitestgehend geschont.
Über 350 Patienten mit Tumoren im Kopf- und Halsbereich wurden bisher an der Beschleunigeranlage der GSI behandelt. Die
Heilungsraten sind sehr hoch. Sie liegen – je nach Art des Tumors – zwischen 75 und 90 Prozent.
Dr. Dieter Schardt hat die physikalischen Prozesse beim Eindringen des Ionenstrahls in den Körper des Patienten und ins
Tumorgewebe untersucht. Seine präzisen Messungen bilden die Grundlage für die Bestrahlungsplanung bei der Tumortherapie mit Ionen.
Professor Wolfgang Enghardt entwickelte ein neuartiges Verfahren zur Überwachung der Eindringtiefe der Ionen mit Hilfe der
Positronen-Emissions-Tomographie.
Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wird von der IBA Group gestiftet und alle zwei Jahre durch die European
Physical Society (EPS) verliehen.
Gesellschaft für Schwerionenforschung
Planckstr. 1
64291 Darmstadt
Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter
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Email: presse@gsi.de
Die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt ist ein vom Bund und dem Land Hessen finanziertes
Forschungszentrum der Grundlagenforschung. Sie ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Der Bau und Betrieb von Beschleunigeranlagen
sowie die Forschung mit schweren Ionen sind Aufgabe der rund 1050 Mitarbeiter. Jährlich kommen über 1.000 Wissenschaftler, denen die
GSI ihrer Aufgabe entsprechend den Zugang zur ihren Forschungsanlagen ermöglicht. Die GSI verfügt über eine hervorragende und weltweit
einmalige Beschleunigeranlage für Ionenstrahlen. Das Forschungsprogramm der GSI umfasst ein breites Spektrum, das von Kern- und
Atomphysik über die Plasma- und Materialforschung bis hin zur Tumortherapie reicht. Die wohl bekanntesten Resultate sind die
Entdeckung von neuen chemischen Elementen und die Entwicklung einer neuartigen Tumortherapie mit Ionenstrahlen. Mit diesen und einer
Vielzahl anderer wissenschaftlicher Resultate nimmt die GSI eine international führende Position in der Forschung mit Ionenstrahlen
ein. Bis 2015 soll bei GSI das neue internationale Beschleunigerzentrum FAIR für die Forschung mit Ionen- und Antiprotonenstrahlen
entstehen. Dort erwarten Wissenschaftler Antworten auf grundlegende bisher ungelöste Fragen zum Aufbau der Materie und der
Entwicklung des Universums. Weitere Informationen unter: www.gsi.de/portrait
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