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  GSI-Nachrichten 01-1998

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Premiere bei der Tumortherapie - Pilotstudie erfolgreich gestartet

Erstmals in Europa wurden im Dezember 1997 am Schwerionenbeschleuniger der GSI Tumorpatienten mit einem Strahl hochenergetischer Kohlenstoffionen behandelt. Zwei Neuentwicklungen, das Rasterscan-Verfahren zur präzisen Applikation der Strahlendosis und die Kontrolle der Strahlung mit Gamma-Kameras kamen dabei zum Einsatz. Mehr...



Vor der Bestrahlung. Der Kopf der Patientin wird durch eine Maske millimetergenau fixiert. Oberhalb und unterhalb sind die PET-Kameras zu erkennen, im Hintergrund links das Monitorsystem zur Überwachung des Strahls (ockerfarbenes Quadrat).




Dielektrische Rekombination - Spektroskopie doppelt angeregter atomarer Zustände

Alle chemischen Elemente, die schwerer als Eisen sind, entstehen nach dem heutigen Verständnis der chemischen Elementsynthese im Verlauf von Supernova-Explosionen. Dabei herrschen gewaltige Temperaturen, so daß die neu gebildeten Atome nahezu vollständig ionisiert sind. Wie fangen diese hochgeladenen Ionen ihre Elektronen ein, um in neutrale Atome überzugehen? Welche Elementarprozesse spielen dabei eine Rolle? Diese Fragen können mit dem Experimentierspeicherring ESR und seinem Elektronenkühler untersucht werden. Mehr...




Die im ESR gespeicherten lithiumähnlichen Goldionen treffen im Elektronenkühler auf Elektronen, die dabei in einen gebundenen Zustand mit der Hauptquantenzahl n eingefangen werden können. Trägt man den Ratenkoeffizienten, der den Einfangquerschnitt gefaltet mit der Relativgeschwindigkeit der Elektronen angibt, gegen deren Relativenergie auf, so zeigt sich eine Serie von Resonanzen, die durch dielektronische Rekombination zustande kommt.





Die Kunst, mit einzelnen Ionen gezielt zu schießen - Erzeugung von Mikrostrukturen

Klassische Werkzeuge zum Fräsen und Bohren werden in der Mikrosystemtechnik mehr und mehr durch Strahlen und Chemie abgelöst. Immer kleinere Strukturen will man immer schneller und preisgünstiger herstellen - da ist die Idee berechtigt, auch schwere Ionen auf Einsatzmöglichkeiten und Verwendbarkeit für neue Mikrotechnologien zu testen. Mehr...




Hermann von Helmholtz - nach einem Photo mit einzelnen Ionen (Nickel, 3,6 MeV pro Nukleon) in Polykarbonatfolie geschrieben. Nach der Bestrahlung mit der Mikrosonde, die etwa eine halbe Minute in Anspruch nimmt, wurden die Spuren durch Ätzen sichtbar gemacht.




Seltsame Teilchen als Sonden komprimierter Kernmaterie

Wie reagiert Kernmaterie, wenn man sie komprimiert und erhitzt? Welche Rolle spielen seltsame Teilchen in dichter und heißer Kernmaterie? Ändern Teilchen unter solchen extremen Bedingungen ihre Eigenschaften? Die Antworten auf diese Fragen sind von grundlegender Bedeutung für unser Verständnis der starken Wechselwirkung und haben darüberhinaus große Relevanz für astrophysikalische Themen, z.B. die Frage: Unter welchen Bedingungen entsteht nach der Explosion einer Supernova ein Neutronenstern, wann ein schwarzes Loch? Zwei Teilchen, das Kaon K+ und sein Antiteilchen, das Antikaon K-, spielen dabei eine wichtige Rolle. Am Synchrotron der GSI in Darmstadt lassen sich Schwerionenstöße untersuchen, bei denen Kaonen entstehen. Mit Hilfe eines Magnetspektrometers ist es möglich, Anzahl, Energie und Emissionswinkel der produzierten Kaonen zu bestimmen. Dabei erhält man nicht nur Aufschluß über Zustand und Eigenschaften der Kernmaterie, sondern auch erste Hinweise darauf, daß sich die nukleare Umgebung auf die Kaonenmassen auswirkt. Das zunächst erstaunliche Resultat, daß in heißer, dichter Kernmaterie wesentlich mehr Antikaonen produziert werden als man erwartet, zeigt interessante Perspektiven auf. Mehr...




Das Kaonenspektrometer registriert den Impuls des Kaons, sein Emissionswinkel, die Zentralität des Stoßes, die Gesamtzahl der an der Reaktion beteiligten Nukleonen und die Orientierung der Reaktionsebene im Raum. Das Spektrometer bestimmt den Impuls und die elektrische Ladung des Teilchens über dessen Ablenkung im Magnetfeld und den Ort seines Auftreffens in der Fokalebene. Die Geschwindigkeit wird durch die Messung von Flugzeit und Flugbahn festgelegt. Aus diesen Größen ergibt sich die Ruhemasse und damit die Identität des Teilchens.




Spaltexperimente mit Sekundärstrahlen

Die Kernspaltung ist ein besonders dramatischer Prozeß der kollektiven Bewegung von kalter Kernmaterie. Während sich die Kernform grundlegend ändert, müssen sich die einzelnen Nukleonen in ihren quantenmechanischen Zuständen dieser Bewegung anpassen. Auch nach fast 60 Jahren intensiver Forschung versteht man das komplexe Wechselspiel von kollektiver Bewegung unter dem Einfluß der auseinandertreibenden elektrischen Kräfte und von Einzelbewegung der Nukleonen nicht vollständig. Ein Grund dafür liegt in der begrenzten experimentellen Information über den Kernspaltungsprozeß. Bisher waren nur etwa 15% der spaltbaren Kerne für Spaltexperimente zugänglich, weil man neben Spontanspaltern nur genügend langlebige Kerne untersuchen konnte. Am Fragmentseparator der GSI ist es nun erstmal möglich, durch die Verwendung von Sekundärstrahlen die Spalteigenschaften von kurzlebigen Kernen zu untersuchen. Mehr...




Übersicht der bisher untersuchten Massen- und Elementverteilungen in der Niederenergiespaltung, dargestellt auf einer Nuklidkarte. Die blauen Kreise bezeichnen alle Kerne, deren Massenverteilungen in früheren Experimenten bei Anregungsenergien unter 10 MeV über der Spaltbarriere gemessen wurden. Beispielhaft sind für einige Kerne die Massen- bzw. Elementverteilungen dargestellt. Die neu untersuchten Kerne sind durch grüne Kreuze gekenzeichnet.
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