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| Der Stoff aus dem Atomkerne sind |
         
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Der Stoff aus dem Atomkerne sind
Wie Wasser - und alle uns
umgebende Materie - je nach Druck und Temperatur fest, flüssig oder
gasförmig ist, so sollte auch die Kernmaterie - der aus geladenen
Protonen und elektrisch neutralen Neutronen bestehende »Stoff«, der die
Atomkerne bildet - verschiedene Aggregatzustände annehmen können. In
der Tat konnten GSI-Forscher vor kurzem den Beweis für diesen lange
gesuchten Phasenübergang von flüssiger nach gasförmiger Kernmaterie
erbringen. Bei noch höheren Temperaturen und Drücken ist sogar eine
Auflösung der Kernbausteine in eine neue Materieform, das
Quark-Gluon-Plasma zu erwarten.
Fast die gesamte Materie der
Atome steckt in ihren Kernen. Die Atomkerne besitzen daher, verglichen
mit den chemischen Elementen oder chemischen Verbindungen, eine
unvorstellbar hohe Dichte. Sie ist um mehr als 14 Zehnerpotenzen (1 zu
1014)
größer als die des Wassers. Andererseits ist das Abstandsverhalten der
Kräfte, die zwischen den Kernbausteinen wirken, ganz ähnlich dem, wie
wir es von Flüssigkeitsmolekülen her kennen. Auf sehr kurze Distanz
wirken die Bindungskräfte abstoßend, bei mittleren Nukleonenabständen
jedoch anziehend. In der Tat verhalten sich Atomkerne in vieler
Hinsicht wie Flüssigkeitstropfen.
In Fortführung dieser Überlegung ergibt sich die interessante
Frage, ob Kernmaterie - analog zum Wasser - auch in andere Phasen, zum
Beispiel in ein Gas, übergehen kann. Für den Physiker führt dies auf
die allgemeinere Fragestellung, die Zustandsgleichung der Kernmaterie
zu untersuchen, die die thermodynamischen Größen Druck, Dichte und
Temperatur miteinander verbindet.
Aufschluß hierüber läßt sich aus dem Zusammenprall schwerer
Atomkerne mit relativistischen Geschwindigkeiten gewinnen, also mit
Geschwindigkeiten, die der des Lichts nahekommen und wie sie am
Schwerionen-Synchrotron SIS in Darmstadt zur Verfügung stehen. Dabei
lassen sich Dichte und Temperatur der Kernmaterie in weiten Bereichen
und unter kontrollierten Bedingungen variieren. Zum einen geht die
Bewegungsenergie der aufeinanderprallenden Atomkerne in innere Anregung
der Kerne über: Sie werden erhitzt. Zum anderen entsteht dort, wo die
Atomkerne frontal aufeinander treffen - in dem kleinen Volumen der
Kollisionszone - für extrem kurze Zeit verdichtete Kernmaterie. Über
die genaue Untersuchung der dabei ablaufenden Prozesse gewinnt man
Einblick in die Eigenschaften heißer und verdichteter Kernmaterie.
Kernmaterie kocht auch nur wie Wasser
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| Blick
in die Detektorkammer der aufgefahrenen Time Projection Chamber (TPC),
mit der am ALADIN-Spektrometer der Aufbruch heißer Kerne untersucht
wird. Der Magnet des Spektrometers ist im Hintergrund (auf der rechten
Seite, blau) zu erkennen. |
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| Erhitzte
Kernmaterie (linkes Diagramm) zeigt ein Verhalten, das analog zur
Temperaturkurve von kochendem Wasser (rechtes Diagramm) verläuft. Die
Kernmaterie »verharrt« bei Steigerung der Anregungsenergie auf einem
bestimmten Temperaturniveau, bevor bei weiterer Energiezufuhr die
Temperatur wieder ansteigt. Die bei der GSI gewonnenen Meßdaten sind
(gegenüber denen der anderen Labors) rot eingezeichnet. |
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| Um
den Kollisionspunkt herum deckt der FOPI-Detektor den gesamten
Raumwinkel ab. Ein großer Magnet (rot) umschließt verschiedene
Detektor-Komponenten. Der beschleunigte Schwerionenstrahl trifft von
links auf die Targetfolie. Die in einem Ereignis registrierten
Teilchenspuren (Nukleonen grün, Pionen rot) sind als
Computerrekonstruktion eingezeichnet. |
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| Die
zentrale Detektorkammer des FOPI-Detektors im ausgefahrenen Zustand bei
Montagearbeiten. Vorbereitung, Durchführung und Auswertung dieser
großen Experimente erfolgt unter maßgeblicher Mitwirkung von jungen
Nachwuchswissenschaftlern und Doktoranden. |
Am großen Magnetspektrometer
ALADIN (Abkürzung für die etwas gequälte Wortschöpfung »A LArge DIpol
magNet«) konzentrieren sich die Untersuchungen auf das Verhalten heißer
Kerne.
Die Theorie sagt seit über 20 Jahren einen
Flüssigkeit-Gas-Phasenübergang von Kernmaterie beim Erreichen einer
bestimmten kritischen Temperatur voraus. Dessen Existenz konnte jedoch
erst vor kurzem eine GSI-Forschergruppe eindeutig nachweisen. Bei
diesen Experimenten wurden schwere Projektilkerne, zum Beispiel Kerne
von Goldatomen, auf leichte Targetkerne, zum Beispiel Kohlenstoff,
geschossen mit dem Ergebnis, daß die leichten Kerne aufgrund ihrer
geringen Masse die schweren Projektile während des Stoßes zwar nur
unwesentlich komprimieren konnten, sie jedoch so stark aufheizten, daß
sie in zahlreiche Bruchstücke zerfielen. Durch die Messung und genaue
Identifikation dieser Kernbruchstücke ließ sich in komplizierter Weise
auf Anregungsenergie und Kerntemperatur beim Aufbruch der schweren
Projektilkerne zurückschließen.
Beim Auftragen dieser Werte in einem
Temperatur-Energie-Diagramm ergab sich Zustandskurve, wie sie für
Wasser beim Verdampfen typisch ist, nämlich die Bildung eines Plateaus
mit einem nachfolgenden erneuten Anstieg.
Dieses Verhalten läßt sich wie folgt interpretieren: Beim
Erreichen des Plateaus beginnt der Kern zu sieden. Die weitere
Energiezufuhr führt dann nicht zu einer weiteren Temperaturerhöhung.
Vielmehr werden in der flüssigen Kernmaterie die Bindungen zwischen den
Nukleonen aufgebrochen, und die flüssige Kernmaterie geht in ein Gas
niedrigerer Dichte über. Erst wenn dieser Übergang vollzogen ist, führt
weitere Energiezufuhr zu einem erneuten, bei den ALADIN-Experimenten
zum ersten Mal beobachten Temperaturanstieg, das eindeutige Indiz für
den Phasenübergang.
Aber was passiert, wenn Atomkerne nicht nur erhitzt, sondern
zusätzlich verdichtet werden? Experimentell läßt sich dies in zentralen
Kern-Kern-Stößen bei relativistischen Energien verwirklichen, bei einem
Volltreffer von schweren Projektilkernen mit nahezu
Lichtgeschwindigkeit auf ebenfalls schwere Targetkerne. Dabei werden
die Nukleonen in der Überlappungszone der beiden Kerne für eine extrem
kurze Zeitspanne von 10-22 Sekunden auf ein Mehrfaches der Normaldichte
komprimiert, bei SIS-Energien bis auf das Zwei- bis Dreifache.
Trotz dieser extrem kurzen Zeitspanne gelingt es,
Informationen über diese Hochdichtephase zu erhalten - im wesentlichen
mit zwei Untersuchungsmethoden. Auf die Kompressionsphase, in der die
Kernmaterie gleichsam wie eine Feder gespannt ist, folgt eine
explosionsartige Expansionsphase, in deren Folge die zur Kollision
gebrachten Kerne in zahlreiche Bruchstücke, man sagt Kernfragmente,
aufbrechen. Aus der Massen- und Geschwindigkeitsverteilung der
freigesetzten Kernbruchstücke kann über eine Rekonstruktion des
Kern-Kern-Stoßes auf die anfängliche Kompression zurückgeschlossen
werden.
Das zentrale Instrument für diese Untersuchungen ist der
sogenannte 4Pi- oder FOPI-Detektor (abgeleitet vom englischen Four Pi),
mit dem alle in der Expansionsphase emittierten Teilchen nach Größe,
Richtung und Geschwindigkeit registiert werden.
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| Eine
explosionsartige Expansion von Kernfragmenten, wie sie mit dem
FOPI-Detektor bei einem zentralen Stoß zwischen Gold-Kernen mit 50% der
Lichtgeschwindigkeit beobachtet wurde. Die bei den größeren Fragmenten
nahezu gleiche mittlere Geschwindigkeit steht im Widerspruch zu
Vorhersagen des thermischen Modells und deutet auf eine kollektive
Expansion der Kollisionszone hin, bei der sich alle Fragmente mit
nahezu gleicher Geschwindigkeit vom Reaktionszentrum wegbewegen. |
Das mathematische Symbol 4 steht für den gesamten Raumwinkel
und soll andeuten, daß wirklich alle herausfliegenden Teilchen erfaßt
und ausgemessen werden. Als Beispiel dafür, wie die mit diesem Detektor
aufgenommenen Daten aussehen, ist in folgender Abbildung die nach dem
Zusammenstoß von zwei Goldkernen beobachtete explosive Expansion
dargestellt.
Ihre Analyse ergibt, daß über die Hälfte der im
Kern-Kern-Stoß eingebrachten Energie sich in der auf die Kompression
folgenden kollektiven Expansion wiederfindet. Nur der verbleibende Rest
kann in die Anregung von inneren Freiheitsgraden der Nukleonen oder in
eine ungeordnete Nukleonenbewegung, also eine Temperaturerhöhung,
übergegangen sein.
Zur genauen Auswertung der Kern-Kern-Kollisionen und der
daraus folgenden Eigenschaften von Kernmaterie bedarf es des Vergleichs
mit theoretischen Modellrechnungen. Ein Beispiel für eine solche
Rechnung - und zugleich eine schöne Illustration eines
hochenergetischen Kern-Kern-Stoßes - zeigt die Abbildung IV.6. Das bei
diesen Kern-Kern-Stößen beobachtete Szenario weist viele Ähnlichkeiten
mit einer Supernova-Explosion auf, bei der das Innere eines Sterns
durch einen Gravitationskollaps auf das Vielfache der normalen
Kerndichte komprimiert wird und danach unter Zurücklassung eines
Neutronensterns explosionsartig seine äußeren Massenschalen in den
Weltraum schleudert.
Boten aus dem Feuerball
Eine andere Möglichkeit,
die beim Stoß von zwei Atomkernen verdichtete Kernmaterie zu
untersuchen, ist die Beobachtung der von ihr ausgehenden Strahlung. In
der Kollisionszone können einzelne Nukleonen in energetisch höhere
Zustände, zu sogenannten Nukleonen-Resonanzen, angeregt werden.
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Der theoretisch simulierte räumliche und zeitliche Ablauf eines Kernzusammenpralls in drei, sich jeweils um 3 x 10-23
s unterscheidenden Zeitabschnitten (im Schwerpunktsystem betrachtet):
die Annäherungsphase; aufgrund relativistischer Effekte sind die Kerne
in Bewegungsrichtung verkürzt (links), die Hochdichtephase (Mitte) und
die Expansionsphase (rechts). Man erkennt, daß in der Hochdichtephase
Nukleonen-Resonanzen (grün) angeregt werden, die anschließend durch die
Emission von Mesonen (rot) zerfallen. In der Endphase der Kollision
fliegen alle Teilchen explosionsartig in alle Richtungen weg.
Animation als Mpeg-File(2682810 Bytes)
Weitere Kernzusammenprallsimulationen:
Der
theoretisch simulierte räuliche und zeitliche Ablauf des
Kernzusammenpralls, bei verschiedenen Energien (E) und Abständen (b).
Nukleonen sind blau, Nukleonen-Resonanzen grün und Mesonen rot
dargestellt. Diese Filmsequenzen beruhen auf Rechnungen von Steffen A.
Bass mit dem QuantenMolekularDynamik Model mit Isospinfreiheitsgraden
(IQMD).
Gold auf Gold
E = 1 GeV pro Nukleon, b = 12 Fermi
(Mpeg-File mit 1121715 Bytes)
E = 1 GeV pro Nukleon, b = 6 Fermi
(Mpeg-File mit 2195804 Bytes)
E = 1 GeV pro Nukleon, b = 3 Fermi
Mpeg-Fileg mit 2269136 Bytes)
E = 1 GeV pro Nukleon, b = 0 Fermi
(Mpeg-File mit 2526016 Bytes)
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Die Nukleonen besitzen nämlich eine innere Struktur. Sie sind
aus Quarks und Gluonen zusammengesetzt und können durch Wechselwirkung
mit ihrer Umgebung, zum Beispiel durch Stöße mit anderen Nukleonen in
der verdichteten heißen Reaktionszone, in höhere Zustände angehoben
werden. Die Nukleonen-Resonanzen zerfallen schon nach sehr kurzer Zeit
wieder - noch während der Kern-Kern-Kollision - und senden dabei
Mesonen und andere Teilchen wie Gammaquanten oder
Elektron-Positron-Paare aus. Die können gemessen werden und fungieren
so als Boten aus der, im Forscherjargon Feuerball genannten, heißen
Kollisionszone.
Bei SIS-Energien wird vorzugsweise die sogenannte
Delta-Resonanz - das niedrigste der angeregten Nukleonenniveaus -
erzeugt, die über die Emission von -Mesonen zerfällt. Messungen am
FOPI-Detektor, am Zwei-Arm-Photonenspektrometer TAPS (Two Arm Photon
Spectrometer) und dem Magnetspektrometer KaoS (Kaon- oder
K-Meson-Spektrometer) haben gezeigt, daß in der Verdichtungszone für
kurze Zeit bis zu einem Drittel der Nukleonen als Delta-Resonanzen
vorliegt. Das heißt, die im Kern-Kern-Stoß stekkende Energie bewirkt zu
einem beträchtlichen Teil auch die Anregung innerer Freiheitsgrade der
Nukleonen.
Dies hat wichtige Konsequenzen für die Anregung noch höherer
Nukleonen-Resonanzen beziehungsweise für die Emission von Mesonen, die
schwerer sind als das -Meson, beispielsweise das -Meson oder das
K-Meson. So ergaben Experimente am KaoS-Spektrometer, daß die
Produktion von K-Mesonen überwiegend auf die Stöße einer Delta-Resonanz
mit einem Nukleon oder sogar von zwei Delta-Resonanzen in der
Verdichtungszone zurückgeht. Die beträchtliche Konzentration an
Delta-Resonanzen erlaubt sogar die Produktion von Antiprotonen, nämlich
über energiereiche Delta-Delta-Stöße, wie am Fragmentseparator FRS
gezeigt wurde.
Eine andere im Hinblick auf die Theorie der starken
Wechselwirkung grundlegende Frage ist die nach den effektiven
Nukleonen- und Mesonenmassen in heißer, dichter Kernmaterie. In der
verdichteten und erhitzten Kollisionszone eines Kern-Kern-Stoßes
erwartet man für bestimmte Mesonen, zum Beispiel das -Meson, eine
Abnahme der effektiven Masse. Dies sollte sich über den Zerfall des
-Mesons in ein Elektron-Positron-Paar experimentell beobachten lassen.
Zur Klärung dieser Fragestellung wird gegenwärtig in Darmstadt ein
neues und technologisch besonders anspruchsvolles Detektorsystem mit
dem Namen HADES (High Acceptance Di-Electron Spectrometer) aufgebaut.
Der Mechanismus der effektiven Massenänderungen steht in direktem
Zusammenhang mit der fundamentalen Frage nach dem Ursprung der
Teilchenmassen überhaupt. Mit Spannung blicken die Physiker daher den
ersten, für 1998 geplanten HADES-Experimenten entgegen.
Auf der Suche nach der »Ursuppe«
Während die
Kernkollisionen bei SIS-Energien noch durch die Eigenschaften der
Nukleonen bestimmt sind, spielen bei noch höheren Energien die
Eigenschaften der Quarks die entscheidende Rolle. So erwartet man bei
Reaktionen zwischen schweren Kernen einen Übergang von der hadronischen
Materie zu einer neuen Materiephase, dem Quark-Gluon-Plasma. Bei
hinreichender Energiedichte sollten sich die Nukleonen in quasi-freie
Quarks und Gluonen auflösen. Dies ist über die Kernphysik hinaus von
großem kosmologischen Interesse, da man vermutet, daß etwa 10-5 s nach
dem Urknall ein Phasenübergang in umgekehrter Richtung stattgefunden
hat, also eine Umwandlung der ursprünglich als »Ursuppe« allein
vorliegenden Quark-Gluon-Materie in Nukleonen und Mesonen.
Um diese für die Entwicklung des Universums wichtigen
Prozesse untersuchen zu können, hat die GSI in Zusammenarbeit mit
anderen europäischen Instituten und dem europäischen
Kernforschungslabor CERN für dessen großes SPS-Synchrotron einen
Blei-Injektor entwickelt. In Fortführung eines langjährigen
Forschungsprogramms werden hier seit November 1994 erstmals Reaktionen
zwischen sehr schweren Bleikernen bei Einschußenergien von mehr als 99%
der Lichtgeschwindigkeit untersucht.
Für den Phasenübergang sagt die Theorie verschiedene
Signaturen wie etwa eine überhöhte Produktion von s-Quarks (s für
strange) und die Emission einer hochenergetischen elektromagnetischen
Strahlung vorher: alles Signale, die um so deutlicher werden sollten,
je größer das hochangeregte Reaktionsvolumen ist. Darin liegt der
Vorteil der Experimente mit Bleistrahlen gegenüber bisherigen Messungen
mit Schwefel-Strahlen. Daß die für die verschiedenen Signale
optimierten Nachweisapparaturen die große Zahl der produzierten
Teilchen zu handhaben vermögen, verdeutlicht folgende Abbildung:
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| Die
in einem TPC-Detektor (Time Projection Chamber) nachgewiesenen
Teilchenspuren einer Reaktion von Bleikernen bei 160 GeV pro Nukleon.
Die Darstellung ist eine Computer-Rekonstruktion der in einer
großvolumigen Spurenkammer registrierten Teilchenbahnen. Die
Strahlrichtung ist auf den Beobachter zugerichtet. |
Hier sind in einer Computer-Rekonstruktion die in einer
großvolumigen Spurenkammer registrierten Teilchenbahnen eines einzelnen
Kollisionsereignisses dargestellt.
Eine faszinierende Zukunftsperspektive derartiger
Untersuchungen zeichnet sich mit der Verwirklichung des LHC (Large
Hadron Collider) am CERN ab. (Dessen Bau wurde jetzt von den
Mitgliedsländern des CERN beschlossen.) Es ist vorgesehen, an diesem
europäischen Super-Beschleuniger unter maßgeblicher Beteiligung der GSI
einen Schwerionendetektor für Blei-Blei-Kollisionen aufzubauen. Das
bedeutet ein Experimentieren bei 300mal höheren Energien als bisher.
Kernmaterie hat also viele Erscheinungsformen, die durch
entsprechende Energiezufuhr und Kompression erreicht werden können.
Schon bei relativ geringer Energieerhöhung erfährt die Kernmaterie
einen Phasenübergang vom flüssigkeitsähnlichen Normalzustand in ein
Nukleonengas. Bei höheren Strahlenergien läßt sich Kernmaterie auf etwa
die dreifache Normaldichte komprimieren. Gleichzeitig entstehen
Nukleonen-Resonanzen durch Anregung der Nukleon-Substruktur. Aber auch
diese Substruktur des Nukleons wird bei höchsten Energien aufgebrochen,
und man kann annehmen, daß dann ein Plasma aus Quarks und Gluonen
entsteht. So erweist sich der Stoff, aus dem die Atomkerne sind, als
ein höchst vielfältiges Wunderland.
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