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Die Eigenschaften der Starken Kraft

Protonen und Neutronen - gemeinsam als Nukleonen bezeichnet - gehören
zur Familie der Hadronen (hadron (gr.) : stark). Ihre elementaren Bestandteile
sind die Quarks, die durch die Starke Kraft zusammengehalten werden. Die
Starke Kraft, die über den Austausch von Gluonen vermittelt wird, zeigt
ein ungewöhnliches Verhalten: paradoxerweise ist sie klein, wenn die Quarks
dicht beieinander sind, wird größer, wenn der Abstand zunimmt, und bleibt
dann konstant.
Versucht man ein Quark-Antiquark-Paar von einander zu trennen, so wird die
Energie in dem Gluonenfeld immer größer, bis sie schließlich ausreicht,
um ein weiteres Quark-Antiquark zu bilden. Als Ergebnis erhält man nicht
zwei isolierte Quarks, sondern immer neue Quark-Antiquark-Paare. Diese
absolute Gefangenschaft der Quarks wird als confinement bezeichnet. Es
ist eine der großen Herausforderungen der modernen Physik, das confinement
nicht nur als Phänomen qualitativ zu verstehen, sondern quantitativ aus
der Theorie der Starken Wechselwirkung ableiten zu können.
Die Physiker müssen hierzu das Verhalten der Starken Kraft bei mittleren
und größeren Abständen besser verstehen. Experimentell planen sie, hochenergetische
Antiprotonen mit Protonen kollidieren zu lassen. Auf diese Weise lassen
sich z. B. kurzlebige Charmonium-Teilchen erzeugen, die aus einem charm-Quark
und einem charm-Antiquark bestehen. Von einer genauen Spektroskopie der
Charmonium-Zustände versprechen sich die Physiker wichtige neue Erkenntnisse
über das Verhalten der Starken Kraft und den Ursprung des confinement.
Ein anderes Rätsel der Hadronenphysik ist die Herkunft der Masse der
aus Quarks zusammengesetzten Teilchen. Beim Nukleon macht die Masse der
drei Konstituentenquarks weniger als zwei Prozent der Gesamtmasse aus.
Der weitaus überwiegende Anteil der Masse rührt offenbar von der Bewegungs-
und Wechselwirkungsenergie der im Nukleon eingesperrten Quarks her. Auch
hierzu sollen die Experimente mit hochenergetischen Antiprotonen- und
Ionenstrahlen neue Erkenntnisse liefern.
Schließlich möchten die Physiker nach neuen Formen hadronischer Materie
suchen. Die Theorie der Starken Kraft sagt z. B. die Existenz von Gluonenbällen
voraus, die nur aus Gluonen bestehen, oder von Hybriden, die aus zwei
Quarks und einem dazwischen oszillierenden Gluon aufgebaut sind.
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In der Natur treten Quarks nicht isoliert
auf, sondern immer als Paare oder Dreierkombinationen. Versucht man Quarks
zu trennen, so erfordert dies riesige Energien, und es entstehen neue
Quark-Antiquark-Paare.

An der neuen Anlage soll nach
unbekannten Formen hadronischer Materie gesucht werden. Die Theorie der
Starken Kraft sagt zum Beispiel die Existenz von Gluonenbällen (oben)
voraus, oder von so genannten Hybriden, die nur aus zwei Quarks und einem dazwischen schwingenden Gluon
aufgebaut sind (unten).
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